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Weiter Teil Großbritanniens Schottland sagt "No"

Schottland spaltet sich nicht von Großbritannien ab. Bei der Abstimmung über die Unabhängigkeit votierten die meisten Wähler mit "No". Die Unabhängigkeitsbewegung räumte ihre Niederlage ein.

Schottland bleibt Teil Großbritanniens. Beim Unabhängigkeitsreferendum kamen die Gegner einer Abspaltung laut amtlichem Endergebnis auf 55,3 Prozent, die Befürworter auf 44,7 Prozent. Der schottische Regierungschef Alex Salmond, der die Bewegung für die staatliche Eigenständigkeit anführte, räumte die Niederlage ein. "Wir wissen, dass es eine Mehrheit für die "Nein"-Kampagne gibt", sagte er. Damit bleibt die 307 Jahre alte Union mit England erhalten.

Die Wahlbeteiligung bei dem am Donnerstag durchgeführten Referendum lag bei 84,6 Prozent - ein Rekord. Mehr als 4,2 Millionen Schotten und damit 97 Prozent der Wahlberechtigten hatten sich registrieren lassen, zum ersten Mal waren auch 16- und 17-Jährige zugelassen. Das offizielle Endresultat wird im Laufe des Freitags erwartet.

Nationalisten wollen "sich am Schopfe packen"

Salmond rief die Schotten auf, das Ergebnis zu akzeptieren. Die Abstimmung bezeichnete er als "Triumph für den demokratischen Prozess". Die stellvertretende Regierungschefin Nicola Sturgeon sagte der BBC, sie sei "persönlich bitter enttäuscht" von den Ergebnissen. Doch müssten die schottischen Nationalisten "sich am Schopfe packen und weitergehen". Einen großen Sieg fuhr das "Nein"-Lager vor allem in Aberdeen ein, der schottischen Öl-Hauptstadt.

Die Spannung in den Tagen vor dem Referendum war immer weiter gestiegen, da die Prognosen ein Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden Lager vorhergesagt hatten. Die Gegner einer Abspaltung hatten vor allem vor wirtschaftlich negativen Folgen für das Land gewarnt. Salmond dagegen hatte gesagt, die Schotten könnten wegen der großen Ölreserven und des hohen Grads an Einfallsreichtum und Bildung eigenständig werden. Schottland könne auch alleine gedeihen und wirtschaftlich erfolgreich sein, frei von Einmischung der Regierung in London.

Immerhin erhielt Schottland durch das Referendum Versprechen aus London für größere Autonomie und mehr Macht. Viele hatten gesagt, das Referendum sei eine Kampagne "Verstand gegen Herz". Während vor allem ältere Schotten warnten, dass die Unabhängigkeit finanziell zu risikoreich sein könnte, waren viele Jüngere von der Idee, einen eigenen Staat aufzubauen, fasziniert.

Cameron bleibt Niederlage erspart

Dem britischen Premierminister David Cameron bleibt so eine historische Niederlage erspart. Auch Oppositionschef Ed Miliband profitiert, da viele aus Schottland stammende Abgeordnete im Parlament verbleiben. Ohne Unterstützung aus Schottland hätte es seine Partei auch deutlich schwerer gehabt, noch Chancen auf einen Sieg bei der Wahl 2015 zu haben.

Durch das Votum gegen die Unabhängigkeit bleibt Großbritannien der Verlust eines großen Teils seines Gebiets und seiner Ölreserven erspart. Es wurde auch davor bewahrt, für sein Atomwaffenarsenal einen neuen Stützpunkt zu finden - dieses ist derzeit in Schottland beheimatet.

Zudem braucht Großbritannien nicht mehr einen Machtverlust in der Europäischen Union und bei den Vereinten Nationen zu befürchten, was im Falle einer Abspaltung Schottlands möglich gewesen wäre. Darüber hinaus bedeutet das Votum, dass Großbritannien eine Periode finanzieller Unsicherheit vermeiden kann, die von einigen Experten im Falle einer schottischen Abspaltung vorausgesagt worden war.

"Die Chance Eures Lebens"

Bis zuletzt hatte Salmond um Unterstützung geworben. "Das ist die Chance Eures Lebens - und wir müssen sie mit beiden Händen ergreifen", hatte er in seiner letzten Wahlkampfrede am Mittwochabend gesagt. Alistair Darling, Wortführer der Unabhängigkeitsgegner, warnte dagegen: "Wenn wir für den Austritt stimmen, gibt es kein Zurück."

Auch der britische Ex-Premierminister Gordon Brown hatte sich gegen eine Abspaltung ausgesprochen. Bei dem Votum gehe es nicht darum, ob Schottland eine Nation sei, sondern darum, ob es jegliche Verbindung zum Rest Großbritanniens durchtrennen wolle.

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