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Trauerfeier für König Abdullah Christian Wulff kondoliert für Deutschland

Überraschendes Comeback für den Altbundespräsident. Auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Christian Wulff Deutschland bei der Trauerfeier vertreten.

An diesem Samstagabend soll eine Trauerfeier für den verstorbenen König stattfinden. Auf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Altbundespräsident Christian Wulff Deutschland dabei vertreten, wie eine Regierungssprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte. Zu den Gründen für diese Entscheidung äußerte sie sich nicht.

Der Vorschlag für Wulff kam nach Angaben aus Regierungskreisen von Merkel, die sich vergangene Woche noch einmal dessen Satz "Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland" zu eigen gemacht hatte. In Deutschland ist es eher unüblich, dass ehemalige Amtsträger das Land bei solchen Anlässen vertreten. Es gab aber auch früher schon einzelne Fälle. In den USA dagegen ist es gängige Praxis, dass ehemalige Präsidenten das Land in solchen Fällen repräsentieren. Bundespräsident Joachim Gauck feiert an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag. Merkel war zuletzt bei ihren Auftritten in Davos und in Florenz schwer erkältet. Zwischenzeitlich wurde auch über eine Teilnahme Steinmeiers an der Trauerfeier für König Abdullah nachgedacht. Der Außenminister hält sich am Wochenende aber zu einem Besuch in Algerien auf.

Wie krank ist der neue Saudi-König?

Nach dem Tod des saudischen Königs Abdullah ist die Macht in dem konservativen Golf-Königreich reibungslos an seinen Halbbruder Salman übergegangen. Beobachter erwarten, dass der neue Regent (79) den Kurs seines Vorgängers (91) fortsetzt. "Wir werden an der rechtschaffenen Politik festhalten, die Saudi-Arabien seit der Gründung durch König Abdelasis verfolgt hat", erklärte Salman am Freitag in seiner ersten TV-Ansprache nach dem Machtwechsel. Diese Fernsehansprache nährte jedoch wieder Sorgen um seinen Gesundheitszustand. Der neue Regent sprach kurzatmig und war schwer zu verstehen. Seit langem gibt es Gerüchte, dass er an Demenz leidet. Seine Gesundheit gilt allgemein als angeschlagen. 2010 wurde er wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert. Seit einem Schlaganfall kann Salman seinen linken Arm nur eingeschränkt bewegen.

Auch der neue König Salman bin Abdulaziz al-Saud ist gesundheitlich angeschlagen. (Foto: AFP)

Hunderte Menschen sprachen am Mittag in der Turk-bin-Abdullah-Moschee in der Hauptstadt Riad das Totengebet für den gestorbenen König Abdullah. Begleitet von einer Menschenmenge trugen Familienmitglieder den verhüllten Leichnam hinaus. Im Beisein von Verwandten wurde er in einem nicht markierten Grab beerdigt. Am Abend schworen Mitglieder der Königsfamilie und Bürger König Salman in einem Palast ihre Treue.

 

Abdullah war nach langer Krankheit gestorben. Noch in der Nacht ernannte das Königshaus Salman zu seinem Nachfolger. Der reibungslose Thronwechsel sorgte dafür, dass in Riad kein Machtvakuum entstand. Wegen der Gebrechlichkeit der neuen Königs gilt der zum Kronprinzen ernannte Mukrin (69) als neuer starker Mann in Saudi-Arabien - wie Salman ein Sohn des Staatsgründers.

Saudi-Arabien immer wieder Ziel von Terroranschlägen

Zum Vize-Kronprinzen ernannte der Königshof Prinz Mohammed bin Naif (55). Dieser wäre im Falle einer Machtübernahme der erste Vertreter aus der Enkelgeneration des Staatsgründers auf dem Thron. Salmans Sohn Mohammed ist neuer Verteidigungsminister.

Der Thronwechsel kommt in einer für Saudi-Arabien sehr schwierigen Zeit. Der Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak bis an die Grenzen des Königreichs und der Staatszerfall im benachbarten Jemen haben das Herrscherhaus alarmiert. Saudi-Arabien ist immer wieder selbst Ziel von Terroranschlägen.

Mehr zum Thema: Quo vadis, Saudi-Arabien?

Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte zum Tod von Abdullah und rühmte dessen "ausgewogene und vermittelnde Politik im Nahen Osten". US-Präsident Barack Obama nannte Abdullah einen aufrichtigen und mutigen Führer.

Abdullah hatte Modernisierungsschritte unternommen

Israels Ex-Präsident Schimon Peres erklärte, Abdullahs Tod sei ein "wirklicher Verlust für den Frieden im Nahen Osten". Auch der mit Saudi-Arabien verfeindete Iran bedauerte den Tod des Monarchen. Die Führer der arabischen Welt reagierten mit Beileidsbekundungen. Mehrere Regierungen riefen Trauerzeiten aus.

In dem streng religiösen Königreich hatte Abdullah während seiner Herrschaft Modernisierungsschritte unternommen. So gründete er gegen den Willen von Islam-Gelehrten 2009 die König-Abdullah-Universität, in der Frauen und Männer gemeinsam studieren und forschen. Unter Abdullah gelang es dem Königreich auch, die arabischen Aufstände unbeschadet zu überstehen.

An der Politik Riads gab es jedoch scharfe Kritik. So schickte das Königshaus Soldaten ins benachbarte Bahrain, wo Proteste von Schiiten niedergeschlagen wurden. Auch politischen Gegnern gegenüber blieb er unnachgiebig. Aktuell sorgt die Prügelstrafe für den islamkritischen Blogger Raif Badawi international für Empörung. Der Aktivist war zu zehn Jahren Haft und 1000 Stockschlägen verurteilt worden, weil er im Internet den Islam beleidigt haben soll.

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