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UN beklagen Angriffe auf Zivilisten "Das Maß ist voll"

Der Kampf um Gaza tobt weiter. Viele Menschen sterben. Die UN will das nicht mehr hinnehmen. Am Pranger steht im Moment vor allem Israel. 

Die Vereinten Nationen haben nach dem Beschuss einer UN-Schule im Gazastreifen ein Ende der Gewalt gefordert. "Das Maß ist voll", sagte der stellvertretende UN-Generalsekretär Jan Eliasson am Mittwoch in New York. Die 1,8 Millionen Menschen in dem Küstengebiet hätten keine Chance, den Angriffen zu entkommen. Selbst wenn Israel davor warne und Zivilisten zum Verlassen von Zielgebieten auffordere, fänden sie keinen Ausweg. Es gebe nur sehr wenige sichere Plätze im Gazastreifen.

In dem Palästinensergebiet waren am Mittwoch bei dem Beschuss einer UN-Schule mindestens 15 Menschen getötet worden. Die UN versuchen, mehr als 200.000 Menschen in ihren Gebäuden Schutz vor den Kämpfen zwischen Israel und der Hamas zu bieten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff als abscheulich und nicht zu rechtfertigen. "Nichts ist beschämender als schlafende Kinder anzugreifen", sagte Ban bei einem Besuch in Costa Rica. Nach Angaben der UN war es die fünfte UN-Schule, die während des seit 23 Tagen anhaltenden Konflikts angegriffen wurde. Israel und die Vereinten Nationen hatten der radikalislamischen Hamas vorgeworfen, UN-Schulen als Waffenlager zu missbrauchen. Israel betont zudem, Anwohner unter anderem per Telefon, SMS und mit Flugblättern vor Angriffen zu warnen.

Israels längster Krieg seit 2006

Der Luftangriff mit mindestens 15 Toten ereignete sich über Dschabalia im nördlichen Gazastreifen, wie ein Sprecher der palästinensischen Rettungsdienste mitteilte. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, eine vorläufige Untersuchung des Vorfalls habe ergeben, dass militante Palästinenser in der Nähe der Schule Mörsergranaten auf israelische Soldaten abgefeuert hätten. Die Truppen hätten das Feuer erwidert.

In Dschabalia leben mehr als 100.000 Palästinenser, die als Folge der früheren israelisch-arabischen Kriege heimatlos sind. Das Lager gilt als überfüllt. Nun herrscht noch mehr Enge, weil Zehntausende Palästinenser aus anderen Teilen der Mittelmeer-Enklave vor den israelischen Attacken dorthin flüchteten. 

Der seit dem 8. Juli andauernde Militäreinsatz in dem Palästinensergebiet ist inzwischen Israels längster Krieg seit 2006. Er dauert schon länger als die Konflikte im Gazastreifen in den Jahren 2009 und 2012.

Seit Beginn der Offensive starben nach neuesten Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 1283 Menschen, etwa 7200 wurden verletzt. Laut israelischem Militär starben 53 Soldaten und 3 Zivilisten, 2670 Raketen seien seit dem 8. Juli auf israelisches Territorium abgefeuert worden.

DRK wirft Israel und der Hamas Völkerrechtsverstöße vor

Israels Sicherheitskabinett wollte derweil in Tel Aviv erneut über eine Waffenruhe im Gazastreifen beraten. Auch die Möglichkeit einer Ausweitung der Offensive stehe zur Debatte, berichteten israelische Medien. Der israelische Rundfunk meldete, ein türkischer Gesandter sei nach Israel gekommen, um sich für eine Waffenruhe einzusetzen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rief Israelis und militante Palästinenser auf, umgehend die Kämpfe einzustellen. "Beide Seiten sind aufgerufen, einer sofortigen humanitären Feuerpause zuzustimmen und den Weg der Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe auf der Basis des ägyptischen Vorschlages wieder aufzunehmen", erklärte der SPD-Politiker.

Ägypten hatte vor einigen Tagen einen Vorschlag zur Waffenruhe gemacht, den die im Gazastreifen herrschende Hamas aber abgelehnt hatte. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) warf Israel und der Hamas Völkerrechtsverstöße im Gaza-Krieg vor. "Es ist sicher so, dass auf beiden Seiten Verletzungen des humanitären Völkerrechts erkennbar sind. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel ist nicht in jedem Falle gewahrt", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der "Märkischen Allgemeinen Zeitung".

Chile und Peru äußerten sich besorgt über die Lage in Nahost und riefen ihre Botschafter in Israel zu Konsultationen zurück. Die fünf Staaten des südamerikanischen Mercosur-Blocks riefen bei ihrem Gipfel in Caracas zum sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen auf. Israel begründet seine Offensive mit dem anhaltenden Raketenbeschuss radikaler Palästinenser. Zerstört werden soll auch das Tunnelsystem der Hamas.

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