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Flüchtlinge in Syrien Pro Asyl fordert Öffnung der EU-Grenzen

3,2 Millionen Menschen sind bereits aus Syrien geflohen. Die Nachbarn des Bürgerkriegslandes stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Eine Konferenz zur Flüchtlingskrise soll in Berlin Lösungen bringen.

Vor einer internationalen Konferenz zur anhaltenden syrischen Flüchtlingskrise hat die Organisation Pro Asyl die Europäische Union zur Öffnung ihrer Grenzen aufgefordert. "Die Nachbarstaaten sind dabei, die Grenzen zu schließen, der Libanon will keine syrischen Flüchtlinge mehr aufnehmen", sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt im Rundfunk Berlin-Brandenburg. Die Organisation verlange "deshalb, dass auch die Europäische Union ihre Grenzen öffnet". "Wer will, dass die Grenzen offen bleiben, muss selbst mehr Flüchtlinge aufnehmen", sagte Burkhardt.

In Berlin wollen am Vormittag Vertreter der internationalen Gemeinschaft zusammenkommen, um über die langfristige Unterstützung der Bürgerkriegsflüchtlinge und die Aufnahmeländer zu beraten. Gastgeber Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und UN-Flüchtlingshochkommissar António Guterres wollen mit Vertretern von 40 Staaten und Organisationen beraten. Dabei geht es vor allem um eine bessere Verzahnung der humanitären Nothilfe und der langfristigen Unterstützung in Jordanien, dem Libanon und der Türkei, wo die meisten der 3,2 Millionen registrierten Flüchtlinge aus Syrien leben.

Minister Müller will vor Ort helfen

Entwicklungsminister Müller forderte massive internationale Winterhilfe für die Millionen Flüchtlinge aus Syrien. "Es fehlt an allem, es geht jetzt um das Überleben", sagte der CSU-Politiker vor Beginn der Konferenz im rbb-Inforadio. Jeder zweite Syrer sei auf der Flucht oder vertrieben. Im Irak lebten 200.000 bis 300.000 Menschen im Schlamm, denen dringend geholfen werden müsse. "Jetzt regnet es, dann kommt der Winter, dann kommt der Tod", sagte Müller. 26 Flüchtlingscamps seien im Irak erforderlich. Deutschland werde sich am Aufbau der Notunterkünfte beteiligen.

Müller mahnte aber auch erneut gemeinsame Anstrengungen der Europäischen Union an. Die neue Kommission müsse sofort handeln. Eine Milliarde Euro der EU für die Flüchtlingshilfe stehe im Prinzip zur Verfügung. "Sie muss aber freigegeben werden, um Überleben zu sichern", sagte der Entwicklungsminister. 

Zur Frage, ob bei einer Öffnung der EU-Grenzen ein großer Andrang von Flüchtlingen zu erwarten sei, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Burkhardt, die Mehrheit der Flüchtlinge sei "immer in den Nachbarstaaten geblieben, in der Hoffnung zurückzukehren". Er rechne nicht damit, "dass jetzt alle nach Europa oder gar nach Deutschland wollen".

"Das wird eine überschaubare Zahl sein", sagte Burkhardt. Es gehe in der Frage "auch um die Glaubwürdigkeit Deutschlands und der Europäischen Union in ihrer Außenpolitik". "Man kann ja nicht nach außen Solidarität von den Nachbarstaaten Syriens verlangen und selbst die Grenzen schließen", sagte Burkhardt.

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