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Mohammed-Karikaturen verboten Russland droht Medien mit Strafen

Nach dem Anschlag auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris zeigten Medien weltweit die Karikaturen des Magazins. In Russland riskieren Publikationen damit empfindliche Strafen.

Die russische Medienaufsicht hat vor der Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed wie in der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" gewarnt. "Die Veröffentlichung solcher Karikaturen in russischen Medien verstößt gegen die ethischen und moralischen Normen, die in Jahrhunderten ausgearbeitet wurden", erklärte die Behörde Roskomnadsor. Sie könnten überdies strafrechtlich geahndet werden.

"Die Verbreitung von Karikaturen zu religiösen Themen in Medien kann als beleidigend oder herabsetzend gegenüber Vertretern religiöser Konfessionen und Gruppen betrachtet und als Anstachelung zu ethnischem und religiösen Hass eingestuft werden", wurde in der Mitteilung ausgeführt. Außerdem könnten Mohammed-Karikaturen Verstöße gegen das Medienrecht und Anti-Extremismus-Gesetze darstellen. Die Aufsichtsbehörde rief die Medien des Landes auf, derartige Veröffentlichungen zu unterlassen.

Russland ist gespalten

In Russland ist die Bewertung des islamistischen Angriffs auf "Charlie Hebdo" in Paris umstritten, bei dem am Mittwoch vergangener Woche zwölf Menschen getötet wurden. Die Regierung in Moskau hatte Frankreich ihr Beileid ausgesprochen, Außenminister Sergej Lawrow nahm am Trauermarsch am Sonntag in Paris teil. Viele Kreml-treue Kommentatoren sowie russische Muslime warfen der Redaktion von "Charlie Hebdo" jedoch vor, die Gewalttat mit ihren Mohammed-Karikaturen provoziert zu haben. Für kommende Woche sind mehrere Protestzüge in Russland geplant, unter anderem im tschetschenischen Grosni.

Mehrere Unterstützer von "Charlie Hebdo" in Russland wurden bereits strafrechtlich verfolgt. Ein Moskauer Bezirksgericht verurteilte am Freitag den oppositionellen Aktivisten Mark Galperin zu acht Tagen Haft, weil er in der Nähe des Kremls ein Schild mit der Solidaritätsbekundung "Je suis Charlie" hochgehalten hatte. Der 75-jährige Wladimir Jonow musste wegen einer ähnlichen Aktion ein Bußgeld von 20.000 Rubel (265 Euro) zahlen. Beide wurden für schuldig befunden, eine nicht genehmigte öffentliche Kundgebung veranstaltet zu haben.

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