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Ticker zum Kampf gegen IS Kanadas Kampfjets verhindern Dammbruch durch IS

IS bekennt sich zu Anschlag in Bagdad +++ BND: Islamischer Staat ist gefährlichste Terrororganisation +++ IS-Kämpfer lassen 93 kurdische Geiseln frei +++ Mehr im Live-Ticker.

Live-Ticker aktualisieren

06:20 Uhr: Kanadas Kampfjets zerstörten im Irak Baumaterial des IS

Die kanadischen Streitkräfte haben bei ihren ersten Luftangriffen im Irak Material der Dschihadisten zerstört, mit denen diese offenbar ein Tal überfluten wollten. Ein Sprecher der Armee sagte am Dienstag in Ottawa, insgesamt seien am Sonntag vier Ziele der Organisation Islamischer Staat (IS) angegriffen worden. Dabei wurden demnach Baugeräte sowie ein Lastkraftwagen zerstört. Ottawa hatte erklärt, sich zu den Details der Luftangriffe erst am Dienstag äußern zu wollen.

Die IS-Kämpfer hätten mit dem Material einen Staudamm am Euphrat brechen und die "Bevölkerung von Anbar zur Flucht vor der Überschwemmung zwingen" wollen, sagte Generalleutnant Jonathan Vance auf einer Pressekonferenz. Zivilisten und irakische Soldaten hätten dann über eine bestimmte Straße fliehen müssen, an der die IS-Kämpfer "Sprengsätze deponiert" hätten. Durch eine solche Überschwemmung wäre vor Ort auch die Wasserversorgung gefährdet gewesen.

Kanadische F-18-Kampfjets hatten am Sonntag in der zentralen Region Falludscha lasergesteuerte Bomben auf IS-Ziele abgeworfen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Das Parlament in Ottawa hatte Anfang Oktober den Militäreinsatz im Irak bewilligt. Kanada unterstützt damit die von den USA angeführte Militärallianz gegen die IS-Miliz.

05.11.2014

16:40 Uhr: IS bekennt sich zu Anschlag in Bagdad

Trotz starker Sicherheitsvorkehrungen sind auch in diesem Jahr während des Aschura-Fests bei Anschlägen auf Schiiten zahlreiche Menschen getötet worden, mindestens fünf in Saudi-Arabien und 16 im Irak. Zu der tödlichen Schießerei in Saudi-Arabien bekannte sich zunächst niemand, zu einem Selbstmordanschlag in Bagdad die sunnitische Miliz Islamischer Staat (IS). Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah rief die Schiiten zum Kampf gegen den IS auf.

15:45 Uhr: BND-Chef Schindler will Geheimdienst-Kooperation ausbauen

Wegen drohender Gefahren etwa durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) will der Bundesnachrichtendienst (BND) die Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten ausbauen. Ohne Kooperationen könne der BND seine Aufgaben "nicht einmal ansatzweise" erfüllen, sagte BND-Präsident Gerhard Schindler in einer nun veröffentlichten Rede auf einer Geheimdienst-Konferenz, die bereits Ende Oktober stattfand. "Die internationale Lage gleicht einem gigantischen Puzzle, und niemand hat alle Teile in der Hand."

12:25 Uhr: BND: Islamischer Staat ist gefährlichste Terrororganisation

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) die weltweit gefährlichste Terrororganisation - noch vor dem Netzwerk Al Kaida.

"Wir wissen, dass der Islamische Staat die derzeit vermögendste, bestorganisierte und bestbewaffnete terroristische Organisation ist", warnte BND-Präsident Gerhard Schindler in einer Rede bei einem Geheimdienst-Kongress in Berlin. Der IS "beherrscht und nutzt die ganze Klaviatur des Terrors, von klassischen Terroranschlägen bis hin zu großangelegten, perfekt durchgeplanten militärischen Operationen".

Was den im Irak und in Syrien operierenden IS von anderen Terrororganisationen unterscheide, "ist die enorme menschenverachtende Brutalität seines Vorgehens", sagte Schindler. Der IS nehme grundsätzlich keine Gefangene, sondern ermorde seine Gegner. Massenhinrichtungen seien an der Tagesordnung, es fänden öffentliche Kreuzigungen und Steinigungen statt. Gefangene Jesidinnen und Christinnen würden "im großen Stil mit Kämpfern des Islamischen Staates zwangsverheiratet oder als Sklavinnen gehalten", berichtete Schindler.

Dreizehn- bis Vierzehnjährige würden als Kindersoldaten in Gefechten eingesetzt. In Zusammenarbeit mit internationalen Partnerdiensten arbeite der BND daran, belastbare Erkenntisse besonders zu den aus Deutschland stammenden IS-Kämpfern zusammenzutragen.

10:45 Uhr: IS-Kämpfer lassen 93 kurdische Geiseln frei

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat offenbar 93 von ihr entführte kurdische Geiseln freigelassen. Die Zivilisten aus der seit Wochen belagerten Grenzstadt Kobane seien schon im Februar verschleppt und erst jetzt wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit. Warum sich der IS dazu entschied, sie gehen zu lassen, sei noch offen. Das Schicksal von rund 70 weiteren Geiseln ist demnach weiterhin ungeklärt.

