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Geisterschiffe mit Flüchtlingen im Mittelmeer "Ein neuer Grad der Grausamkeit"

Italiens Küstenwache hat das Schlimmste verhindert: Im Mittelmeer ist erneut ein Geisterschiff mit Hunderten Flüchtlingen aufgetaucht. Frontex sieht darin eine neue Geschäftsidee von Schleppern.

Italiens Küstenwache ist erneut Hunderten Flüchtlingen auf einem führerlosen Frachter im Mittelmeer zur Hilfe geeilt. Die Einsatzkräfte brachten die unter der Flagge Sierra Leones fahrende "Ezadeen" nach eigenen Angaben unter Kontrolle. Das Schiff mit etwa 450 Migranten an Bord sollte in den Hafen der kalabrischen Küstenstadt Crotone geschleppt werden.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass ein Flüchtlingsschiff ohne Besatzung vor der Küste des Landes im Mittelmeer entdeckt wurde. Das Phänomen der "Geisterschiffe" im Mittelmeer, die ohne Besatzung und vollgepfercht mit Flüchtlingen ihrem Schicksal überlassen werden, zeigt nach Ansicht der EU-Grenzschutzagentur Frontex einen "neuen Grad der Grausamkeit".

"Das ist eine neue Erscheinung dieses Winters", sagte Pressesprecherin Ewa Moncure in Warschau. Der Schmuggel von Flüchtlingen sei ein "Multimillionengeschäft". Für die Schmuggler lohne sich die Rechnung, wenn ein bereits ausgemustertes Schiff ohne Crew und Treibstoff auf dem Meer zurückgelassen werde. 

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Die "Ezadeen" sollte laut Nachrichtenagentur Ansa von einem isländischen Schiff der EU-Grenzschutzmission "Triton" abgeschleppt werden. Der Frachter trieb manövrierunfähig auf die Küste Italiens zu, nachdem ihm der Sprit ausgegangen war. Den Flüchtlingen sei es gelungen, einen Notruf abzusetzen, woraufhin Italiens Küstenwache einen Rettungseinsatz startete. Ein Hubschrauber der Küstenwache brachte mehrere Einsatzkräfte an Bord des Schiffes, darunter auch einige Ärzte.

Der 1966 gebaute Frachter ist normalerweise für Viehtransporte vorgesehen und sollte den französischen Mittelmeerhafen Sète ansteuern. Nach Angaben des Schiffsinformationsdienstes MarineTraffic war der letzte bekannte Hafen, in dem der Frachter Mitte Dezember angelegt hatte, Famagusta in Nordzypern. Als vorheriger Hafen wurde Tartus in Syrien angegeben.

Erst in der Nacht zum Mittwoch waren fast 800 Bootsflüchtlinge auf einem führerlosem Frachter vor Süditalien nur knapp einer Katastrophe entgangen. Das Schiff "Blue Sky M" hatte 796 Migranten an Bord, wie die Küstenwache zuletzt mitteilte und damit die ursprüngliche Zahl von 768 Menschen nach oben korrigierte. Der Frachter war auf die Küste zugesteuert, konnte jedoch unter Kontrolle gebracht werden.


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