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Hilfe für Kurden Bundeswehr schickt Ausbilder in den Irak

Die Bundeswehr schickt Ausbilder in den Irak, um kurdischen Kämpfern die Nutzung deutscher Waffen beizubringen. Im Gegenzug kommt ein Peschmerga-Kontingent nach Deutschland.

Die Bundeswehr schickt noch in diesem Monat sechs Militärausbilder in den Irak. Die Fallschirmjäger aus dem saarländischen Lebach sollen kurdischen Soldaten die Bedienung der Waffen zeigen, die Deutschland für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) liefert. Dabei gehe es um Maschinengewehre, Pistolen oder Panzerfäuste, für die eine kurze Einweisung ausreiche, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur dpa.

Die kompliziertere Ausbildung zur Bedienung der Panzerabwehrwaffen "Milan" erfolgt in der Infanterieschule im bayerischen Hammelburg. Dafür sollen etwa 30 kurdische Kämpfer nach Deutschland kommen. Ein Teil der Peschmerga solle in Hammelburg asugebildet werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Die übrigen Kurden würden in Garlstedt bei Bremen in die Benutzung von Feldküchen eingewiesen. Die Ausbildung solle Ende September stattfinden und werde etwa eine Woche dauern.

Zustimmung des Bundestages nicht nötig

Dem Einsatz der Bundeswehr-Ausbilder im kurdischen Erbil muss der Bundestag nach Angaben des Verteidigungsministeriums nicht zustimmen. Es handele sich nicht um eine bewaffnete Mission, sagte der Sprecher zur Begründung. Erbil liegt auch nicht im Kampfgebiet. Sechs deutsche Offiziere des Einsatzführungskommandos sind bereits zur Koordinierung der Waffenlieferungen in der Kurden-Hauptstadt. Die Linke kritisierte die zusätzliche Entsendung von Ausbildern ohne Einbindung des Bundestags. Dies zeige erneut, "dass Deutschland Schritt für Schritt in den Konflikt eingebunden werden soll", sagte Verteidigungsexperte Alexander Neu.

Die Bundeswehr will um den 24. September erste Waffen an die kurdische Armee schicken. Die Peschmerga-Soldaten sollen unter anderem 500 Panzerabwehrraketen, 16 000 Gewehre und mehrere Millionen Schuss Munition erhalten.

Irakische Armee will ebenfalls Waffen

Die irakische Armee erhob unterdessen ebenfalls Anspruch auf deutsche Waffen. Armeesprecher Kassim Atta sagte dem NDR in Bagdad, wenn Deutschland lediglich einen Teil der Sicherheitskräfte im Irak ausrüste, wäre das "eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks". Die geplanten Lieferungen müssten zunächst an die irakische Zentralregierung gehen, die dann einen umfassenden Plan für die Verteilung entwickeln werde. 

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