Die insgesamt mehr als 160 kurdischen Zivilisten waren im Februar unter dem Verdacht gefangen genommen worden, sie würden der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) angehören. Deren bewaffneter Arm, die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), verteidigt Kobane seit Wochen gegen die Dschihadisten. Nach der Entführung waren die Geiseln ins nordsyrische Raka verschleppt worden, wo der IS eine seiner Hochburgen hat.

Laut der Beobachtungsstelle, die ihre von unabhängiger Seite schwer überprüfbaren Informationen von einem weit verzweigten Netz aus Informanten in Syrien bezieht, konnten 53 der nun freigelassenen Zivilisten in die Türkei ausreisen. Weitere 40 Ex-Geiseln befänden sich noch in Syrien. Ende Oktober hatte der IS bereits 25 im Mai verschleppte Schüler aus Kobane freigelassen.

06:29 Uhr Human Rights Watch: Jugendliche in Kobane von IS gefoltert 

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben nach Angaben von Human Rights Watch in der umkämpften syrischen Stadt Kobane 153 Jugendliche monatelang festgehalten und gefoltert. Befragt wurden vier zwischen 14 und 16 Jahre alte Jugendliche. Sie seien zusammen mit etwa 100 anderen vier Monate in der Hand der Kämpfer gewesen.

Etwa 250  junge Kurden wurden demnach Ende Mai auf dem Heimweg von der Schule aufgehalten. Die Mädchen wurden wenig später freigelassen, die Jungen wurden in eine Schule außerhalb der Stadt gebracht. Sie wurden laut den Zeugenaussagen wiederholt mit Kabeln geschlagen und mussten Videos von Köpfungen und Angriffen von IS-Kämpfern anschauen. Einigen Schülern sei die Flucht gelungen, der Rest sei in Etappen bis Ende Oktober freigelassen worden, hieß es weiter.

04.11.2014

12:57 Uhr: IS-Massaker an 50 Menschen im Irak

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat sollen in der westirakischen Provinz Anbar mindestens 50 Stammesmänner und Frauen in einer Reihe aufgestellt und erschossen haben. Stadtrat Faleh al-Issawi sagte, die Opfer seien im Dorf Ras al-Maa nördlich der Provinzhauptstadt Ramadi getötet worden. Die Extremistengruppe habe ihnen vorgeworfen, gegen sie Vergeltung geübt zu haben, nachdem sie aus ihren Häusern vertrieben worden seien. Ein Beamter im Büro des Gouverneurs bestätigte die Opferzahl.

Der Islamische Staat wird bereits für andere Massaker verantwortlich gemacht. Die Terrormiliz hat bei ihrem Vormarsch durch den Irak und Syrien Zivilisten, Sicherheitskräfte und Minderheiten umgebracht.

11:30 Uhr: Kurden starten neue Offensive gegen IS-Extremisten im Nordirak 

Kurdische Peschmerga haben im Nordirak eine neue Offensive begonnen, um die Stadt Sindschar aus der Gewalt der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu befreien. Die Kämpfer griffen die Extremisten aus mehreren Richtungen mit schweren Waffen an, sagte ein Vertreter der kurdischen Kräfte. Der IS habe nicht näher bezifferte Verluste erlitten.

Die Terroristen hatten die Region um Sindschar nordwestlich der Großstadt Mossul im August eingenommen und eine Massenflucht von rund 200.000 Menschen ausgelöst. Die meisten von ihnen gehörten der religiösen Minderheit der Jesiden an.  

11:05 Uhr: Peschmerga bringen sich in Kobane in Stellung

In der nordsyrischen Stadt Kobane bezogen die am Freitagabend eingetroffenen Peschmerga aus dem Nordirak ihre Positionen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. 

08:00 Uhr: Kurden schlagen offenbar erneuten IS-Angriff auf Kobane zurück

In der Nacht hat es erneut einen Angriff der  Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf die syrische Grenzstadt Kobane gegeben. Es habe in der nordsyrischen Grenzstadt in der Nacht zu Samstag heftige Gefechte gegeben, die bis zum Morgen andauerten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Der Angriff im Norden der Stadt sei aber zurückgeschlagen worden. Am Morgen habe sich die Situation dann beruhigt, doch seien weiter vereinzelte Schusswechsel und Explosionen zu hören.

Die irakischen Peschmerga-Kämpfer, die am Freitag zur Verstärkung der syrischen Kurden in Kobane eingetroffen waren, beteiligten sich den Angaben zufolge noch nicht an den Gefechten. Auch neue Luftangriffe der US-geführten Militärkoalition auf IS-Stellungen habe es nicht gegeben.

+++ Meldungen vom 31. Oktober +++

21:57 Uhr: Peschmerga-Kämpfer in Kobane eingetroffen 

Die zur Verstärkung der syrischen Kurden entsandten Peschmerga-Kämpfer aus dem Nordirak sind in Kobane eingetroffen. Ihr Konvoi habe die umkämpfte nordsyrische Stadt am Freitagabend erreicht, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Peschmerga sollen die Kurden in Kobane im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) unterstützen.

18:30 Uhr: "Hürriyet": Peschmerga prellen in der Türkei die Zeche

Auf dem Weg durch die Türkei in die umkämpfte nordsyrische Stadt Kobane haben kurdische Peschmerga-Soldaten aus dem Irak nach einem Restaurantbesuch laut einem Zeitungsbericht die Zeche geprellt. Die 80 Kämpfer pausierten auf ihrem Weg durch den mehrheitlich von Kurden bewohnten Südosten der Türkei im Lokal "Demirol" nahe der Stadt Sanliurfa, wie am Freitag die Zeitung "Hürriyet" berichtete. Dort saßen sie demnach Suppe, Kebab, Reis und Bohnen, ohne im Anschluss die Rechnung von umgerechnet 370 Euro zu bezahlen.

