Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Siegesparade Russlands Zeichen gen Westen

Säbelrasseln: Erstmals seit dem Ende des Kalten Kriegs begeht Russland wieder den Sieg über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade. Gewertet wird dies als Warnung an den Westen und Georgien.

Erstmals seit dem Ende der Sowjetunion hat Russland den Sieg über Hitler-Deutschland wieder mit Kampfpanzern und Interkontinentalraketen auf dem Roten Platz in Moskau gefeiert. Der neue Präsident Dmitri Medwedew dankte bei seinem ersten großen Auftritt seit seiner Ernennung den Kriegsveteranen für die "Befreiung unseres Volkes" im Zweiten Weltkrieg.

Medwedew: "Armee und Flotte kommen wieder zu Kräften"

Unter Verweis auf aktuelle Konflikte forderte er mehr Respekt vor dem geltenden Völkerrecht. Die Streitkräfte präsentierten bei der Siegesparade auch die moderne Kurzstreckenrakete Iskander, die in Russland als Antwort auf die geplante US-Raketenabwehr in Mitteleuropa gilt.

Mehr als 8000 Soldaten marschierten auf dem Platz vor dem Kreml auf, um dem Oberbefehlshaber Medwedew am 63. Jahrestag des Kriegsendes die Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte zu demonstrieren. "Unsere Armee und unsere Flotte kommen wieder zu Kräften, ebenso wie unser ganzes Land", erklärte Medwedew. Der neue Präsident warnte aber auch vor steigender extremistischer Gewalt im eigenen Land. "Wir müssen sehr wachsam gegenüber jeglichen Versuchen sein, rassistischen oder religiösen Hass zu säen", sagte Medwedew.

Militärspektakel noch von Putin angeordnet

Medwedew nahm die Parade im Beisein seines Amtsvorgängers Wladimir Putin ab, der am Donnerstag als neuer Regierungschef bestätigt worden war. Putin hatte noch als Kremlchef vor Monaten das Militärspektakel angeordnet. "Es geht hier nicht um Säbelrasseln. Wir bedrohen niemanden", hatte er gesagt.

Regierungsnahe Medien werteten die Waffenschau dagegen als Reaktion auf die jüngsten Konflikte zwischen Russland und dem Westen. "Das ist ein Signal an unsere Partner in der NATO, die mit ihren Militärstützpunkten immer näher an Russlands Grenzen heranrücken", schrieb die Tageszeitung "Iswestija".

Technisch veraltetes Gerät präsentiert

Militärs sprachen auch von einer Drohgebärde gegenüber dem südlichen Nachbarn Georgien. Russland hatte zuletzt in der von Tiflis abtrünnigen Region Abchasien seine Truppen verstärkt, die ein Mandat als GUS- Friedenstruppe ausüben.

Nach Einschätzung russischer Militärexperten wurden zum allergrößten Teil technisch veraltete Waffen aus den 70er und 80er Jahren gezeigt. Auch mehrere Staffeln der Luftstreitkräfte flogen über den Ehrengästen. Zuletzt waren Panzer und anderes schweres Kriegsgerät 1990 zum Jahrestag der Oktoberrevolution über den Roten Platz gerollt. Danach gab es vorübergehend keine Paraden. 1996 wurde die Tradition wieder aufgenommen, allerdings nur mit Soldaten, leichten Transportfahrzeugen und zuletzt auch wieder Kampfjets.

Paraden auch in Wolgograd und anderen Städten

Veteranenverbände lobten die Rückkehr zur Siegesparade in sowjetischer Tradition. Nach Schätzungen von Historikern starben im Zweiten Weltkrieg 27 Millionen sowjetische Soldaten und Zivilisten.

