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Konflikt in Nahost Vier Kinder bei Angriff am Strand von Gaza getötet

Israel hat seine Angriffe auf Ziele im Gazastreifen verstärkt. Ein Geschoss traf eine Gruppe spielender Kinder am Strand. Vier Jungen starben. Die Hamas kündigte umgehend Vergeltung an.

Die israelische Kriegsmarine hat einen Strand in der Stadt Gaza beschossen und dabei vier spielende Kinder getötet. Zwei Granaten schlugen in der Nähe eines Hotels ein, wie Augenzeugen berichteten. Die Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren seien aus heiterem Himmel beim Fußball spielen getroffen worden. Zehn weitere Jungen wurden schwer verletzt, wie palästinensische Rettungsdienste meldeten. Ein Sprecher der israelischen Streitkräfte erklärte am Abend, der Vorfall werde untersucht.

Nach Schätzungen der Hilfsorganisation "Save the Children" sind mindestens 25.000 Kinder im Gazatreifen und dem südlichen Israel durch die Angriffe traumatisiert. Die Zahl der Toten seit Beginn der israelischen Offensive gegen die islamistische Hamas am 8. Juli stieg nach palästinensischen Angaben auf 220, darunter 48 Kinder. Mehr als 1600 Palästinenser wurden verletzt. Auf israelischer Seite kam infolge des Raketenbeschusses ein Zivilist ums Leben.

Die Hamas und mit ihr verbündete Milizen setzten ihre Angriffe auf Israel am Mittwoch gleichfalls fort. Nach Angaben der Armee feuerten sie 43 Raketen ab. Die meisten davon wurden vom Abwehrsystem "Eisenkuppel" abgefangen. Zugleich verdichteten sich Anzeichen für eine baldige Bodenoffensive der israelischen Armee. Das Kabinett billigte die Einberufung von weiteren 8000 Reservisten. 42 000 Männer waren bereits zuvor aktiviert worden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte eine Intensivierung der Angriffe gegen die Hamas angekündigt, nachdem am Vortag eine von Ägypten vorgeschlagene Waffenruhe nur wenigen Stunden gehalten hatte. Lediglich Israel hatte das Feuer kurzzeitig eingestellt.

Israel wirft Flugblätter ab

Bereits früh am Mittwoch hatten die israelischen Streitkräfte mindestens eine Viertelmillion Menschen im nördlichen Gazastreifen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Schon in der Nacht zuvor hatten sie die Wohnhäuser mehrerer Hamas-Führer in dem Palästinensergebiet bombardiert, darunter die Bleibe des Spitzenpolitikers Mahmud Sahar. Automatisierte Telefonanrufe, Flugblätter und SMS-Kurznachrichten riefen die Palästinenser auf, die Gegenden um Beit Lahia, Sadschaija und Saitun zu verlassen. Das Hamas-geführte Innenministerium in Gaza warnte die Palästinenser nach Medienberichten jedoch, dem Aufruf Folge zu leisten. Die Nachricht der Israelis solle nur "Chaos und Verwirrung stiften", hieß es. Dennoch hatten bis zum Nachmittag rund 21.000 Menschen in Schulen des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA) Schutz gesucht.

In der Metropole Tel Aviv heulten am Vormittag erneut die Sirenen. In der südlichen Stadt Aschkelon wurde der norwegische Außenminister Børge Brende von einem Raketenangriff überrascht, als er mit seinem israelischen Amtskollegen Avigdor Lieberman in einem Restaurant speiste. Personenschützer brachten den Politiker und seinen Gastgeber in Sicherheit, meldete ein Reporter des norwegischen Senders NRK.

Der Konflikt gefährdet auch die Stromversorgung der Bevölkerung in Gaza. Aus der Mittelmeer-Enklave abgefeuerte Raketen hätten eine Stromleitung beschädigt, berichtete der israelische Rundfunk. Damit sei bereits die zweite von insgesamt zehn Leitungen getroffen worden, die den Gazastreifens versorgen. Nach der Beschädigung der ersten Leitung hieß es, 70 000 Palästinenser seien von der Stromversorgung abgeschnitten.
Der ehemalige israelische Geheimdienstchef Efraim Halevy riet seiner Regierung zu Verhandlungen mit der in Gaza herrschenden Hamas. Er sagte dem US-Sender CNN, es gebe "schlimmere Optionen als Hamas», zum Beispiel die sunnitischen IS-Milizen, die derzeit in Syrien und im Irak auf dem Vormarsch sind. 

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