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"Nachtwölfe" Russische Rocker unterstützen Wladimir Putin

Sie lieben ihr Vaterland und lassen sich gern mit Wladimir Putin ablichten. Der russische Rockerklub "Nachtwölfe" mischt politisch kräftig mit. Wie die Hells Angels wollen die Biker aber nicht sein.

Flammende Wölfe auf den Lederjacken, lange Haare, schwere Maschinen: Es ist eine Demonstration der Stärke, wenn Russlands größter Bikerclub nachts durch Moskau röhrt. Doch trotz ihres dämonischen Auftretens propagieren die Rocker hehre Ziele: "Unsere Werte sind ganz einfach: Liebe Dein Vaterland, vertraue in den Glauben, nimm und verkaufe keine Drogen", erklärt Vizepräsident Alexander Benjusch die Club-Philosophie. Daneben mischen sie politisch kräftig mit.

Biker nach amerikanischem Vorbild wie etwa die Hells Angels wollen die Nachtwölfe (Noschnije Volki) nicht sein: "Der Lebensstil eines Bikers ist asozial: Da geht es nur um Bier trinken, Gläser zertrümmern und zuschlagen, wenn jemand ein Problem damit hat", sagt der 46-jährige Benjusch, der seit 20 Jahren Mitglied ist. "Sie denken, sie seien der Gesellschaft überlegen, und haben diesen Gewaltkult. Unsere Philosophie ist das nicht. Bei uns ist Gewalt das letzte Mittel."

Im Jahr 1989 kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion gegründet, breitete sich der Rockerclub im Gebiet der ehemaligen UdSSR aus und zählt heute rund 5000 Mitglieder, darunter den vom Kreml unterstützten tschetschenischen Machthaber Ramsan Kadyrow. Ihr Anführer Alexander Saldostanow, ein bärtiger Hüne mit dem Spitznamen "Chirurg", fährt bei offiziellen Paraden auch mal neben dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der seinerseits den Patriotismus der Rocker rühmt. "Wir betrachten uns als Teil der russischen Armee", sagt Saldostanow. Neben einem brennenden Wolfskopf, der den Vollmond anheult, prangt das Club-Motto "Wo wir sind, ist Russland".

Jeder darf Mitglied werden - nur keine Frauen

Putin nennt die Rocker seine "Brüder". Obwohl der Club keinen offiziellen Status hat, demonstrieren sie für den Präsidenten gern mal Präsenz: Im März versammelten sich die martialischen Biker zu einer Art Massenkundgebung auf der Krim, um ihre Unterstützung für die Annexion der Halbinsel durch Russland zu bekunden. Demonstrativ traten sie auch in der Separatisten-Hochburg Lugansk im Osten der Ukraine auf. Bei ihren eindrucksvollen Konvoifahrten schwenken viele die Flagge Neurusslands, wie die Separatisten den russischsprachigen Osten der Ukraine bezeichnen.

"Die Liebe fürs Vaterland stärkt einen Mann", sagt Benjusch. "Es ist ganz wesentlich, dass unsere Mitglieder ihren Patriotismus zeigen. Das heißt aber nicht, dass wir denken, die Russen seien die besten." Nach Clubangaben sind Männer aus der ganzen ehemaligen Sowjetunion unter den Mitgliedern, neben der christlich-orthodoxen Mehrheit gebe es auch Muslime, neben Automechanikern auch Geschäftsleute und sogar einige Mönche. "Jeder darf Mitglied werden, nur keine Frauen. 'No woman no cry'," sagt Benjusch in Anspielung auf den Bob Marley-Hit. "Als der Club vor Jahren gegründet wurde, war er ein Symbol für Virilität, dafür, was einen Mann ausmacht."

Obwohl der Club mehr als 46 Filialen hat, müssen Aspiranten in die "Wolfshöhle" nach Moskau kommen. Am Clubhaus, einer Bar mit riesigem Biergarten außerhalb der russischen Hauptstadt, parkt der 27-jährige Timur sein Motorrad neben rund 50 anderen Maschinen. "Ich hoffe, dass ich eines Tages beitreten kann", sagt der Dozent der Finanzwissenschaften. Dafür muss er von einem Mitglied eingeladen werden und zwei Jahre lang an Club-Veranstaltungen teilnehmen. "Es ist eine ziemlich anspruchsvolle Umgebung", warnt Benjusch. Der Popularität der Rocker tut das keinen Abbruch, ebenso wenig wie Nachrichten von - manchmal schweren - Schlägereien.

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