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N24-Umfrage Nur 16 Prozent der Deutschen wollen Athen Schulden erlassen

Es war ein zentrales Wahlversprechen von Alexis Tsipras: Griechenlands neuer Premier will Schuldenerleichterungen von Athens Geldgebern. Was denken die Deutschen? N24 hat nachfragen lassen.

Der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras sucht die Machtprobe mit Europa. "Wir werden die Politik der Unterwerfung nicht fortsetzen", hatte der Linkspolitiker vor der ersten Sitzung seines Kabinetts gesagt. Er kündigte an, Reformauflagen wie die Privatisierung des größten griechischen Hafens zurückzudrehen. In der Bundesregierung stieß das auf Kritik. Auch die Finanzmärkte reagierten entsetzt

Tsipras machte klar, dass er an seinen Wahlversprechen festhalten wolle: "Unser Ziel sind Schuldenerleichterungen." Er strebe eine faire Lösung an, um aus dem Teufelskreis aus Schulden und Rezession auszubrechen. Den von Tsipras geforderten Schuldenerlass lehnen die Gläubiger ab. Griechenland wird seit 2010 von seinen Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds mit 240 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt. Die Bundesrepublik haftet für Kredite von gut 50 Milliarden Euro.

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In Deutschland ist die Bereitschaft, Athens Schuldenabbau neu zu verhandeln, gering. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag von N24 sagten lediglich 16 Prozent der Befragten, dass die Europäische Kommission Griechenland einen Teil der Schulden erlassen sollte. 33 Prozent waren der Meinung, die Kredite für die Rückzahlungsfristen zu verlängern. 43 Prozent plädierten dafür, nicht auf Griechenlands Forderungen einzugehen.  

Unterdessen hat Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) betont, dass Athens Kurswechsel nicht zu Lasten der Bürger in anderen europäischen Ländern gehen darf. Natürlich müsse die demokratische Entscheidung der griechischen Bevölkerung genauso akzeptiert werden wie "das Recht einer neugewählten Regierung, ihren Kurs neu zu bestimmen", sagte Gabriel in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. "Allerdings gilt auch, dass auch alle anderen Bürger Europas erwarten können, dass Veränderungen in der griechischen Politik nicht zu ihren Lasten vorgenommen werden."

"System von Korruption, Bereicherung und Vorteilsnahme"

Was immer die neue Regierung an mit der EU und der Troika vereinbarten Maßnahmen, Programmen und Reformen verändern wolle, "sie muss die Konsequenzen dieser Änderungen im eigenen Land bewältigen und darf sie nicht auf die Bürger anderer Länder abwälzen", betonte Gabriel. Er hoffe sehr, dass es der neuen Regierung gelingen werde, "das System von Korruption, persönlicher Bereicherung und Vorteilsnahme, das sich ungeachtet der Reformprogramme in Griechenland hartnäckig hält, zu zerstören".

In Griechenland hatte am Wochenende das Linksbündnis Syriza die Wahl gewonnen, am Montag wurde Alexis Tsipras als neuer Ministerpräsident vereidigt. Er strebt einen Kurswechsel beim bisherigen rigiden Sparkurs an und fordert unter anderem einen Schuldenerlass für sein Land.

 

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