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Eskalation am Donbass Ukrainische Armee greift russischen Konvoi an

Die Angst vor einem Krieg in der Ukraine geht um. Nachdem die NATO den "Einfall" einer russischen Militärkolonne in die Ukraine bestätigte, meldet die Ukraine den Beschuss der Armeefahrzeuge.

Ukrainische Truppen haben einen Konvoi russischer Panzerfahrzeuge in der Ostukraine angegriffen. Die Kolonne, die in der Nacht zu Freitag auf ukrainisches Territorium eingedrungen sei, sei größtenteils zerstört worden, sagte Präsident Petro Poroschenko dem britischen Premierminister David Cameron laut einer Mitteilung des Präsidialamts in Kiew. Die Ausrüstung sei teilweise zerstört worden. Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben die Furcht von einem Krieg zwischen den Nachbarn geweckt. Nach Bekanntwerden des Angriffs auf die Panzerfahrzeuge gaben die Börsen in Europa nach.

Russland bestritt die ukrainische Darstellung, dass Truppen die Grenze überschritten hätten. Das Außenministerium in Moskau warf der Führung in Kiew vor, russische Hilfslieferungen in die Ostukraine stören zu wollen. Die 280 Lkw dieses Hilfskonvois für die von prorussischen Separatisten gehaltenen Gebiete wurden zunächst von ukrainischen Grenzschützern auf russischem Territorium kontrolliert.

Der Sprecher des ukrainischen Militärs, Andrij Lysenko, sagte vor Journalisten, die Lage im Konfliktgebiet werde immer angespannter. Die ukrainischen Soldaten, die gegen die Separatisten vorgingen, würden auch von russischem Gebiet aus beschossen.

Appelle aus der EU

Der französische Präsident Francois Hollande rief Russland auf, die territoriale Unversehrtheit der Ukraine zu respektieren. Beide Seiten müssten alles tun, um eine Eskalation zu verhindern. Cameron forderte Russland auf, seine Bereitschaft zu einer friedlichen Lösung zu zeigen. Der Hilfskonvoi dürfe nicht als Vorwand für Provokationen genutzt werden.

Die EU-Außenminister, die in Brüssel unter anderem über die Krise in der Ukraine berieten, erklärten, sie würden eine einseitige militärische Aktion Russlands in der Ukraine als eklatanten Bruch des Völkerrechts werten. Sie seien zunehmend besorgt über die Entwicklung in der Ukraine und über die Auswirkungen für die Zivilbevölkerung, erklärten die Außenminister der 28 EU-Staaten. Die EU sei bereit, weitere Sanktionen gegen Russland zu prüfen.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einem "russischen Übergriff" auf das Gebiet der Ukraine. Das bestätige, dass es einen kontinuierlichen Fluss von Waffen und Kämpfern aus Russland in die Ostukraine gebe. "Das ist eine klare Demonstration fortgesetzter russischer Beteiligung an der Destabilisierung der Ostukraine", sagte er in Kopenhagen.

Die britische Zeitung "The Guardian" hatte von 23 russischen Schützenpanzern berichtet, die in der Nacht die Grenze durch eine Lücke im Zaun überquert hätten. Ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte hatte dazu erklärt, dies passiere praktisch jede Nacht, um die Ukraine zu provozieren. "Die vergangene Nacht war da keine Ausnahme", sagte der Sprecher. "Einige gepanzerte Fahrzeuge sind rübergekommen."

Verhandlungen über Hilfskonvoi

Zugleich verhandelten der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Pawlo Klimkin nach russischen Angaben weiter über den Hilfskonvoi. Das Außenministerium in Moskau warf der ukrainischen Armee vor, durch eine "Intensivierung ihrer militärischen Aktionen" Lieferungen von humanitären Hilfsgütern aus Russland zu stören. In der Erklärung wurde zu einer Feuerpause aufgerufen.

Video: BILD-Reporter Ronzheimer berichtet aus Dnepropetrowsk

Am Morgen hatten ukrainische Grenzschützer damit begonnen, den russischen Hilfskonvoi zu kontrollieren. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärte, der Hilfskonvoi werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Lastwagen sollen unter der Obhut des IKRK in die zwischen Rebellen und Regierungstruppen umkämpften Gebieten fahren. Dort sollen Mitarbeiter der Organisation die Hilfsgüter verteilen. Vorher benötige das IKRK aber noch Sicherheitsgarantien aller Konfliktparteien. Russland und die Ukraine müssten zudem versichern, dass es allein um humanitäre Hilfe gehen. Die ukrainische Grenzbehörde ließ offen, wann die Inspektion der Lkw beendet sein und der Konvoi die Grenze überqueren könnte.  

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