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Konflikt in der Ukraine Rotkreuz-Mitarbeiter in Donezk getötet

Die Kämpfe um Donezk spitzen sich zu. Das Zentrum der ukrainischen Stadt wurde erstmals seit dem Waffenstillstand bombardiert. Bei den Gefechten kam auch ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes ums Leben.

Beim Beschuss der Rebellenhochburg Donezk in der Ostukraine ist nach Angaben von Rettungskräften am Donnerstag ein Schweizer Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) getötet worden. Reporter der Nachrichtenagentur AFP sahen die Leiche des Mannes vor dem IKRK-Gebäude im Zentrum der Großstadt. Das IKRK bestätigte von seinem Sitz in Genf aus über den Twitter-Kurznachrichtendienst, dass es in seinem Büro in Donezk einen "tragischen Vorfall" gegeben habe.

Das Donezker Stadtzentrum wurde am Donnerstag erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Rebellen und ukrainischen Truppen vor vier Wochen wieder bombardiert. Dabei kam es zu starken Explosionen. Fensterscheiben im IKRK-Gebäude und umliegenden Häusern gingen zu Bruch.

Militärische Ziele in Wohngebieten

Nach Angaben der prorussischen Verwaltung der Großstadt wurde unter anderem ein für die Öffentlichkeit gesperrtes Einkaufszentrum getroffen. Eine weitere Granate sei in ein Busdepot eingeschlagen, aber nicht explodiert, hieß es. Der öffentliche Personennahverkehr wurde ausgesetzt. Von russischen Nachrichten zitierte Rebellen machten die ukrainische Armee für den Beschuss verantwortlich. Dies erklärte auch Amnesty international. Die Rebellen, die "militärische Ziele in Wohngebieten" einrichteten, müssten dafür allerdings die "Verantwortung teilen", fügte die Menschenrechtsorganisation hinzu.

Bereits am Vortag waren in Vororten von Donezk nahe dem Flughafen mehrere Geschosse eingeschlagen, die zehn Zivilisten in der Nähe einer Schule töteten. Rund um den Flughafen wird seit Wochenbeginn wieder erbittert gekämpft. Am Donnerstag lag über weiten Teilen Donezks dichter Rauch, der von den Gefechten rund um den Flughafen stammte. Rebellen in etwa zwei Kilometer Entfernung vom Flughafen sagten, ihre Truppen kontrollierten mittlerweile "90 Prozent" des Flughafenterminals.

Die Europäische Union äußerte sich "besorgt" über die "Intensivierung" der Kämpfe in der Ostukraine. Sie forderte beide Seiten auf, den Waffenstillstand strikt zu beachten.

Moskau fordert von Kiew Lösung des Konflikts 

Indes hat Russland die Ukraine angesichts der Kämpfe in der Stadt Donezk zu einer raschen Stabilisierung der Konfliktregion aufgefordert. Moskau wolle eine berechenbare Partnerschaft mit Kiew, sagte Kremlchef Wladimir Putin in der russischen Hauptstadt. Er hoffe auf eine Besserung der Lage durch die Parlamentswahl in der benachbarten Ex-Sowjetrepublik am 26. Oktober. Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine stellten nach Putins Forderung klar, dass die Wahl zur Obersten Rada in ihrem Gebiet nicht stattfinden werde. "Wir sind nicht die Ukraine", sagte ihr Anführer Alexander Sachartschenko.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte Putin in einem Telefonat auf, mäßigend auf die prorussischen Separatisten einzuwirken. Wie das Bundespresseamt mitteilte, äußerten sich Merkel und Putin besorgt über die tägliche Gewalt trotz der Feuerpause. Die - von Beginn an brüchige - Waffenruhe in der Ostukraine ist Teil eines Friedensplan des prowestlichen Präsidenten Petro Poroschenko. Dieser warb in Kiew weiter für seinen Europa-Kurs. "Eine Unterbrechung der Reformen wäre eine Katastrophe für die Ukraine", sagte Poroschenko bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern. 

Die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten hatten am 5. September in der weißrussischen Hauptstadt Minsk einen Waffenstillstand vereinbart, um die monatelangen Kampfhandlungen zu beenden. Hauptbestandteil des Abkommens ist der Rückzug aller Kampfeinheiten auf jeweils mindestens 15 Kilometer hinter die Frontlinie. Die so entstehende 30 Kilometer breite Pufferzone soll unter die Aufsicht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gestellt werden.


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