Einer der Restaurantbesitzer sagte der Zeitung, die Rechnung sei später von den türkischen Behörden beglichen worden. Die Verantwortlichen der Provinz Sanliurfa dementierten hingegen, die Rechnung der Peschmerga übernommen zu haben. Die Kämpfer erreichten am Donnerstagabend Suruc, den türkischen Grenzort nahe dem syrischen Kobane. 

15:45 Uhr: Schweiz vereitelt IS-Anschlag in Europa

Die Schweizer Behörden haben nach eigenen Angaben vor einem halben Jahr einen möglichen Anschlag der extremistische Miliz "Islamischer Staat" (IS) in Europa verhindert. Ende März seien drei Iraker unter dem Verdacht festgenommen worden, einen Anschlag in Europa geplant zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft am Freitag mit. Um Ermittlungen in der Schweiz und im Ausland nicht zu gefährden, seien die Festnahmen erst jetzt bekanntgegeben worden, teilte die Behörde mit. Bereits im September hatten Medien berichtet, dass drei Iraker verhaftet worden seien.

Die Strafermittler werfen den Irakern unter anderem "Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht" vor. Das Trio, das mutmaßlich den IS unterstütze, sitzt seit März in Untersuchungshaft. Anklage wurde noch nicht erhoben.

Wegen der internationalen Verflechtung des Falles arbeite die Schweiz mit europäische Behörden und mit der US-Bundespolizei FBI zusammen. Insgesamt führe die Bundesanwaltschaft gegenwärtig rund 20 Verfahren im Bereich des radikalen Dschihadismus, darunter fünf mit Syrien-Bezug.

13:55 Uhr: Irakische Truppen erobern Ölstadt teilweise zurück

Irakische Regierungstruppen haben bei ihrer Offensive gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" Teile der strategisch wichtigen Ölstadt Baidschi zurückerobert. Nach heftigen Gefechten in der Nacht seien die Soldaten gemeinsam mit schiitischen Milizen am Freitag in den Ort eingedrungen und hätten einige der südlichen Bezirke unter ihre Kontrolle gebracht, teilte ein Sprecher der Provinzregierung von Salahuddin mit.

Baidschi, rund 250 Kilometer nördlich von Bagdad, war während der Blitzoffensive des "Islamischen Staates" im Juni an die Extremisten gefallen. Die Sicherheitskräfte konnten aber verhindern, dass sie auch die dortige Ölraffinerie eroberten - die größte des Landes. Unter anderem seien nun auch der Sitz des Bürgermeisters und das Polizeirevier wieder in Händen der Sicherheitskräfte, sagte der Regierungssprecher. Die Gefechte gingen aber weiter. Opferzahlen lagen nicht vor.

10:55 Uhr: 15.000 Ausländer Seit an Seit mit dem IS

Die Zahl ausländischer Kämpfer in Syrien und im Irak hat laut einem UN-Bericht ein beispielloses Ausmaß erreicht. In den vergangenen Jahren seien rund 15.000 Dschihadisten aus 80 Ländern in die Region gereist, um dort an der Seite von Gruppen wie dem Islamischen Staat (IS) zu kämpfen, heißt es in dem UN-Bericht, aus dem die britische Zeitung "The Guardian" zitierte. Seit 2010 habe sich die Zahl der ausländischen Kämpfer im Irak und in Syrien "um ein Vielfaches" erhöht im Vergleich zu den 20 Jahren zuvor.

Den rasanten Zulauf zu Gruppen wie dem besonders radikalen IS führen die Vereinten Nationen auch auf den schwindenden Einfluss des Terrornetzwerks Al-Kaida zurück. Während die dogmatische Kommunikation Al-Kaidas potenzielle Rekruten eher abschrecke, greife der IS auf effizientere Methoden wie soziale Netzwerke zurück. Eine neue Art ausländischer Kämpfer fühle sich davon angesprochen. 

Auch aus Deutschland und zahlreichen weiteren europäischen Ländern reisen militante Extremisten in die Krisenregion. Der UN-Bericht listet die einzelnen Länder nicht auf. Aus Deutschland sollen nach Schätzungen aber zwischen 450 und 1800 Dschihadisten ausgereist sein. Die Zeitung "Washington Post" berichtete unter Berufung auf US-Geheimdienstbeamte, mehr als tausend ausländische Kämpfer reisten pro Monat nach Syrien. Dies habe sich auch durch die Luftangriffe der US-geführten Koalition auf die IS-Dschihadisten nicht geändert.

10:33 Uhr: Luftangriffe der USA auf Kobane töten mindestens 21 IS-Extremisten

Bei Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten auf die Terrormiliz Islamischer Staat in der nordsyrischen Stadt Kobane sollen mindestens 21 Extremisten ums Leben gekommen sein. Die Opfer hätten zur "Religionspolizei" des IS gehört, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch ein IS-Kämpfer aus Dänemark sei getötet worden.

