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Politik Schicksale Tausender vermisster Kriegsgefangener geklärt

Im russischen Militärarchiv in Moskau wurden nach einem Bericht der «Thüringer Allgemeinen» Unterlagen zu Tausenden bislang als vermisst geführten deutschen Kriegsgefangenen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

In Kürze werde die laufende Überprüfung der Gefangenen-Akten abgeschlossen sein, kündigte der zuständige Archivdirektor in der in Erfurt erscheinenden Zeitung an. Dann könnten genaue Zahlen vorgelegt werden.

Der Historiker betonte, die bisherigen Zahlen über Vermisste, Tote oder Freigelassene seien nicht gefälscht. Insbesondere nach der Schlacht von Stalingrad im Jahre 1943 sei es im sowjetischen Lagersystem jedoch zu chaotischen Zuständen gekommen, weil die Zahl der Gefangenen sprunghaft anstieg. Zudem mangelte es an Transportkapazität. Die Bilder langer Häftlingskolonnen, die hunderte Kilometer in Eis und Schnee zu Fuß zurücklegen mussten, sind bekannt. Es sei sehr schwer festzustellen, welche Gefangenen unter diesen Umständen gestorben seien und ihr weiteres Schicksal aufzuklären.

Nach dem Zeitungsbericht konnten Forscher jüngst die Akten von bislang 8000 vermissten Deutschen schließen: Sie sind bei Stalingrad gestorben und wurden beigesetzt. Die Aufarbeitung der Akten sei Teil eines Projektes, an dem russische, weißrussische und deutsche Partner beteiligt sind. Am Ende soll eine Datenbank entstehen, in der die Schicksale von Kriegsgefangenen aus der ehemaligen Sowjetunion und Deutschland dokumentiert sind.

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