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Web-Attacke sorgt für Wirbel Der Kampf der Hacker gegen radikale Muslime

Eine radikal-islamische Organisation singt ein Loblied auf den Märtyrertod. Das kann eine Gruppe von Computerfreaks nicht mehr hören. Sie schlägt zurück – und hat auf ganzer Linie Erfolg.

Die Bilder, die zurzeit vom Islamischen Staat gesendet werden, sind brutal und menschenverachtend. Trauer und Wut erzeugen sie. Radikal-islamische Vereine im Westen haben es schwer, ihre seit Jahren gepredigten Überzeugungen im gleichen Duktus zu äußern. Bei den Eidgenossen zum Beispiel wird in diesen Tagen und Wochen der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) stärker beäugt als je zuvor.

Der IZRS ist eine radikal-islamische Organisation, die vor fünf Jahren gegründet wurde. Sie hat zum Ziel eine strikte Auslegung des Korans. In seinen Statuten gibt der IZRS vor, Vorurteile in der Bevölkerung gegen den Islam abbauen zu wollen.

Doch konterkarieren die Statuten mit der strengen Auslegung des Korans. Diese Unvereinbarkeit offenbarte sich vor wenigen Wochen in einem Blogbeitrag von Abdel Azziz Qaasim Illi, dem Sprecher des IZRS. Dieser verherrlichte im Blog des IZRS konsequent den "islamischen Widerstandskämpfer", dessen Einsatz "mit dem Sieg oder seinem Martyrium" ende.

"Der Märtyrertod ist etwas Edles"

Als ihn das Schweizer Newsportal "20 Minuten" auf seinen Beitrag ansprach, antwortete er: "Der Märtyrertod ist etwas Edles – aus Sicht des Kämpfers. Ich beschreibe den islamischen Widerstandskämpfer – das gehört zum Weltbild des Islam. Wenn jemand auf dem Weg Allahs fällt, im Kampf gegen den Feind, dann wird er zum Märtyrer."

Die Worte von Illi verhallten nicht ungehört. Wie "20 Minuten" nun berichtet, hat es einen Angriff auf die Webseite des IZRS gegeben. Am Montag war die Seite der Organisation zeitweise nicht erreichbar. Demnach wurde izrs.ch Opfer einer Attacke durch Hacker. "20 Minuten" liegt ein Bekennerschreiben von anonymen Hackern vor. Darin schreiben die Unbekannten, sie hätten nicht bloß den Server lahmgelegt: Die Hacker hätten sich "gezwungen" gesehen, dem IZRS eine "Warnung zukommen zu lassen". Das Schweizer Medium zitiert die Angreifer mit den Worten: "Wir haben heute ihre Website ... gehackt und vom Netz genommen. Alle Daten, die sich auf dem Server befunden haben, wurden von uns heruntergeladen und gesichert."

Hacker stellen Forderungen

Die anonymen Hacker würden darin zudem den IZRS erpressen, so das Blatt weiter. "Wir fordern Sie hiermit auf, sich Öffentlich [sic] in den Medien von jeglicher Art und Weise des Terrorismuses [sic] zu distanzieren und diesen zu verurteilen", zitiert "20 Minuten" aus dem Schreiben.

Außerdem würden die Hacker den IZRS auffordern, "jegliche Aktivitäten für den sog. Heiligen Krieg im Irak oder Syrien sofort einzustellen". Falls der IZRS diesen Forderungen nicht nachkomme, würden die Hacker "sämtliche Relevanten Daten von Ihrem Server veröffentlichen". Es sei die "erste und sogleich letzte Warnung" der Erpresser.

Sprecher Illi gab auf Anfrage von "20 Minuten"  zu, dass er nicht wisse, ob Daten vom Server entwendet worden seien: "Wir können das zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen." Den Forderungen der anonymen Hacker werde man sicher nicht nachkommen: Erstens habe sich der IZRS – der in letzter Zeit wiederholt in die Schlagzeilen geraten war, unter anderem weil er den heiligen Krieg glorifizierte – "mehrfach von Gewalt und Terrorismus distanziert". Und zweitens "lassen wir uns von Kriminellen nichts vorschreiben", sagte Illi zu "20 Minuten". Sein Verband wolle nun gegen unbekannt Klage einreichen.

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