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US-Kritischer Zeitungsartikel Dicke Luft zwischen Barack Obama und Wladimir Putin

In einem Artikel für die "New York Times" hat Russlands Präsident nicht mit Kritik an den USA gespart. Das Weiße Haus konterte umgehend. Doch beide Seiten müssen sich zusammenraufen.

Mitten in der Syrien-Krise hat ein Gastbeitrag des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der "New York Times" für zusätzliche Missstimmung zwischen Washington und Moskau geführt. In dem online erschienenen Beitrag hatte Putin den Chemiewaffenangriff vom 21. August den syrischen Rebellen zugeschrieben. Russland stehe mit dieser Meinung "isoliert und allein" da, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney.

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Auch Putins Kritik an der Aussage von US-Präsident Barack Obama, wonach die USA in der Welt eine außergewöhnliche Rolle einnähmen, wies Carney zurück. Die Reaktion des Landes auf das Blutvergießen in Syrien habe deutlich gemacht, warum die USA außergewöhnlich seien. Carney bezeichnete es gleichzeitig als "große Ironie", dass Putin seinen Text in eine Zeitung stelle, ein Symbol der Meinungsfreiheit, die in Russland abnehme.

Der republikanische Präsident des Repräsentantenhauses, John Boehner, erklärte, er fühle sich von Putins Text beleidigt. Auf die Frage, was genau ihn beleidigt habe, antwortete Boehner lediglich, er habe vermutlich schon zu viel gesagt. "Aber Sie haben die Wahrheit."

Putin: Rebellen für Giftgasangriff verantwortlich

Millionen Menschen rund um die Welt sähen Amerika zunehmend "als einen Staat, der sich allein auf rohe Gewalt verlässt", schrieb Putin in dem "New York Times"-Artikel weiter. Es sei alarmierend, dass ein militärisches Eingreifen in interne Konflikte anderer Staaten für die USA zur Gewohnheit geworden sei. Ein Angriff gegen Syrien würde zu mehr unschuldigen Opfern und zur Eskalation führen, warnte der Kremlchef.

Putin betonte in dem Artikel zwar, dass es keinen Zweifel am Einsatz von Giftgas in Syrien gebe. "Aber es gibt jeden Grund zu glauben, dass es nicht von den syrischen Streitkräften, sondern von den Oppositionskräften benutzt wurde, um eine Intervention...zu provozieren."

Washington argwöhnt Hinhaltetaktik

Syrien hat unterdessen offiziell den Beitritt zur UN-Chemiewaffenkonvention beantragt und damit einen ersten Schritt getan, um seine Bestände der geächteten Waffen unter internationale Kontrolle zu stellen. Gleichzeitig betonte Präsident Baschar al-Assad aber, dass erst in 30 Tagen erste Informationen über die syrischen Chemiewaffen an die internationale Gemeinschaft weitergegeben würden. US-Außenminister John Kerry warnte ihn vor einer Hinhaltetaktik.

Gemäß der UN-Chemiewaffenkonvention, die unter anderem die Benennung und Vernichtung aller Chemiewaffenbestände vorsieht, wird eine Nation erst 30 Tage nach Eingang eines Antrags Mitglied. Assad hatte diese Frist in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender Rossija 24 als "Standard" bezeichnet.

"Nichts an diesem Prozess ist Standard", sagte Kerry jedoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Genf. "Weil Assad seine Chemiewaffen bereits eingesetzt hat." Er forderte eine rasche Vernichtung der syrischen Bestände. Assad müsste Taten folgen lassen, ansonsten sei immer noch ein Militärschlag gegen Syrien möglich. Worte des syrischen Regimes allein reichten nicht aus.

Treffen der Außenminister in der Schweiz

Lawrow hingegen sagte, dass die geplante Zerstörung der Chemiewaffen einen militärischen Angriff unnötig machen würde. Er und Kerry sollten noch mindestens bis Freitag über die Details zur Überwachung und Vernichtung der rund 1000 Tonnen Kampfstoffe verhandeln, die in Syrien lagern sollen. Auf US-Seite herrscht immer noch Skepsis gegenüber der von Russland am Montag vorgebrachten Initiative.

Zu Kerrys Reise nach Genf, wo er zunächst den Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi traf, teilte das US-Außenministerium mit: "Unser Ziel ist es, die Ernsthaftigkeit dieses Vorschlags zu testen, über die Einzelheiten zu reden, wie dies umgesetzt werden könnte, wie die Mechanik funktionieren könnte, die Chemiewaffen zu identifizieren, dies zu verifizieren, sie zu sichern und letztlich zu zerstören."

Diese Aufgabe sei "machbar, aber schwierig und kompliziert", fasste ein Mitarbeiter aus Kerrys Team zusammen. Sollten die Russen auf eine Blockade setzen, würden die USA das sehr schnell mitbekommen, warnte er.

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