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Liveticker zur Ukraine-Krise MH17: Flugschreiberdaten deuten auf Schrapnell-Einschläge hin

Armee hat Kontrolle über Teile des MH17-Absturzortes +++ MH17-Absturz angeblich durch Druckabfall verursacht +++ Ukrainische Armee stürmt Städte um MH17-Absturzstelle +++

19:02 Uhr: Flugschreiberdaten deuten auf Schrapnell-Einschläge hin

Erste Flugschreiberdaten der abgestürzten malaysischen Boeing 777-200 deuten nach Angaben des ukrainischen Sicherheitsrates auf einen Raketentreffer als Unglücksursache hin. In der Maschine habe es einen "massiven explosionsartigen Druckabfall infolge von Schrapnell-Einschlägen eines Raketentreffers" gegeben. Das sagte Behördensprecher Andrej Lyssenko in Kiew. Bei dem Absturz am 17. Juli über der Ostukraine waren 298 Menschen getötet worden.  Ähnliches hatte schon am Samstag der US-Fernsehsender CBS unter Berufung auf einen ungenannten Luftsicherheitsexperten in London berichtet, wo die beiden Flugschreiber ausgewertet werden. Der Druckverlust passe zum Verdacht auf einen Raketentreffer, sagte der Experte. Die Niederlande, federführend in der Untersuchung, kritisierten Spekulationen über die Ursache.  Mutmaßlich wurde die Boeing mit einem "Buk"-Flugabwehrsystem abgeschossen. Dessen Raketen treffen nicht direkt, sondern explodieren vor einem Flugzeug und zerstören es mit Metallsplittern. Abgefeuert wurde die Waffe mutmaßlich aus Rebellengebiet.

16:42 Uhr: Ukraine bringt MH17-Absturzort zum Teil unter ihre Kontrolle

Die ukrainische Armee hat einen Teil des MH17-Absturzgebiets unter ihre Kontrolle gebracht und damit den Zugang zum Ort der Tragödie weiter erschwert. Das ukrainische Militär drang nach eigenen Angaben in mehrere Städte ein und sprach von anhaltenden Kämpfen mit den prorussischen Separatisten. Unterdessen rückten Wirtschaftssanktionen gegen Russland näher, dem eine Destabilisierung der Ostukraine vorgeworfen wird. "Die Ukrainer haben Teile des Absturzorts unter ihre Kontrolle gebracht", sagte der Vizeregierungschef der selbstproklamierten "Volksrepublik Donezk", Wladimir Antjufejew. Er warf der Führung in Kiew vor, das Gebiet rund um den Absturzort trotz geplanter Besuche internationaler Ermittler angegriffen zu haben. Die Armee "zerstört Teile des Gebiets", wo noch Fragmente der Maschine lägen. An dem Absturzort werden auch noch Leichenteile von einigen der insgesamt 298 Todesopfer vermutet.

13:20 Uhr: MH17-Absturz angeblich durch Druckabfall nach Explosion verursacht

Der Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine ist nach ukrainischen Angaben durch einen "Druckabfall in Verbindung mit einer starken Explosion" verursacht worden. Dies habe die Untersuchung eines Expertengremiums ergeben, teilte der ukrainische Rat für Sicherheit und Verteidigung am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Prorussische Separatisten und die ukrainische Regierung werfen sich seit dem Absturz am 17. Juli gegenseitig vor, das Flugzeug mit 298 Menschen an Bord abgeschossen zu haben.

12:55: Mehrere Tote bei Gefechten in der Ostukraine

Bei schweren Gefechten in der Ostukraine sind erneut mehrere Zivilisten ums Leben gekommen. Mindestens fünf Männer seien beim Artilleriebeschuss von Lugansk getötet worden, teilte die Verwaltung der Großstadt mit. Nahe dem geschlossenen internationalen Flughafen in Lugansk attackierten demnach prorussische Separatisten Regierungseinheiten mit Grad-Raketenwerfern. Im benachbarten Donezk starben den Behörden zufolge mindestens drei Zivilisten bei Kämpfen zwischen der Armee und Aufständischen.

In der Nähe der Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs mit der Flugnummer MH17 setzten die Sicherheitskräfte ihre Angriffe auf Stellungen der Separatisten fort. Die Aufständischen berichteten von schweren Straßenkämpfen in Schachtjorsk. In der Stadt südöstlich von Donezk sei der Strom ausgefallen. Die ukrainische Luftwaffe habe mehrere Angriffe geflogen, hieß es. Nach schweren Kämpfen sei die strategisch wichtige Anhöhe Saur-Mogila unweit der russischen Grenze von der Armee erobert worden, teilte die Präsidialverwaltung in Kiew mit.

12:14 Uhr: Armee stürmt Städte um MH17-Absturzstelle

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben am Montag mehrere Städte um die Absturzstelle des Malaysia-Airlines-Fluges MH17 gestürmt. Die Truppen seien in die Städte Schachtarsk und Tores eingedrungen und lieferten sich Kämpfe mit prorussischen Separatisten mit Blick auf "eine vollkommene Befreiung" weiterer Ortschaften, teilte der Pressedienst für die Militäroperation im Osten des Landes in einer Erklärung mit. 

