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Im Irak IS setzt Kinder als Selbstmordattentäter ein

Der Irak hat eine neue Regierung - wichtigste Aufgabe bleibt der Kampf gegen den IS-Terror. Die UN berichtet unterdessen, selbst Kinder würden von den Milizen zu Selbstmordattentaten gezwungen.

Inmitten der Kämpfe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist im Irak eine neue Regierung vereidigt worden. Die Mitglieder des neuen Kabinetts von Ministerpräsident Haider al-Abadi legten im Parlament ihren Amtseid ab, wie die unabhängige Nachrichtenseite Al-Sumaria News berichtete. Al-Abadi bezeichnete in seiner Antrittsrede den Kampf gegen die IS-Extremisten als wichtigste Aufgabe.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die USA begrüßten die Regierungsbildung als wichtigen Schritt auf dem Weg zu Stabilität und Frieden. Zugleich warfen die UN den IS-Extremisten vor, Kinder als Selbstmordattentäter einzusetzen. Der bisherige Regierungschef Nuri Al-Maliki galt als Hemmnis für eine Aussöhnung der verschiedenen Volksgruppen im Land. Der seit den Wahlen im Frühjahr andauernde Machtkampf in der Hauptstadt Bagdad hatte letztlich auch den IS-Vormarsch in weite Teile des Landes begünstigt. 1,6 Millionen Iraker sind mittlerweile nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR auf der Flucht vor den Extremisten. Al-Abadi war Mitte August mit der Regierungsbildung betraut worden.

Posten für das Innen- sowie das Verteidigungsressort wurden noch nicht vergeben. Al-Abadi habe sich eine weitere Woche Bedenkzeit für deren Besetzung erbeten, berichtete der irakische Fernsehsender Al-Sharqiya. Das Regierungsprogramm wurde nach Angaben von Al-Sumaria News mit 177 von 289 Stimmen angenommen. Al-Maliki, der sich Anfang August zum Verzicht auf das Ministerpräsidentenamt bereiterklärt hatte, wurde zum neuen Vize-Präsidenten ernannt. Insgesamt waren nach Al-Sharqiya unter Berufung auf Parlamentssprecher Salim al-Dschaburis 289 der 328 Abgeordneten zur Sitzung erschienen.

Kinder als Selbstmordattentäter

Einige sunnitische Abgeordnete seien der Abstimmung aus Protest gegen die schiitische Partei Al-Abadis ferngeblieben. Zuvor hatte auch ein Streit mit kurdischen Abgeordneten die Regierungsbildung gefährdet. Die Parlamentarier wollten Al-Abadi mehr Zugeständnisse für die kurdische Autonomieregion im Nordirak abringen. Kurdische Peschmerga-Soldaten hatten in den letzten Wochen die Provinzen gegen IS-Angriffe verteidigt, nachdem irakische Truppen geflohen waren. US-Präsident Barack Obama gratulierte dem neuen Ministerpräsidenten Al-Abadi telefonisch.

US-Außenminister John Kerry lobte die Regierungsbildung als Eckpfeiler im Anti-IS-Kampf. Zugleich wies er darauf hin, dass dieser möglicherweise noch Monate oder Jahre dauern könne. UN-Generalsekretär Ban rief dazu auf, das Regierungsprogramm, das die Belange aller Volksgruppen beachten soll, rasch umzusetzen. Die UN-Beauftragte für Kinder in Kriegen, Leila Zerrougui, warf den IS-Milizen derweil vor, Kinder als Selbstmordattentäter einzusetzen.

Jungen von gerade einmal 13 Jahren würden vom IS angewiesen, Waffen zu tragen, strategisch wichtige Orte zu bewachen und Zivilisten festzunehmen, sagte Zerrougui vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Andere müssten Selbstmordanschläge verüben. Seit Jahresbeginn wurden nach UN-Angaben im Irak bis zu 700 Kinder getötet oder verstümmelt. Die absolute Missachtung menschlichen Lebens von Terrorgruppen wie IS und Boko Haram erschüttere sie, sagte Zerrougui. 

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