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Siegesparade Russlands Zeichen gen Westen

Säbelrasseln: Erstmals seit dem Ende des Kalten Kriegs begeht Russland wieder den Sieg über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade. Gewertet wird dies als Warnung an den Westen und Georgien.

Erstmals seit dem Ende der Sowjetunion hat Russland den Sieg über Hitler-Deutschland wieder mit Kampfpanzern und Interkontinentalraketen auf dem Roten Platz in Moskau gefeiert. Der neue Präsident Dmitri Medwedew dankte bei seinem ersten großen Auftritt seit seiner Ernennung den Kriegsveteranen für die "Befreiung unseres Volkes" im Zweiten Weltkrieg.

Medwedew: "Armee und Flotte kommen wieder zu Kräften"

Unter Verweis auf aktuelle Konflikte forderte er mehr Respekt vor dem geltenden Völkerrecht. Die Streitkräfte präsentierten bei der Siegesparade auch die moderne Kurzstreckenrakete Iskander, die in Russland als Antwort auf die geplante US-Raketenabwehr in Mitteleuropa gilt.

Mehr als 8000 Soldaten marschierten auf dem Platz vor dem Kreml auf, um dem Oberbefehlshaber Medwedew am 63. Jahrestag des Kriegsendes die Verteidigungsbereitschaft der Streitkräfte zu demonstrieren. "Unsere Armee und unsere Flotte kommen wieder zu Kräften, ebenso wie unser ganzes Land", erklärte Medwedew. Der neue Präsident warnte aber auch vor steigender extremistischer Gewalt im eigenen Land. "Wir müssen sehr wachsam gegenüber jeglichen Versuchen sein, rassistischen oder religiösen Hass zu säen", sagte Medwedew.

Militärspektakel noch von Putin angeordnet

Medwedew nahm die Parade im Beisein seines Amtsvorgängers Wladimir Putin ab, der am Donnerstag als neuer Regierungschef bestätigt worden war. Putin hatte noch als Kremlchef vor Monaten das Militärspektakel angeordnet. "Es geht hier nicht um Säbelrasseln. Wir bedrohen niemanden", hatte er gesagt.

Regierungsnahe Medien werteten die Waffenschau dagegen als Reaktion auf die jüngsten Konflikte zwischen Russland und dem Westen. "Das ist ein Signal an unsere Partner in der NATO, die mit ihren Militärstützpunkten immer näher an Russlands Grenzen heranrücken", schrieb die Tageszeitung "Iswestija".

Technisch veraltetes Gerät präsentiert

Militärs sprachen auch von einer Drohgebärde gegenüber dem südlichen Nachbarn Georgien. Russland hatte zuletzt in der von Tiflis abtrünnigen Region Abchasien seine Truppen verstärkt, die ein Mandat als GUS- Friedenstruppe ausüben.

Nach Einschätzung russischer Militärexperten wurden zum allergrößten Teil technisch veraltete Waffen aus den 70er und 80er Jahren gezeigt. Auch mehrere Staffeln der Luftstreitkräfte flogen über den Ehrengästen. Zuletzt waren Panzer und anderes schweres Kriegsgerät 1990 zum Jahrestag der Oktoberrevolution über den Roten Platz gerollt. Danach gab es vorübergehend keine Paraden. 1996 wurde die Tradition wieder aufgenommen, allerdings nur mit Soldaten, leichten Transportfahrzeugen und zuletzt auch wieder Kampfjets.

Paraden auch in Wolgograd und anderen Städten

Veteranenverbände lobten die Rückkehr zur Siegesparade in sowjetischer Tradition. Nach Schätzungen von Historikern starben im Zweiten Weltkrieg 27 Millionen sowjetische Soldaten und Zivilisten.

Auch in Wolgograd, dem einstigen Stalingrad, sowie vielen anderen Städten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion wurden Siegesparaden abgehalten. In Wladiwostok am Pazifischen Ozean nahm ein US-Kriegsschiff an den Feiern teil. Die Kosten für die Moskauer Parade sind enorm. Allein die von den tonnenschweren Fahrzeugen an Straßen und Kanalisation verursachten Schäden belaufen sich nach Angaben der Stadt Moskau auf umgerechnet 40 Millionen Euro.

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