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Studie zu Rechtsextremismus "Islamfeindschaft ist das neue Gewand des Rassismus"

Rechtes Gedankengut ist in Deutschland auf dem Rückzug. Das ist die positive Seite einer Studie der Uni Leipzig. Doch die andere Seite zeigt: Hass auf Muslime und Asylsuchende nimmt zu.

Rechtsextreme Meinungen finden sich in Deutschland mittlerweile deutlich seltener als noch vor zwölf Jahren statt. Der Anteil der Menschen mit einer fest gefügten rechtsextremen Weltanschauung hat sich seit 2002 von knapp 10 Prozent auf 5,6 Prozent nahezu halbiert. Deutlich weniger Deutsche befürworten eine Diktatur oder verharmlosen den Nationalsozialismus. Das ist der Grundtenor einer Studie der Universität Leipzig. Richtig ist aber auch, dass fremdenfeindliches Gedankengut weit in der Bevölkerung verbreitet und in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist.

73,5 Prozent der Westdeutschen und 84,7 Prozent der Ostdeutschen äußerten sich abwertend über Asylbewerber. Auch Sinti und Roma sowie Muslime werden von fast der Hälfte der Befragten abgelehnt. "Nicht Migrantinnen und Migranten im Allgemeinen werden abgelehnt, viele Deutsche denken nun: Die bringen uns was", erläutert Oliver Decker, ein Mitverfasser der Studie. "Aber jene, die die Phantasie auslösen, sie seien grundlegend anders oder hätten ein gutes Leben ohne Arbeit, die ziehen die Wut auf sich."

Antiziganismus und Islamfeindschaft auf dem Vormarsch

Der neue Rassismus sei nicht mehr biologischer, sondern religiöser, heißt es in der Studie. Genauer gesagt: In Deutschland ist Islamfeindschaft weit verbreitet. Jeder dritte Deutsche findet, dass Muslimen und Musliminnen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte. 2009 war es nur jeder Fünfte. 42,7 Prozent der Befragten fühlen sich "wie Fremde im eigenen Land" – im Gegensatz zu 32,2 Prozent 2009. Zwischen 2011 und 2014 stieg die Islamfeindschaft demnach erheblich an.

Noch weiter verbreitet ist Antiziganismus, die Diskriminierung von Sinti und Roma. 55 Prozent der Befragten hätten Probleme damit, wenn sich Sinti und Roma in ihrer Gegend aufhalten. 2011 waren es noch 40,1 Prozent der Befragten. Die fremdenfeindliche Tendenz zeigt sich noch stärker bei Fragen nach der Aufnahme von Asylsuchenden. 76 Prozent der Deutschen lehnen es ab, dass die Bundesrepublik bei der Prüfung von Asylgesuchen großzügig vorgeht. Im Vergleich: 2011 sprachen sich nur 25,8 Prozent dagegen aus.

Der Studie zufolge sind rechtsextreme Positionen bei Anhängern aller politischen Parteien nachweisbar - auch die Wählerschaft der großen Parteien Union und SPD sei davon nicht ausgenommen. "Es fällt allerdings auf, dass die stärkste Anziehungskraft bei den Wählern mit einer ausländerfeindlichen, antisemitischen und chauvinistischen Einstellung neben den rechtsextremen Parteien die AfD hat", erklärte der Sozialwissenschaftler Johannes Kiess, der seit 2008 an der Studie mitarbeitet. 

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