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Gaslieferung durch die Türkei Gazprom setzt Europa die Pistole auf die Brust

Russlands Energieriese Gazprom will den Transit über die Ukraine stoppen. Lieferungen soll es künftig nur noch über die Türkei geben. Europa müsse in wenigen Jahren die Infrastruktur dafür schaffen.

Die EU hat noch keine konkrete Antwort auf die Ankündigung aus Russland, mittelfristig kein Gas mehr durch die Ukraine in die EU leiten zu wollen. "Die Europäische Kommission nimmt diese Ankündigung von Gazprom zur Kenntnis", sagte eine Sprecherin am Donnerstag in Brüssel.

Die Behörde werde die Lage nun rechtlich und wirtschaftlich prüfen. Die Kommission fordere den russischen Gazprom-Konzern auf, mit ihr zusammenzuarbeiten und "alle Möglichkeiten der Versorgung in der Südost-Region zu erkunden", sagte die Sprecherin weiter.

"Sie haben nur einige Jahre dafür"

Gazprom-Chef Alexej Miller hatte am Mittwoch in Moskau gesagt: "Die Pipeline Turkish Stream ist der einzige Weg, auf dem die 63 Milliarden Kubikmeter russisches Gas, die aktuell durch die Ukraine kommen, geliefert werden." Europa müsse nun schnell die nötige Infrastruktur bauen, um das Gas aus der Türkei über Griechenland weiterzuleiten. "Sie haben nur einige Jahre dafür", sagte Miller. Sonst werde das Gas an Nicht-EU-Länder verkauft.

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Die EU hatte sich von der Ankündigung zunächst vor den Kopf gestoßen gezeigt. "Ich war sehr überrascht", sagte der zuständige EU-Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic in Moskau. Er war zu Gesprächen mit Gazprom angereist, die sich eigentlich eher um die Gasversorgung in den nächsten Monaten drehen sollten als in den kommenden Jahren.

"Das ist natürlich etwas, was nicht einfach verkündet, sondern zwischen Partnern diskutiert werden sollte." Gazprom setze seinen Ruf als verlässlicher Partner aufs Spiel.
Allerdings kam die Ankündigung nicht völlig überraschend. Schon Ende 2014 hatte Gazprom angekündigt, sein Gas künftig durch die Türkei und nicht mehr durch die Ukraine in die EU zu leiten.

South-Stream-Projekt fallengelassen

Die EU deckt rund zwei Drittel ihres Gasverbrauchs aus Importen. Russland ist der größte Importeur und liefert knapp ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases. Davon wiederum fließt rund die Hälfte durch die Ukraine. In den letzten Jahren gab es dabei immer wieder Schwierigkeiten, die auch zu Engpässen führten. Vergangenes Jahr kam der große Konflikt zwischen Russland und der Ukraine um die Krim und die Ostukraine hinzu.

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Die EU arbeitet seit längerem daran, mehr Lieferländer und mehr Lieferwege zu bekommen, um die Abhängigkeit von einzelnen Partnern zu verringern. Eins dieser Projekte war die sogenannte South-Stream-Pipeline, mit der Gas aus Russland via Bulgarien in die EU gelangen sollte.

Dieses Projekt hat Russland Ende letzten Jahres fallenlassen. Auch South Stream hätte zwar die Ukraine umgangen. Allerdings hätte es hier kein anderes Transitland außerhalb der EU gegeben, wie es laut Millers Ankündigung nun die Türkei werden soll.  

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