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Angriffe auf Gaza-Streifen Israel erklärt Feuerpause für gescheitert

72 Stunden sollte die Feuerpause zwischen Israel und der Hamas halten. Nach nur wenigen Stunden berichten die Streitparteien über neue Gefechte. Israel befürchtet nun die Entführung eines Soldaten.

Wenige Stunden nach Beginn ist die Waffenruhe im Gazastreifen bereits wieder gescheitert. Israel warf militanten Palästinensern die Entführung eines Soldaten vor und erklärte die eigentlich für drei Tage vereinbarte Kampfpause für beendet. Die palästinensische Hamas-Bewegung warf ihrerseits Israel den Bruch der Vereinbarung vor, nachdem in Rafah durch israelischen Artilleriebeschuss zahlreiche Menschen getötet worden waren.

Die 72-stündige humanitäre Kampfpause war in der Nacht zu Freitag unter internationalem Druck zwischen Israel und der Hamas vereinbart worden. Sie sollte die Bergung der Toten, die Behandlung der Verletzten und die Reparatur der beschädigten Wasser- und Stromversorgung erlauben. Auch sollte sie ermöglichen, dass sich die Bevölkerung mit Lebensmitteln eindeckt. Zugleich sollte die Feuerpause Zeit schaffen für Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe in Kairo.

Zahlreiche Tote bei Bombardement

Nachdem es bis kurz vor Beginn der Feuerpause noch heftige Kämpfe gegeben hatte und die Hamas mehrere Raketen auf Israel gefeuert hatte, war es nach Inkrafttreten der Waffenruhe zunächst ruhig in dem Küstengebiet. Bereits Stunden später feuerte die israelische Armee jedoch erneut mit Artillerie auf die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens. Bei dem massiven Bombardement wurden nach Angaben der örtlichen Rettungskräfte mindestens 35 Menschen getötet.

Die Hamas feuerte ihrerseits erneut Raketen und Granaten auf den Süden Israels. Am Nachmittag sagte Armeesprecher Peter Lerner dann auf Anfrage, die Feuerpause sei vorbei und der Militäreinsatz am Boden werde fortgesetzt. Er begründete dies unter anderem damit, dass ersten Hinweisen zufolge im Süden des Küstengebiets ein Soldat bei einem Einsatz zur Zerstörung von Tunneln der Hamas "von Terroristen entführt" wurde.

Gegenseitige Anschuldigungen

Der Hamas-Sprecher Fausi Barhum erklärte kurze Zeit später, Israel habe die Waffenruhe verletzt. Der "palästinensische Widerstand" habe daraufhin, sein Recht zur Selbstverteidigung genutzt, um das Massaker am palästinensischen Volk zu stoppen. Ein Sprecher des Islamischen Dschihad sagte, die ägyptische Regierung habe die Organisation informiert, dass Israel die geplanten Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand wegen der angeblichen Entführung verschoben habe.

Auch frühere humanitäre Kampfpausen, die Israel oder die Hamas ausgerufen hatten, waren rasch wieder gebrochen worden. Internationale Bemühungen um einen dauerhaften Waffenstillstand brachten bisher ebenfalls keinen Erfolg. Ein ägyptischer Vorschlag für eine Waffenruhe war zwar von Israel angenommen worden, nicht aber von der Hamas. Die islamistische Bewegung fordert insbesondere die Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens.

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