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Gesetzesänderung zum 1. November Junge? Mädchen? Intersexuell!

Junge oder Mädchen? Tatsächlich lässt sich das Geschlecht eines Neugeborenen nicht immer eindeutig bestimmen. Für diesen Fall gibt es ab dem 1. November ein neues Gesetz.

Wenn sich das Geschlecht eines Neugeborenen nicht eindeutig bestimmten lässt, muss der Standesbeamte dieses im amtlichen Geburtenregister künftig offen lassen. Das sieht eine Änderung des Personenstandsgesetzes vor, die zum 1. November in Kraft tritt. Die Neuregelung bezieht sich auf Fälle sogenannter Intersexualität.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums soll mit der Änderung der Druck von den Eltern genommen werden, sich unmittelbar nach der Geburt auf ein Geschlecht festzulegen, ohne die weitere Entwicklung des Kindes abwarten zu können. Die Folge könnten geschlechtsangleichende Operationen sein, unter denen Betroffene später massiv leiden. Die Neuregelung geht auf Anregungen des Deutschen Ethikrats zurück, der Regierung und Parlament in komplizierten ethischen Fragen berät.

Mit der Neuregelung wird kein drittes Geschlecht geschaffen

Die Möglichkeit, das Geschlecht eines Kindes als "ungeklärt" im Register vermerken zu lassen, bestand dem Ministerium zufolge auch bisher schon. In der Praxis sei diese Option aber nur selten angewandt worden, weil Eltern und Ärzte sich in der Regel auf eine Zuordnung geeinigt hätten. Nun aber ist die Offenlassung obligatorisch, wenn sich das Geschlecht nicht zweifelsfrei klären lässt. Es wird dann in der entsprechenden Zeile gar nichts vermerkt. Die Betroffenen können dann später jederzeit über ihr Geschlecht entscheiden.

Vertreter von Betroffenen verweisen unter anderem auf die großen Probleme, das Phänomen physisch wie hormonell klar zu fassen. Intersexuellen-Gruppen fordern seit längerem entschiedenere Maßnahmen, um Betroffene gegen Diskriminierung zu schützen und ihren Status rechtlich wie gesellschaftlich abzusichern.

In mehreren außereuropäischen Ländern wird Intersexualität inzwischen rechtlich als eine eigenständige Kategorie neben dem männlichen und weiblichen Geschlecht anerkannt. Dazu zählt unter anderem auch Australien. Mit der Neuregelung in Deutschland wird dagegen kein drittes Geschlecht geschaffen, wie das Innenministerium betont. Eine derartige Kategorie lasse sich in das deutsche Rechtssystem aus prinzipiellen Gründen nicht einfügen.

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