Die Extremisten versuchten zugleich erneut, die Verbindung zwischen Kobane und der Türkei abzuschneiden. Die Verteidiger von Kobane warten weiterhin auf die Verstärkung aus dem Nordirak. Die 150 Peschmerga-Kämpfer halten sich in der Türkei nahe der Grenze zu Syrien für ihren Einsatz in der Stadt bereit. Eine Vorhut hatte am Donnerstag die Lage in Kobane erkundet, war dann aber wieder in die Türkei zurückgekehrt. Die Peschmerga sollen dabei helfen, die belagerte Stadt gegen die Extremisten zu verteidigen.

06:10 Uhr: Dschihadisten erobern Gasfeld in syrischer Provinz Homs 

Nach tagelangen schweren Kämpfen hat die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten die Kontrolle über ein Gasfeld in der syrischen Provinz Homs übernommen. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, dauerten die Gefechte zwischen IS-Kämpfern und syrischen Regierungstruppen am Rande des Feldes in Schaer an. Der IS kontrolliere aber das "gesamte" Gebiet, obwohl sich in den Gebäuden noch Soldaten aufhielten.

Der IS selbst erklärte im Internet ebenfalls, das Gasfeld nach mehreren Tagen "befreit" zu haben. Die Organisation veröffentlichte Bilder, die zerstörte Gastanks und mindestens 15 Leichen zeigten, bei denen es sich um Regierungssoldaten handeln soll. Viele hatten Schusswunden, andere waren verkohlt.

04:45 Uhr: UN dringen auf regionale Waffenstillstandszonen in Syrien 

Mit regionalen Waffenstillstandszonen wollen die Vereinten Nationen den Grundstein für eine Friedenslösung im bürgerkriegsgeplagten Syrien legen. "In diesen Arealen können wir zuerst einen politischen Prozess auf lokalem Niveau beginnen und dann schließlich auf nationaler Ebene", sagte der UN-Sondergesandte für das Bürgerkriegsland, Staffan de Mistura, vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) könne so wirksamer bekämpft werden.

Der Schwede nannte Aleppo als mögliche erste dieser sogenanntes "Freeze Zones", sagte aber nicht, wie eine Waffenruhe umgesetzt werden kann. Dem UN-Nothilfebüro zufolge ist jedes vierte Krankenhaus in dem Land funktionsunfähig. Die Vereinten Nationen hätten im vergangenen Monat 3,9 Millionen Menschen mit Essen versorgt und 1,6 Millionen Mal Kranke behandelt, sagte Kang Kyung Wha vom Nothilfebüro. Dennoch seien nach wie vor etwa 600.000 Menschen seit Monaten von jeder Hilfe abgeschnitten.

Sie warf der Regierung in Damaskus vor, die Hilfe durch Schikanen zu blockieren. Zugleich kritisierte sie, Regierung wie auch oppositionelle Gruppen hätten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe sogar noch verstärkt, ohne Rücksicht auf Zivilisten. Die Lage in Syrien ist unübersichtlich. Milizen bekämpfen nicht nur das Regime, sondern sie bekriegen sich auch gegenseitig. So unterstützt etwa die Freie Syrische Armee (FSA) die Kurden in Kobane bei deren Kampf gegen den IS.

+++ Meldungen vom 30. Oktober +++

20:30 Uhr: Massengräber mit 220 Opfern des IS im Irak entdeckt

Im Irak sind nach Angaben von Stammesmitgliedern und aus Sicherheitskreisen mindestens 220 Menschen von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) getötet und in zwei Massengräbern verscharrt worden. Die Gräber wurden beide am Donnerstag in der Provinz Anbar entdeckt. Die Toten gehörten zu einer Gruppe von 300 Angehörigen des sunnitischen Stammes Albu Nimr, die in den vergangenen Tagen vom IS verschleppt wurde. Die Opfer seien überwiegend Polizisten oder Mitglieder der regierungstreuen Miliz Sahwa, hieß es. "Wir haben die Leichen am frühen Morgen entdeckt", sagte ein Zeuge. IS-Kämpfer hätten erklärt: "'Das ist die Strafe für jeden, der gegen den Islamischen Staat kämpft.'"

Den Angaben zufolge wurde ein Grab mit 70 Leichen nahe der Stadt Hit und das zweite mit 150 Toten nahe Ramadi gefunden. Stammesführern zufolge waren die Männer im Alter zwischen 18 und 55 Jahren vom IS aufgefordert worden, ihre Dörfer zu verlassen und nach Hit zu gehen. Ihnen sei sicheres Geleit zugesichert worden. Dann aber seien sie festgenommen und getötet worden. Den Zeugen zufolge waren die Männer aus nächster Nähe erschossen worden. 

15:25 Uhr: Rebellenkommandeur kritisiert Verlegung von Kämpfern nach Kobane 

In der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) regt sich Kritik an der geplanten Verlegung weiterer Kämpfer in die belagerte Stadt Kobane. Die FSA-Kräfte würden in der nordsyrischen Stadt Aleppo benötigt, sagte der FSA-Kommandeur aus Kobane, Nisar al-Khatib, am Donnerstag in Istanbul. Die Situation dort seit sehr gefährlich, weil das Regime versuche, die Rebellen in Aleppo einzuschließen.

Die vor dem Bürgerkrieg zweitgrößte Stadt Syriens ist eine wichtige Hochburg der Regimegegner. Die syrische Armee versucht seit Wochen, die Versorgungsroute der dortigen Rebellen in die Türkei abzuschneiden.

Auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nahe an Aleppo herangerückt. Sollten die gemäßigteren Rebellen die Stadt verlieren, wäre das ein schwerer Schlag für sie.
Am Mittwoch hatten neue FSA-Kämpfer das vom IS belagerte Kobane erreicht, um die Kurden im Kampf gegen die Extremisten zu unterstützen.

Al-Khatib bestätigte, dass weitere FSA-Kämpfer nach Kobane verlegt werden sollten, nannte aber keine Zahlen. Er forderte weitere Unterstützung von der internationalen Gemeinschaft. Die Verteidiger von Kobane kämpften mit leichten Waffen gegen den IS, benötigten aber dringend schwere. 

13:00 Uhr: IS greift Norden Kobanes an

Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hat laut Aktivisten den nördlichen Sektor der nordsyrischen Stadt Kobane mit schwerer Artillerie angegriffen. Mit dem Dauerbeschuss sei es den Extremisten gelungen, die Verstärkung der kurdischen Verteidiger durch Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak aufzuhalten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) hätten eine IS-Offensive auf die Stadt aber erfolgreich abwehren können.

Laut dem Direkter der in London ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, gab es auf Seiten der Dschihadisten mehrere Tote. Ihre Leichen hätten stundenlang auf den Straßen gelegen, bis sie geborgen worden seien, sagte er.

11:33 Uhr: Erste Peschmerga in umkämpfter syrischen Stadt Kobane

Die ersten Kämpfer der kurdischen Peschmerga-Miliz aus dem Irak sind in der syrischen Grenzstadt Kobane eingetroffen, um die Verteidiger der Stadt gegen Angriffe der Islamisten-Organisation IS zu unterstützen. Rund zehn Kämpfer der Kurden-Miliz hätten die türkische Grenze überschritten, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Am Vortag waren 90 bis 100 Kurden-Kämpfer per Flugzeug in der Türkei eingetroffen. Eine zweite Gruppe ist mit schweren Waffen auf dem Landweg durch die Türkei unterwegs nach Kobane. Die Türkei hatte vergangene Woche zugestimmt, die etwa 150 Kämpfer über ihr Territorium dorthin verlegen zu lassen.

Die kurdische Regionalregierung im Irak hatte erklärt, die Peschmerga sollten in Kobane nicht an vorderster Front kämpfen, sondern vor allem Artillerie-Unterstützung leisten. Die Kämpfer des Islamischen Staates (IS) hatten die Stadt mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen angegriffen. Sie drohten mit einem Massaker an den Kurden in Kobane, wenn sie die Stadt einnähmen.

10:09 Uhr: Kurden wehren IS-Angriff auf Verbindung Kobanes zur Türkei ab 

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist erneut mit dem Versuch gescheitert, der erwarteten Verstärkung für das belagerte Kobane den Weg abzuschneiden. Die Verteidiger der nordsyrischen Stadt schlugen einen Angriff der Extremisten auf die Verbindung zur türkischen Grenze zurück, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag berichtete. Die heftigen Kämpfe zwischen beiden Seiten gingen weiter. Sollten die Extremisten die Verbindung zur Türkei abschneiden, könnte keine Peshmerga-Verstärkung in die Stadt gelangen.

09:50 Uhr: Peschmerga-Kämpfer noch nicht in Syrien

Die Verteidiger von Kobane warten noch immer auf die Verstärkung aus dem Nordirak. Die Peschmerga-Kämpfer halten sich laut Medienberichten in dem türkischen Ort Suruc auf, haben die Grenze nach Syrien aber noch nicht überquert. Die insgesamt 150 Peschmerga haben schwere Waffen im Gepäck und sollen den Kurden helfen, Kobane gegen den IS zu verteidigen. 

06:15 Uhr: US-Luftwaffe nimmt weitere IS-Stellungen unter Beschuss

Die Verteidiger der belagerten syrischen Kurdenstadt Kobane bekommen wohl nicht nur am Boden Verstärkung, sondern werden auch weiterhin aus der Luft militärisch unterstützt. US-Kampfflugzeuge flogen am Dienstag und Mittwoch acht neue Luftangriffe auf Dschihadistenkämpfer nahe der Grenzstadt, wie das Truppenkommando mitteilte. Dabei seien sechs Fahrzeuge, mehrere Kampfstellungen und ein Gebäude der Miliz Islamischer Staat (IS) attackiert worden. Im Irak bombardierten Kampfjets und Drohnen demnach sechs weitere Ziele im nördlich gelegenen Sindschar sowie in Falludscha westlich von Bagdad.

+++ Meldungen vom 29. Oktober +++

21:33 Uhr: IS lässt kurdische Schüler frei

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat laut Aktivisten im Norden Syriens 25 kurdische Schüler freigelassen, die sie seit Mai in ihrer Gewalt hielt. Bei der Gruppe handele es sich um die verbliebenen Mitglieder einer Gruppe von ursprünglich 153 kurdischen Schülern, die am 29. Mai bei ihrer Rückkehr in die nordsyrische Stadt Kobane verschleppt worden waren, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Schüler im Alter von 13 bis 15 Jahren hatten in Aleppo an Prüfungen teilgenommen.

