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Sichere Ausrüstung für Soldaten Ursula von der Leyen will keine Kosten scheuen

Die Bundeswehr-Ausrüstung ist seit Jahren ein Streitthema. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen stellt sich klar auf die Seite der Soldaten. Sicherheit gehe vor - Kosten seien zweitrangig.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will keine Kosten scheuen, um den Schutz der Soldaten im Einsatz sicherzustellen. "Das wichtigste ist der Mensch und nicht die Frage der Materialkosten", sagte die CDU-Politikerin bei ihrem Truppenbesuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif. "Das Material muss so gut sein, dass der Mensch, die Menschen, die hier arbeiten, auch geschützt sind." Die Ausrüstung der Soldaten war in den vergangenen Jahren immer wieder unter anderem vom Wehrbeauftragten des Bundestags kritisiert worden.

Zwar sind Verbesserungen vorgenommen worden. Allerdings sind bei der Bundeswehr immer noch Wünsche offen. Der Schutz der eigenen Soldaten spielt unter anderem in der kontroversen Debatte um die Anschaffung von Kampfdrohnen eine gewichtige Rolle. Er wird von den Drohnen-Befürwortern, zu denen von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) zählt, als Hauptargument angeführt.


Bilder: Van der Leyen zu Besuch bei ihrer Truppe in Afghanistan

Von der Leyen war am Sonntag - fünf Tage nach ihrem Amtsantritt - in Afghanistan eingetroffen. "Das war eine wunderbar warmherzige Aufnahme", resümierte sie ihren ersten Truppenbesuch. Am Montag besuchte die Ministerin das Einsatzgeschwader der Luftwaffe sowie das Feldlazarett und traf sich mit Soldaten der letzten deutschen Kampfeinheit in Afghanistan. Außerdem wurde ihr in einem Manöver vorgeführt, wie die Truppe auf einen Sprengstoffanschlag reagiert.

"Ich bin für die Soldatinnen und Soldaten da"

Am Sonntag hatte von der Leyen den Soldaten den Rücken gestärkt. "Mir ist wichtig zu zeigen, ich bin für die Soldatinnen und Soldaten da", sagte sie. "Da können sie sich fest drauf verlassen." In einer Ansprache vor rund 300 Soldaten betonte sie: "Ich bin von ganzem Herzen stolz und dankbar, Ihre Verteidigungsministerin sein zu können. (...) Ich nehme diese Aufgabe sehr ernst."

Von der Leyen hatte außerdem den Willen Deutschlands zur Fortsetzung des militärischen Engagements in Afghanistan auch nach 2014 bekräftigt. Die Nato beendet in einem Jahr ihren Kampfeinsatz in Afghanistan, will danach aber mit 8000 bis 12.000 Ausbildern und Beratern im Land bleiben. Deutschland hat bis zu 800 Soldaten dafür angeboten. Voraussetzung ist aber, dass der afghanische Präsident Hamid Karsai ein Abkommen unterzeichnet, das den ausländischen Truppen Sicherheit vor Strafverfolgung in Afghanistan verschafft. Bislang verweigert Karsai die Unterschrift. Die USA drohen mit einem Totalabzug aus Afghanistan, falls das Abkommen nicht zustande kommt.

Die frühere Arbeitsministerin hatte das Verteidigungsministerium am Dienstag von Thomas de Maizière übernommen, der an die Spitze des Innenministeriums wechselte. Die 55-Jährige ist die erste Oberbefehlshaberin der Bundeswehr. Von der Leyen wollte noch am Montag zurück nach Berlin reisen.

Zahl der getöteten Isaf-Soldaten nimmt zu

Bei einem Angriff Aufständischer in Ostafghanistan wurde am Montag ein Soldat der Internationalen Schutztruppe Isaf getötet. Zur Nationalität machte die Nato-geführte Isaf wie üblich keine Angaben. Mit dem fortschreitenden Abzug der ausländischen Truppen hat auch die Zahl der getöteten Isaf-Soldaten abgenommen. Nach Zählung des unabhängigen Internetdienstes icasualties.org wurden in diesem Jahr bislang 114 ausländische Soldaten bei Anschlägen und Angriffen getötete, das ist der niedrigste Wert seit 2006.

2012 waren in Afghanistan noch 316 ausländische Soldaten gewaltsam ums Leben gekommen. Im verlustreichsten Jahr 2010 hatten die ausländischen Truppen 632 Opfer zu beklagen. Seit Beginn des Einsatzes Ende 2001 sind 54 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ums Leben gekommen, davon starben 35 bei Anschlägen oder Angriffen.

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