Auch in Wolgograd, dem einstigen Stalingrad, sowie vielen anderen Städten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion wurden Siegesparaden abgehalten. In Wladiwostok am Pazifischen Ozean nahm ein US-Kriegsschiff an den Feiern teil. Die Kosten für die Moskauer Parade sind enorm. Allein die von den tonnenschweren Fahrzeugen an Straßen und Kanalisation verursachten Schäden belaufen sich nach Angaben der Stadt Moskau auf umgerechnet 40 Millionen Euro.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Einen schlechteren Präsidentschaftskandidaten als Donald Trump hat es nach Ansicht der "New York Times" nie gegeben.
"New York Times" über Donald Trump
"Der schlechteste Kandidat der modernen Geschichte"
Die syrische Luftwaffe setzt in Aleppo jetzt besonders tödliche Bomben ein.
Blutige Schlacht in Syrien
Aleppo soll in einer Woche fallen
Das Museum der Smithonian Institution enthält 36 000 Ausstellungsstücke. Foto: Jim Lo Scalzo
"Wir alle sind Amerikaner"
Museum für Schwarzen-Geschichte eröffnet
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Flüchtlingsgipfel.
Flüchtlingsgipfel in Wien
Merkel will monatlich "mehrere Hundert" Migranten aufnehmen
Viktor Orban auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán
EU soll in Libyen "gigantische Flüchtlingsstadt" errichten
Er ist für den türkischen Präsidenten der Staatsfeind Nummer eins: Fethullah Gülen.
Gülen bezichtigt Erdogan der Verschwörung
"Sie haben das Jahre geplant"
Deutschlands bekanntester Geheimagent steht bald vor Gericht.
Das Phantom Werner Mauss
Deutschlands geheimster Agent im Zwielicht
Am Flughafen in Düsseldorf griff die Polizei zu: Ein mutmaßlicher IS-Kämpfer war aus einem Trainingscamp zurückgekehrt.
Festnahme in Düsseldorf
Mutmaßliches IS-Mitglied am Flughafen gefasst
Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess.
Beweismittel vernichtet?
NSU-Opferanwälte stellen Strafantrag gegen Bundesanwälte
Das Video zeigt die letzten Sekunden im Leben von Keith Lamont Scott auf einem Parkplatz in Charlotte.
Erschossener Afroamerikaner in Charlotte
"Schießt nicht auf ihn! Er hat keine Waffe!"
Eine Momentaufnahme aus dem September 2015: Vom Bahnhof Nickelsdorf aus reisen Flüchtlinge weiter nach Deutschland.
Österreichs Ex-Bundespräsident
Unwissenheit ist ein Hauptproblem in der Flüchtlingskrise
Österreichs Kanzler Christian Kern lädt am Samstag in Wien zum Flüchtlingsgipfel. Seit seinem Amtsantritt im Mai versucht er sich medienwirksam als Staatsmann zu profilieren.
Kern vor Flüchtlingsgipfel
"Mit dem bisherigen Tempo kann man nicht zufrieden sein"
Die CDU-Abgeordnete Bettina Kudla sorgte bereits zum zweiten Mal mit einem Tweet für Unmut in ihrer Partei.
Bettina Kudla sorgt für Eklat
Der verstörende Nazi-Tweet der CDU-Abgeordneten
Für seine Wähler ist Labour-Parteichef Jeremy Corbyn jene Lichtgestalt, die ein Ende des etablierten politischen Systems bringen soll.
Großbritannien
Warum Labours Irrelevanz für Europa gefährlich ist
Demonstration von Rechten: Im rechtsextremen Spektrum habe laut Ministerium vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte "die Widerstandsrhetorik zugenommen".
Innenministerium
Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten verdoppelt sich
Bundesinnenminister Thomas de Maizière will sich für die Themen Wohlfahrtspflege und Seelsorge einsetzen.
Thomas de Maizière
Mit Nichtintegration "bestätigen Muslime Vorurteile"
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier spricht beim Unions-Kongress in Würzburg. Foto: Nicolas Armer
"Deutschlandkongress"
CDU und CSU bemühen sich um Einigkeit
Kein Durchkommen für Flüchtlinge: Soldaten der mazedonischen Armee patrouillieren am Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien.
Balkan-Route
Klarer Kurswechsel in der Flüchtlingskrise
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in Wien von ihrem österreichischen Amtskollegen Christian Kern begrüßt. Foto: Christian Bruna
Fokus auf EU-Außengrenzen
Flüchtlingsgipfel: Deutschland sichert weitere Hilfe zu
Max Mannheimer setzte sich seit den 1980er Jahren unermüdlich als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ein. Foto: Andreas Gebert
Kämpfer gegen das Vergessen
Holocaust-Überlebender Max Mannheimer stirbt mit 96 Jahren