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Politik Unions-Politiker gegen zu viele Anglizismen

Im Streit um die Verankerung von Deutsch im Grundgesetz haben führende Unions-Politiker zu einer sparsameren Verwendung englischer Redensweisen aufgerufen.

«Wir sollten die deutsche Sprache auch dadurch pflegen, dass wir nicht unnötig Anglizismen einfließen lassen», sagte Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) dem Online-Dienst «bild.de». Das CSU-Vorstandsmitglied Christian Schmidt machte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa den Vorschlag einer entsprechenden Selbstverpflichtung von Wirtschaft und Politik. Unterdessen hielt die Kritik an dem Vorstoß aus der Union an, die Landessprache Deutsch im Grundgesetz ausdrücklich zu erwähnen.

Im Gegensatz zu anderen CSU-Politikern äußerte Schmidt Sympathie für dem Beschluss des CDU-Parteitags vom Dienstag. «Noch wirksamer zur Pflege der deutschen Sprache wäre es, wenn sich Wirtschaft und Politik verpflichten würden, weniger englische Redewendungen zu gebrauchen», fügte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Aus dem «City-Night-Line» könnte dann zum Beispiel wieder der Nachtzug werden, fügte Schmidt hinzu. Mit den Anglizismen erreiche man ohnehin nur die Hälfte der Bevölkerung.

Müller verwahrte sich gegen den Vorwurf, mit der Grundgesetz- Initiative würden Ausländer diskriminiert. «Mit der Festschreibung der deutschen Sprache in der Verfassung würde die Verpflichtung des Staates begründet, jedem den Zugang zur deutschen Sprache und das Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen», sagte der Saar- Regierungschef. «Außerdem wäre es ein Appell an alle diejenigen, die dauerhaft in Deutschland leben wollen, diese Sprache zu erlernen.»

Der grüne Parteichef Cem Özdemir sagte der «Neuen Westfälischen» in Bielefeld (Donnerstag), als Verfassungspatriot halte er nichts von dem Vorschlag. Das Grundgesetz sei keine «Lose-Blatt-Sammlung, wo man einfach alles hineinschreiben kann, was einem so in den Sinn kommt». Kein einziges Kind lerne besser Deutsch wegen einer Grundgesetz- Änderung. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele bezeichnete den geplanten Grundgesetz-Absatz im Deutschlandfunk als «eine schriftliche Lüge». In der Bundesrepublik würden viele Sprachen gesprochen.

Der SPD-Linke Björn Böhning sagte den «Ruhr Nachrichten» (Donnerstag): «Die CDU leistet sich einen deutschtümelnden Irrlauf.» Das sah sein Parteifreund, Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD), anders. «Ich bin dafür», sagte er der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse» (Donnerstag). «Das ist nicht ausländer- oder integrationsfeindlich. Ich halte diese Vorwürfe für unangemessen», so der Parlamentsvizepräsident.

Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert verteidigte den Beschluss des Stuttgarter CDU-Parteitages. «Es ist ganz gewiss nicht übertrieben, den wesentlichen Kern der kulturellen Identität unseres Landes, nämlich die Landessprache, auch in der Verfassung zu verankern», sagte er der «Berliner Zeitung» (Donnerstag). Der CDU- Politiker äußerte sich verwundert über die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die in der Vergangenheit der Aufnahme der deutschen Sprache in das Grundgesetz bereits zugestimmt habe.

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