Laut der Beobachtungsstelle hatten in den Wochen nach der Entführung fünf Schüler fliehen können, bevor 37 Jugendliche von den Dschihadisten freigelassen wurden, darunter die zehn Mädchen der Gruppe. Im September kamen dann 70 weitere Schüler frei, gefolgt von weiteren Jugendlichen. Die Freilassung erfolgte ungeachtet der heftigen Kämpfe um die Grenzstadt Kobane, deren kurdische Verteidiger mit internationaler Luftunterstützung seit Wochen erbitterten Widerstand gegen die Dschihadisten leisten.

20:24 Uhr: 14-Jähriger in Österreich wegen Planung von Anschlag festgenommen

In Österreich ist ein 14-jähriger Schüler unter dem Vorwurf festgenommen worden, er habe einen Anschlag geplant. Der Jugendliche habe seit Anfang Oktober unter Beobachtung gestanden, bevor er am Dienstag festgenommen wurde, teilte die Polizei in der Stadt St. Pölten in Niederösterreich am Mittwoch mit. Demnach sagte er den Ermittlern, er habe sich im Internet über die Herstellung unkonventioneller Sprengsätze informiert. Zudem habe er konkrete Informationen zum Kauf der dafür nötigen Zutaten eingeholt.

Laut der Polizei wollte er die Sprengsätze an öffentlichen Orten wie dem Wiener Westbahnhof zünden. An einen Selbstmordanschlag habe der Junge, der seit mindestens acht Jahren in Österreich lebt und die türkische Staatsbürgerschaft hat, aber nicht gedacht. Vielmehr wollte er nach eigenen Angaben nach Syrien reisen, um sich dort der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat anzuschließen. Seit Wochen werden in Europa und den USA immer wieder Fälle von Jugendlichen bekannt, die zu den Dschihadisten in Syrien oder im Irak reisen wollen.

17:17 Uhr: IS-Kämpfer richten im Irak 46 Menschen hin

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hat in der westirakischen Provinz Anbar mindestens 46 Menschen hingerichtet. Die Angehörigen des Stammes Albu Nimr seien nahe der Stadt Hit getötet worden, teilten ein örtlicher Behördenvertreter und ein Arzt mit. Die Gegend nordwestlich der Provinzhauptstadt Ramadi war in der vergangenen Woche von den Dschihadisten erobert worden. Kämpfer des sunnitischen Stammes Albu Nimr hatten sich gegen die Extremisten zur Wehr gesetzt.

Die mehrheitlich von Sunniten bewohnte Provinz gehört zu den Hochburgen der radikalsunnitischen IS-Miliz, die weite Landesteile im Irak und im benachbarten Syrien kontrolliert. Die Extremisten gehen mit äußerster Brutalität gegen die Bevölkerung in ihrem Einflussgebiet vor und richten immer wieder Gegner und Andersgläubige hin.

15:32 Uhr: Berlin schickt Erkundungsmission zu Peschmerga-Ausbildung nach Erbil

Experten der Bundesregierung werden am Donnerstag in den Nordirak reisen, um Möglichkeiten einer Ausbildung der kurdischen Peschmerga zu prüfen. Der Erkundungsmission, die in die Kurdenmetropole Erbil reist, werden drei Vertreter aus dem Verteidigungsministerium und ein weiterer des Auswärtigen Amtes angehören, wie Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Berlin sagte.

Die Erkundungsmission solle die Lage sondieren. "Wir prüfen zur Zeit, ob wir verstärkt in Ausbildung in Erbil gehen werden, gemeinsam mit anderen Partnern und Verbündeten", sagte von der Leyen. Sie verwies darauf, dass die Bundeswehr auch schon Peschmerga im nordbayerischen Hammelburg ausgebildet hat.

Nach Erbil waren bereits zuvor Verbindungsoffiziere der Bundeswehr gereist, um Militärmaterial aus Deutschland zu verteilen und die kurdischen Kämpfer in dessen Benutzung einzuweisen.

14:00 Uhr: US-Streitkräfte fliegen 14 Luftangriffe im Irak und Syrien

Die US-Luftwaffe hat am Dienstag und Mittwoch insgesamt 14 Angriffe auf Stellungen des Islamische Staates (IS) geflogen. Das gaben die US-Streitkräfte auf Twitter bekannt.

10:30 Uhr: Andere syrischen Rebellen unterstützen Kobane-Verteidiger

Die Verteidiger der belagerten Stadt Kobane erhalten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auch Unterstützung von anderen syrischen Rebellen. Rund 50 bis 70 bewaffnete Kämpfer der gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA) seien in der Stadt eingetroffen, sagte Kurden-Sprecher Idriss Nassan. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gelangten sie über türkisches Gebiet in die Stadt.

Die Verteidiger von Kobane warten zudem auf Verstärkung von rund 150 Peschmerga-Kämpfern aus dem Nordirak. Eine erste Gruppe mit rund 80 Mann war am Mittwochmorgen auf dem Flughafen Sanliurfa im Süden der Türkei gelandet. Weitere 70 Kämpfer und schwere Waffen sollen über den Landweg nach Kobane gebracht werden. Die IS-Extremisten versuchen seit Wochen, die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt einzunehmen.

09:25 Uhr: Aktivisten: IS nimmt Teile eines Ölfelds ein

Bei einem Angriff von Kämpfern der Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) auf ein Öl- und Gasfeld im Westen Syriens sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 30 regierungstreue Wachleute und Milizionäre getötet worden. Dem IS sei es gelungen, "einen Teil des Felds unter Kontrolle zu bringen", teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Demnach ereignete sich die Attacke am Vortag in Schaer in der Provinz Homs. Um das Öl- und Gasfeld hatte es bereits zuvor Kämpfe gegeben.

