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Kommentar zu Victoria Nuland Das "S"-Wort ... wie in "Schadenfreude"

Mit ihrem Ratschlag “Fuck the EU” hat eine US-Diplomatin die Kanzlerin vergrätzt, Herrn Putin geholfen und gezeigt, dass sie Nachhilfe von der NSA braucht - meint N24-Korrespondent Stephan Strothe.

Es geht nicht nur um das "F"-Wort, das die Amerikaner manchmal sogar in Form eines bewundernden Adjektivs missbrauchen: Als Präsident Obama seine umstrittene Gesundheitsreform durchgeboxt hatte, nannte das sein Vize Joe Biden einen "big fucking deal". Top-Diplomatin Victoria Nuland, die sich im Auftrag Obamas um die NSA-getrübten Beziehungen zu Europa kümmern soll, hätte sich vielleicht für die mildere Form "Screw the EU" entscheiden sollen (meint dasselbe und reimt sich sogar), aber ihr abgehörtes Telefonat mit dem US-Botschafter in Kiew verrät viel mehr als mangelhafte verbale Sensibilität.

In dem wahrscheinlich von einem ukrainischen oder russischen Geheimdienst aufgezeichneten Telefonat redet sich die Diplomatin ihren EU-Frust von der Seele. Aus Washingtoner Sicht machen die Europäer zu wenig Druck auf die angeschlagene Regierung in Kiew. Peinlicher als das "F"-Wort ist den Amerikanern aber sicher, dass jetzt die ganz YouTube-Welt weiß, wie intensiv Washington Einfluss nehmen will auf die politische Zukunft der Ukraine. Oppositionsführer Klitschko in der nächste Regierung? "Keine gute Idee", urteilt die US-Diplomatin und spielt damit Wladimir Putin in die Hände. Der Kreml-Chef erklärt die ukrainische Opposition regelmäßig zu Handlangern des Westens.

Angeblich lief das skandalträchtige Telefonat über (offenbar ungesicherte) Handys in Kiew. Schon macht das “S”-Wort die Runde: Schadenfreude - jetzt hat es also auch die Amerikaner erwischt, die sich doch so sehr für die Handys ausländischer Politiker interessieren. Aber gerade aus europäischer Sicht gibt es guten Grund, den undiplomatischen YouTube-Torpedo vor allem als clevere und wirkungsvolle Attacke zu sehen, die einen Keil zwischen die westlichen Sympathisanten des ukrainischen Widerstands treiben soll.

Fast bewundernd nennt das US-Außenministerium den Abhör-Coup der Gegenseite jetzt "beeindruckendes Spionage-Handwerk". Hört sich ritterlich an, soll aber vor allem vom eigenen Diplomaten-Fiasko ablenken. Obamas Top-Diplomatin für Europa braucht jedenfalls dringend Nachhilfe von den Abhörexperten des eigenen NSA-Geheimdienstes. 

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