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Probleme bei der Bundeswehr "Deutschland macht sich zum Gespött"

Defektes Fluggerät, fehlende Ersatzteile: Die Kritik an den Ausrüstungsmängeln bei der Bundeswehr wächst. Selbst im Ausland verursacht das offenbar Kopfschütteln.

Angesichts der jüngsten Pannenserie bei der Bundeswehr wächst die Kritik an der Beschaffungspolitik des Verteidigungsministeriums - und zwar nicht nur in der Opposition. Eine aktuelle Auflistung des derzeit nicht einsatzbereiten Materials habe "gravierende Mängel offenbart, die mir in dieser Form so nicht bekannt waren", sagte die Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger (Grüne). Die Linke erklärte, es sei ein Skandal, dass die Bundeswehr trotz des aufgeblähten Verteidigungsetats nur "bedingt einsatzfähig" sei.  

Nach einigen Verzögerungen flog eine Gruppe von Ausbildern der Bundeswehr in den Nordirak. Das Team landete am Abend in der Kurdenhauptstadt Erbil, wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam berichtete. An Bord der Maschine waren sechs Fallschirmjäger und ein Sanitäter. Das Team, das im Irak kurdische Kämpfer im Umgang mit deutschen Waffensystemen schulen soll, hatte wegen einer defekten Transall in Bulgarien auf eine Ersatzmaschine warten müssen.

Verspätet flog am Morgen auch eine niederländische Maschine ab, die deutsche Panzerfäuste, Maschinengewehre und Sturmgewehre von Leipzig nach Erbil bringen sollte. Nach Angaben der Bundeswehr war sie am Donnerstagnachmittag noch auf der britischen Basis Akrotiri auf Zypern. Nächstes Ziel der Maschine war Bagdad. Von dort aus sollte es weitergehen nach Erbil.

Mängel schränken Einsatzfähigkeit der Bundeswehr ein

Die Bundeswehr wartet nach Aussage von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dringend auf die Lieferung des neuen Transportflugzeugs A400M, das die betagte Transall ablösen soll.  Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), sagte im Deutschlandfunk, politische Zusagen Deutschlands müssten von der Bundeswehr auch technisch gut umgesetzt werden können. Die Bundesrepublik sei politisch "absolut zuverlässig", die technischen Probleme seien ein anderes Thema. Er sagte: "Entscheidend ist die politische Zuverlässigkeit und die anderen Dinge müssen besser werden."

Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus (FDP), warnte ausdrücklich vor zusätzlichen Aufgaben für die deutschen Soldaten. "Die Auslandseinsätze der Bundeswehr sind mit der derzeitigen Ausstattung nicht weiter ausweitbar", sagte er im Bundestag. Als Beispiel verwies Königshaus auf den Marine-Hubschrauber "Sea King". Für eine Flugstunde habe sich der durchschnittliche Instandhaltungsaufwand von 50 auf mittlerweile 120 Stunden erhöht. "Dies stellt eine nicht hinnehmbare Überlastung für das verantwortliche Personal dar."

Laut einer Liste, die dem Verteidigungsausschuss des Bundestages am Mittwoch vorgelegt worden war, schränken Mängel an Fahrzeugen, Hubschraubern und Flugzeugen die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr ein.

"Das Material könnte vom Schrottplatz kommen"

Jüngstes Beispiel ist der Fall der Bundeswehrausbilder, die in den Nordirak wollen. Sie starteten in der vergangenen Woche wegen eines Defekts ihres Flugzeugs verspätet mit einer Ersatzmaschine und saßen seit Tagen in Bulgarien fest, weil auch diese Transall kaputt ist. Ersatzteilprobleme gibt es aber nach Angaben von Verteidigungspolitikern nicht nur bei den Auslaufmodellen, sondern auch bei noch laufenden Rüstungsprojekten.

Deutschland mache sich durch die Pannen bei der Bundeswehr international zum Gespött, beklagte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Soldaten und Soldatinnen seien sehr engagiert, doch "das Material könnte vom Schrottplatz kommen". Özdemir ergänzte, bei Auslandsbesuchen erlebe er schon länger Lästereien über die Pleiteserie auf Deutschlands Großbaustellen, nun dürften wohl auch noch "Bundeswehr-Witze" hinzukommen.

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