Große Gebiete im Norden des Iraks und im benachbarten Syrien werden seit vielen Wochen von den IS-Dschihadisten belagert. In Syrien herrschte zudem bereits zuvor Bürgerkrieg, der sich seit März 2011 aus anfangs friedlichen Protesten gegen Staatschef Baschar al-Assad entwickelte. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind kaum unabhängig überprüfbar.

03:18 Uhr: Peschmerga erreichen Türkei

Eine Gruppe kurdischer Peschmerga-Kämpfer ist auf dem Weg in das von der IS-Terrormiliz belagerte Kobane in der Türkei angekommen. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, landete die Maschine mit den Kämpfern aus dem Nordirak auf dem Flughafen im südtürkischen Sanliurfa. Ein Konvoi aus Jeeps und schweren Lastwagen mit Waffen und Munition sei an der türkischen Grenze, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Dschasira unterdessen. Insgesamt 150 Peschmerga-Kämpfer sollen die kurdischen Verteidiger in der umkämpften Stadt Kobane in Nordsyrien im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) unterstützen.

+++ Meldungen vom 28. Oktober +++

20:55 Uhr: Der IS ist dem Untergang geweiht

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat ihren Zenit nach Einschätzung des Nahost-Experten Udo Steinbach überschritten. "In überschaubarer Zeit wird der Islamische Staat zerfallen", sagte er "Focus online". Positive Meldungen aus dem umkämpften Kobane sowie Rückeroberungen nahe Mossul und im Süden Bagdads zeigten demnach, dass es mit der Terrormiliz bergab gehe. "Die Truppen des IS hatten das Überraschungsmoment auf ihrer Seite, aber das ist jetzt vorbei", betonte Steinbach.  Die größte Bedrohung durch den IS sei gebannt, denn der Widerstand sei inzwischen besser organisiert.

Zudem speise sich die Anziehungskraft der Terrorgruppe zu einem großen Teil aus ihrem Erfolg. "Wenn der Erfolg nicht mehr auf der Seite der Organisation ist, werden ihr die Anhänger davonlaufen", sagte der Islam- Wissenschaftler. Das bedeute jedoch keinesfalls, dass der militante Islamismus verschwinde. Steinbach erwartet vielmehr, dass der Islamische Staat in mehrere terroristische Gruppen zerfallen wird.

16:14 Uhr: 3000 Dschihadisten aus Europa bei IS-Milizen

Rund 3000 Islamisten aus Europa sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung inzwischen in die Kampfgebiete des Nahen Ostens ausgereist. "Das sind mindestens zehn Prozent der Kämpfer vom sogenannten Islamischen Staat (IS)", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere in Berlin. Insgesamt kämpften vermutlich 10.000 Ausländer, viele davon aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten, als Dschihadisten in Syrien und dem Irak. Die Rekrutierung dieser ausländischen Kämpfer sei ein Teil des militärischen Erfolgsgeheimnisses der Extremistenmiliz IS, die weite Teile Syriens und des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht hat. Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass rund 450 Islamisten aus Deutschland zum Kampf nach Syrien und in den Irak gereist sind. Auch die verbotene Kurden-Partei PKK rekrutiert nach Angaben des Verfassungsschutzes seit dem Sommer zunehmend Kämpfer für beide Länder in Deutschland.

14:03 Uhr: Verstärkung für Kobanes Verteidiger ist auf dem Weg

Die Verstärkung aus dem Nordirak für die Verteidiger des belagerten Kobane ist auf dem Weg in die syrische Stadt. Die 150 kurdischen Peschmerga-Kämpfer flogen zunächst von der nordirakischen Stadt Erbil in die Türkei, wie das Nachrichtenportal Rudaw meldete. Von dort würden sie weiter nach Kobane verlegt.

Die Kämpfer sollen den nordsyrischen Kurden helfen, die Stadt gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu verteidigen. Sie sind mit neuen schweren Waffen ausgerüstet. Die Türkei hatte in der vergangenen Woche die Erlaubnis erteilt, dass die Peschmerga über türkisches Gebiet verlegt werden dürfen.

13:51 Uhr: Iran macht Türkei mitverantwortlich für IS-Krise

Die Türkei ist nach iranischer Einschätzung mitverantwortlich für die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgelöste Krise. "Wenn die türkische Regierung in der Syrien-Krise nicht die Terroristen (IS) unterstützt hätte, wären auch nicht so viele unschuldige Menschen getötet worden", sagte ein namentlich nicht genanntes hochrangiges Mitglied des Außenministeriums dem iranischen Fernsehen.

In der Syrien-Krise unterstützte Teheran das Regime von Präsident Baschar al-Assad, Ankara aber stand auf der Seite der syrischen Rebellen. Das führte kurzfristig zu einer diplomatischen Krise zwischen den beiden islamischen Nachbarländern. Diese schien aber mit der Präsidentschaft von Hassan Ruhani - und mehreren Kontakten mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan - ausgeräumt. 

 

10:51 Uhr: Verstärkung aus dem Nordirak soll am Dienstag in Kobane eintreffen 

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sollen die Verteidiger der nordsyrischen Stadt Kobane nun am Dienstag Verstärkung von kurdischen Peschmerga-Kämpfern aus dem Nordirak erhalten. Entsprechende Informationen habe er von Kurden in der seit Tagen belagerten Stadt erhalten, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Eine offizielle Bestätigung für die Meldung gab es zunächst nicht.  

