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Krise in der Ukraine Konvoi aus Russland steckt vor der Grenze fest

Im Osten der Ukraine leiden viele Menschen. Ein großer Konvoi aus Moskau soll Hilfe in die Krisenregion bringen. Die Kolonne hat die Grenze nahe Luhansk erreicht - doch sie darf nicht ins Land.

Die notleidenden Menschen in der ukrainischen Konfliktregion Donbass warten weiter auf Hilfe. Der umstrittene russische Konvoi mit Essen und Stromgeneratoren stand immer noch vor der Grenze nahe Luhansk. Die prowestliche Regierung in Kiew schickte eine Lastwagenkolonne mit rund 800 Tonnen Hilfsgütern nach Donezk und Luhansk los. Es herrschte weiter Streit um ein internationales Mandat für die Hilfe aus Moskau.

Kremlchef Wladimir Putin forderte mit Nachdruck ein Ende der Gefechte in der Ukraine. "Das Land ist in blutigem Chaos versunken, in einem mörderischen Bruderkrieg", sagte Putin bei einem Besuch auf der Krim. Insgesamt seien 75 Lastwagen aus Donezk, Charkow und Dnjepropetrowsk unterwegs ins Krisengebiet, sagte Irina Geraschtschenko von der Präsidialverwaltung. Trotz heftiger Kämpfe sollten erste Lastwagen noch am Donnerstag ihr Ziel erreichen. Die Regierung tue alles, damit die Lieferungen in Luhansk ankommen. In der Großstadt mit mehr als 200.000 Einwohnern liegt seit fast zwei Wochen die Versorgung brach. Die Kämpfe zwischen ukrainischer Armee und prorussischen Aufständischen in der Konfliktregion nahmen erneut an Härte zu.

Die Zahl der Toten steigt

Beobachter sprachen von einem der verlustreichsten Tage seit Beginn der "Anti-Terror-Operation" Mitte April. Die Regierungstruppen bombardierten die Großstadt Donezk, sagte Separatistenanführer Andrej Purgin der Agentur Interfax.

In der Ortschaft Sugres westlich von Donezk wurden mindestens 15 Menschen getötet, darunter drei Kinder. 32 Menschen wurden verletzt. Seit Wochenbeginn wurden den Angaben zufolge im Donbass mehr als 70 Zivilisten getötet und mehr als 110 verletzt.

Auch in Luhansk gab es nach Darstellung des Stadtrats zahlreiche Tote. Die ukrainische Armee meldete ebenfalls Verluste. Neun Soldaten seien bei Gefechten getötet worden, 18 verletzt worden, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew. An 20 Orten habe es Kämpfe mit den Aufständischen gegeben.

Eine der Folgen des Ukraine-Konflikts ist ein Handelsstreit zwischen dem Westen und Russland. Beide Seiten belegten sich gegenseitig mit Sanktionen. Auch das ukrainische Parlament verabschiedete ein Sanktionspaket gegen Russland in zweiter Lesung. 

Kiew will den Konvoi in die Hände des Roten Kreuzes geben

Russlands Präsident Putin forderte bei einem Treffen mit Ministern und Abgeordneten auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim ein Ende des Tötens in der Ostukraine. Die Lage in der Ukraine sei eine humanitäre Katastrophe. "Russland wird alles in seiner Macht stehende tun, um die Kämpfe so schnell wie möglich zu beenden", betonte er.

Russland hat rund 2000 Tonnen Hilfsgüter Richtung Krisengebiet auf den Weg gebracht, darunter Medikamente, Lebensmittel und Stromgeneratoren. Der drei Kilometer lange Zug weißer Lastwagen hatte zuletzt wegen eines Streits mit der Ukraine um die Abwicklung der Hilfsmission die Route geändert und fuhr in die Nähe eines Grenzübergangs bei Luhansk. Von dort kann der Konvoi direkt auf ein Gebiet fahren, das von den Separatisten kontrolliert wird. Eine Route über Charkiw wurde verworfen, weil Kiew Angriffe von Radikalen auf den Konvoi fürchtet.

Kiew will die russischen Hilfsmittel nur unter Kontrolle des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ins Land lassen, wie Sozialministerin Ljudmilla Denissowa bekräftigte. Dafür müssten die Waren der Hilfsorganisation an der Grenze übergeben werden. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach mit seinem ukrainischen Kollegen Pawel Klimkin am Telefon über den Konflikt um den Konvoi aus Moskau. Der Hilfstransport aus Moskau ist umstritten, weil die proeuropäische Regierung in Kiew Russland im Ostukraine-Konflikt als Aggressor ansieht. Moskau wies Vorwürfe zurück, der Konvoi könnte Waffen für die prorussischen Separatisten enthalten.

Nach dem Absturz des malaysischen Flugzeugs MH17 seien bisher 100 der 298 Opfer identifiziert, teilten die Justizbehörden in Charkow mit. Malaysia erklärte den 22. August zum nationalen Trauertag für die Opfer des Unglücks.

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