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Zweifel an der Identität des Killers Wer brachte James Foley wirklich um?

Es war ein Video, das die Welt schockte. Vor laufender Kamera brachte ein Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat den US-Journalisten James Foley um. Doch stimmt das? Die Zweifel wachsen.

Nach der brutalen Ermordung des US-Journalisten James Foley geht die Jagd nach seinem Mörder weiter. Zuletzt hieß es, dass britische Geheimdienste kurz davor seien, den mutmaßlichen Täter zu identifizieren. "Ich kann nichts Genaues sagen, aber ich weiß von meinen Kollegen, dass wir kurz davor stehen", sagte der britische Botschafter in den USA, Peter Westmacott, dem US-Sender CNN. Die Zeitung "Sunday Times" hatte zuvor berichtet, britische Geheimdienste hätten den Mann bereits identifiziert. Dieser sprach im Video mit einem starken Londoner Akzent. Nach Zeitungsberichten könnte es sich bei ihm um Abdel-Majed Abdel Bary handeln. Der 24-Jährige hatte in Großbritannien als DJ "L Jinny" gearbeitet.

Mittlerweile sind jedoch Zweifel aufgetaucht, dass es wirklich Bary war, der Foley tötete. CNN berichtete von Ungereimtheiten in dem Video der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS). So stehe  - nach einem Schnitt - ein anderer Mann neben Foley als zu Beginn des Clips. Dieser habe eine andere Statur und benutze ein unterschiedliches Messer. Zudem scheine es sich zunächst um einen Rechts-, später jedoch um einen Linkshänder zu handeln.

Die britische Tageszeitung "The Times of London" geht einen Schritt weiter. Dort wird behauptet, dass das Video überhaupt nicht die Enthauptung des US-Amerikaners zeige. Die Zeitung beruft sich auf einen Rechtsmediziner, der davon ausgeht, dass Foley nicht vor laufender Kamera, sondern zu einem späteren Zeitpunkt ermordet wurde.

Der US-Journalist war im November 2012 im Norden Syriens verschleppt worden. Am vergangenen Dienstag stellte die IS-Miliz ein Video ins Internet, das die Enthauptung des 40-Jährigen zeigt. Sie bezeichnete die Hinrichtung als Reaktion auf von US-Präsident Barack Obama angeordnete Luftangriffe auf IS-Stellungen im Irak. 

Großbritannien tue alles, um den Mann zu identifizieren, sagte Botschafter Westmacott. Dabei würden modernste Technologien wie etwa zur Stimmerkennung eingesetzt. Die Regierung in London geht nach Angaben des Botschafters davon aus, dass etwa 500 britische Staatsbürger in Syrien und im Irak an der Seite von Dschihadisten kämpfen.

Der britische Außenminister Philip Hammond schrieb in einem Beitrag für die "Sunday Times", die Hinrichtung Foleys sei ein "vollkommener Verrat an unserem Land". Die Vorstellung, dass der Täter dieses "abscheulichen Verbrechens" in Großbritannien aufgewachsen sei, sei "entsetzlich".

Großbritannien diskutiert über Terrorbekämpfung

Foleys Ermordung hat in Großbritannien die Debatte über den Umgang mit mutmaßlichen Dschihadisten neu entfacht. Londons Bürgermeister Boris Johnson verlangte eine härtere Gangart. In einem Beitrag für den "Daily Telegraph" forderte der Politiker aus Premierminister David Camerons Konservativer Partei, die sogenannten Control Orders wieder einzuführen. Damit könnten mutmaßliche Terroristen auch ohne Beweis massiv in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden.

Ein entsprechendes Gesetz war 2005 nach den Terroranschlägen in der Londoner U-Bahn eingeführt, 2011 aber deutlich gelockert worden. Johnson will noch weiter gehen und mutmaßlichen Dschihadisten im Ausland die britische Staatsangehörigkeit entziehen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte vor ihm bereits der konservative Parlamentarier David Davis gemacht.

Johnson schlug ebenfalls vor, Briten, die ohne nachvollziehbaren Grund nach Syrien oder in den Irak reisen, grundsätzlich als mutmaßliche Terroristen anzusehen. Sie selbst müssten diese Annahme widerlegen. Die Sichtweise des konservativen Bürgermeisters wird in Großbritannien kontrovers diskutiert.

Das Innenministerium in London geht derzeit von mehr als 500 Personen mit britischem Pass aus, die in Ländern wie Syrien oder dem Irak als Kämpfer unterwegs sind. Die meisten lebten vorher in London.

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