Das kurdische Nachrichtenportal Rudaw berichtete, die 150 Kämpfer aus dem Nordirak würden per Flugzeug zunächst in die Türkei gebracht. Sie sollen den Kurden in Nordsyrien mit neuen schweren Waffen helfen, Kobane gegen die IS-Terroristen zu verteidigen. Sie können über die Türkei in die belagerte Stadt verlegt werden, nachdem die Regierung in Ankara dafür die Erlaubnis gegeben hatte. Der IS versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen.

07:43 Uhr: Kurden wehren weiteren Angriff auf Kobane ab

Die Kurden in Nordsyrien haben einen weiteren Versuch der Terrormiliz IS vereitelt, Kobane von der Außenwelt abzuschneiden. Im Norden Kobanes hätten sie einen Angriff der Terroristen abgewehrt, sagte Kurden-Sprecher Idriss Nassan. Zugleich warteten die Verteidiger der Stadt weiter auf die Verstärkung von kurdischen Peschmerga aus dem Nordirak. Rund 150 Kämpfer mit neuen US-Waffen sollen die syrischen Kurden gegen die Extremisten unterstützen. 

Kobane liegt an der syrisch-türkischen Grenze in einer kurdischen Enklave, die bereits größtenteils vom IS beherrscht wird. Nördlich der Stadt gibt es noch eine Verbindungsroute in die Türkei. Der IS hatte bereits am Wochenende versucht, diese zu kappen. Die Extremisten stehen nur noch knapp 700 Meter vom Grenzübergang entfernt. Sollte sie ihn erobern, könnten weder die Peschmerga-Kämpfer noch Nachschub nach Kobane gelangen. Die heftigen Kämpfe zwischen beiden Seiten gingen auch am Montag weiter. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte feuerte der IS Raketen auf Kobane und das Grenzgebiet.

06:25 Uhr: IS veröffentlicht neues Propagandavideo

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat ein weiteres Propagandavideo mit der britischen Geisel John Cantlie veröffentlicht - angeblich aus der umkämpften Kurdenstadt Kobane in Nordsyrien. Die Stadt sei schon fast ganz in der Hand der IS-Kämpfer und es gebe keine kurdischen Verteidiger oder Peschmerga-Kämpfer, behauptet der seit 2012 entführte Journalist in dem im Internet veröffentlichten Video. 

Berichte westlicher Medien über schwere Kämpfe und hohe Verluste des IS seien falsch. Sie würden sich nur auf Angaben kurdischer Kommandeure und des Weißen Hauses stützen, die nicht an der Wahrheit interessiert seien. 

Es ist bereits das sechste IS-Video mit Cantlie. Seit August hat der IS Videos von der Hinrichtung zweier amerikanischer und zweier britischer Geiseln veröffentlicht. 

+++ 27. Oktober 2014 +++

21:15 Uhr: PKK bringt Laster mit Sprengstoff in ihre Gewalt 

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat in der Türkei nach Angaben der Armee einen Lastwagen mit einem zur Herstellung von Sprengstoff verwendeten Material in ihre Gewalt gebracht. Die kurdischen Guerillakämpfer hätten den Lastwagen in einem privaten Kohlebergwerk in der südlichen Provinz Sirnak überfallen, teilte die Armee am Montag mit. Die Ladung aus 400 Kilogramm Ammoniumnitrat sei auf einen anderen Lastwagen umgeladen und der Fahrer des ursprünglichen Fahrzeugs freigelassen worden.

Seit März 2013 gilt eine brüchige Waffenruhe zwischen der verbotenen kurdischen Guerillagruppe und dem türkischen Staat, doch mehrten sich zuletzt wieder die gewaltsamen Zwischenfälle. So wurden am Samstag in der Provinz Hakkari drei Soldaten in Zivil getötet. Bei den Ermittlungen zu dem Mord in der Stadt Yuksekova wurden sieben Verdächtige festgenommen. Hintergrund der erneuten Verschärfung der Spannungen ist die Weigerung Ankaras, der von den Dschihadisten belagerten Kurdenstadt Kobane im Norden Syriens zur Hilfe zu kommen.

19:51 Uhr: Staaten wollen gegen IS-Propaganda im Internet vorgehen

Die Staaten der internationalen Koalition gegen den Islamischen Staat wollen in ihrem Kampf gegen die Dschihadistenorganisation verstärkt das Internet ins Visier nehmen. Der IS führe mit seiner im Internet verbreiteten Propaganda einen "grausamen Krieg" mit dem Ziel, "Unschuldige zu rekrutieren und zu pervertieren". sagte der US-Koordinator für die Koalition, Ex-General John Allen, bei einer Konferenz in Kuwait-Stadt. Die Staaten der Koalition kündigten an, intensiver als bisher gegen die Rekrutierung von IS-Kämpfern und gegen dschihadistische Propaganda im Internet vorzugehen. Allen sagte, der IS werde "erst dann wirklich besiegt sein, wenn wir seinen Botschaften an die verwundbaren Jugendlichen die Legitimität absprechen". Allen traf in Kuwait mit Vertretern aus Bahrain, Ägypten, Irak, Jordanien, Libanon, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie aus Großbritannien und Frankreich zusammen.

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