11:31 Uhr: Lawrow will wegen EU-Sanktionen nicht "in Hysterie verfallen"

Russland wird nach den Worten von Außenminister Sergej Lawrow auf die Sanktionen der EU und der USA wegen des Ukraine-Konflikts nicht mit gleicher Münze heimzahlen. "Wir bereiten keine Aktionen nach dem Grundsatz 'Auge um Auge' vor", sagte Lawrow in Moskau. Sein Land werde die neue Lage nüchtern angehen. Zwar habe Präsident Wladimir Putin angekündigt, dass Russland die Strafmaßnahmen nicht ignorieren könne. "Aber in Hysterie zu verfallen und einen Schlag mit einem Gegenschlag zu beantworten, ist einer Großmacht nicht würdig."

Am Nachmittag beraten die EU-Botschafter in Brüssel über eine weitere Sanktionsrunde, bei der die EU erstmals ganze russische Wirtschaftszweige einbeziehen würde. Die USA haben angekündigt, danach ihre Sanktionen ebenfalls zu verschärfen.

11:00 Uhr: MH17-Abschuss möglicherweise Kriegsverbrechen

Der mutmaßliche Abschuss des malaysischen Flugzeugs über der Ostukraine könnte nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein Kriegsverbrechen darstellen. Das geht aus einem aktuellen UN-Bericht hervor. "Dieser Verstoß gegen internationales Recht könnte unter den derzeitigen Umständen einem Kriegsverbrechen gleichkommen", erklärte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Es werde alles unternommen, um die Verantwortlichen für den Absturz der Passagiermaschine vor Gericht zu bringen. Das Rote Kreuz hatte vergangene Woche den Konflikt im Osten der Ukraine erstmals als Bürgerkrieg eingestuft.

Dem UN-Bericht zufolge ist die Zahl der in den Auseinandersetzungen zwischen Armee und pro-russischen Separatisten Getöteten in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen: "Stand 26. Juli wurden mindestens 1129 Menschen getötet und 3442 verletzt." In einem UN-Bericht vom 18. Juni lag die Zahl der seit April Getöteten noch bei 356.

Pillay verurteilte zudem den Einsatz "schwerer Waffen in Wohngebieten" durch beide Konfliktparteien. Den Rebellen warf sie vor, in den von ihnen eroberten Gebieten eine "Herrschaft des Terrors" errichtet zu haben. Zivilisten würden von den Rebellen entführt, gefoltert und ermordet.

10:11 Uhr: MH17-Absturz: UN sollen das Ruder übernehmen

Nach dem mutmaßlichen Abschuss der Passagiermaschine MH17 hat sich Russland für Ermittlungen unter der Ägide der Vereinten Nation ausgesprochen. Eine solche Untersuchung sollte möglichst schnell beginnen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. "Dafür sollte der Weltsicherheitsrat eine entsprechende Entscheidung treffen", betonte Lawrow. Eine UN-Mission in dem von blutigen Kämpfen erschütterten Gebiet könne die nötige Sicherheit für Ermittlungen garantieren, meinte Lawrow.

Russland sehe mit Besorgnis, dass einige Beteiligte versuchten, mit der Ukraine auf bilateralem Weg eine Untersuchung der Tragödie zu vereinbaren. Er warnte davor, dass Spuren verwischt werden könnten. Russland gibt der Ukraine die Verantwortung für den Flugzeugabsturz. Die Ukraine dagegen wirft den prorussischen Separatisten die Tragödie vor.

09:52 Uhr: Ermittler brechen erneut zur Absturzstelle auf

Internationale Ermittler haben erneut versucht, zur Absturzstelle der malaysischen Passagiermaschine vorzudringen. Teams aus australischen und niederländischen Polizisten brachen am Morgen aus der Separatisten-Hochburg Donezk auf, wie ein AFP-Reporter berichtete. In der Umgebung der Stadt waren Schüsse zu hören, in der Nacht hatte es auch Granatfeuer gegeben. Am Sonntag hatten die Ermittler eine geplante Erkundung des Unglücksorts wegen anhaltender Gefechte aus Sicherheitsgründen absagen müssen. Die Absturzstelle liegt rund 60 Kilometer östlich von Donezk.

Der Vize-Chef der australischen Bundespolizei, Andrew Colvin, hatte vor dem erneuten Versuch am Montag im australischen Fernsehen davor gewarnt, dass sich der Einsatz angesichts der Gefechte zwischen Armee und Rebellen in der Region weiter verzögern könnte. Er beharrte darauf, dass die australischen Polizisten unbewaffnet blieben und sich auf die Ermittlungen vor Ort beschränkten. Die australische Außenministerin, Julie Bishop, sagte am Sonntag nach ihrer Ankunft in Kiew, es würden keine Schritte unternommen, welche die Ermittler in Gefahr bringen könnten.

Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur mit 298 Menschen an Bord abgestürzt, darunter 193 Niederländer und 28 Australier. Die Regierung in Kiew und westliche Staaten werfen den prorussischen Separatisten vor, Flug MH17 mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben.

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