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Kampf gegen Dschihadisten Frankreich liefert Waffen an irakische Kurden

Während die Europäer sich nicht auf eine gemeinsame Irak-Linie einigen können, schafft Frankreich Fakten. Präsident François Hollande genehmigte sofortige Waffenlieferungen.

Nach den USA will nun auch Frankreich die kurdischen Truppen im Irak mit Waffen für den Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat versorgen. Eine Lieferung werde in den "kommenden Stunden" mit Einverständnis der Regierung in Bagdad erfolgen, teilte das Büro von Präsident François Hollande am Mittwoch mit. 

Die Waffenlieferung sei eine Reaktion auf das "dringende Bedürfnis" der Kurden nach Unterstützung im Kampf gegen die Extremisten, hieß es. Zu Art der gelieferten Waffen gab es zunächst keine Angaben. Frankreich hatte in den vergangenen Tagen erfolglos versucht, eine europäische Einigung zum Thema auf den Weg zu bringen.

Die USA verstärkten unterdessen ihr militärisches Engagement im Irak. Rund 130 weitere US-Militärberater trafen nach Angaben von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel im Norden des Landes ein. Sie seien bereits am Dienstag in Erbil angekommen, sagte Hagel dem Politikportal "Politico.com". Erbil ist die Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiete. Mit der Entsendung steigt die Zahl der im Irak stationierten US-Soldaten auf fast 1000. Laut Hagel sollen die neuen Berater feststellen, welche weiteren Schritte beim humanitären Einsatz zum Schutz der Flüchtlinge unternommen werden können. An Kampfhandlungen sollen sie sich seinen Angaben zufolge nicht beteiligen. Die USA würden keine Kampftruppen entsenden, bekräftigte Hagel.

Obama schließt Kampfeinsatz am Boden aus

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor bereits rund 300 Soldaten in das Land geschickt, um irakische Sicherheitskräfte zu unterstützen und die US-Botschaft in Bagdad zu schützen. Einen Kampfeinsatz bewaffneter Bodentruppen schloss er mehrfach aus. Beobachter fürchten jedoch, dass die USA erneut in den Irak-Krieg hineingezogen werden könnten, den Obama vor mehr als zweieinhalb Jahren für beendet erklärt hatte.

Die Terrorgruppe IS hatte vor rund zehn Tagen weitere Gebiete nördlich und westlich der irakischen Millionenstadt Mossul eingenommen. Nach Angaben der UN flohen nach dem erneuten IS-Vormarsch rund 200.000 Menschen vor den Extremisten. Die meisten gehören zur religiösen Minderheit der Jesiden. Zehntausende Menschen haben in den kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak und in Syrien Zuflucht gefunden. Bis zu 30.000 Flüchtlinge sollen noch im kargen Sindschar-Gebirge westlich von Mossul eingeschlossen sein.

Die USA hatten in den vergangenen Tagen mehrere Luftangriffe gegen IS-Stellungen in der Region geflogen. Amerikanische und britische Flugzeuge warfen Hilfslieferungen über dem Sindschar-Gebirge ab. Die Luftschläge gegen die Terrorgruppe sind nach Ansicht kurdischer Kämpfer aus Syrien wirkungslos. Um die IS-Extremisten zu vertreiben und die Zivilisten zu schützen, seien effektive Angriffe gegen IS-Stellungen nötig, teilte ein Sprecher der in Syrien ansässigen kurdischen Volksschutzeinheiten über Twitter mit. Die Milizen sind mit der verbotenen türkischen Arbeiterpartei PKK verbündet und kämpfen gemeinsam mit irakischen Kurden gegen die IS-Extremisten. Auch das Pentagon hatte zuvor eingeräumt, bisher hätten die Luftangriffe die IS-Extremisten nicht entscheidend geschwächt. Die im Sindschar-Gebirge eingeschlossenen Flüchtlinge seien nicht unmittelbar von Angriffen durch die Terrorgruppe bedroht, erklärte der Sprecher weiter. "Aber die humanitäre Lage ist schlimm, es gibt keine Nahrung, keine medizinische Hilfe und kein Wasser."

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