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Zahl der Toten vervielfacht Deutsche IS-Kämpfer werden zu Kanonenfutter

Die Zahl der deutschen Dschihadisten, die im Nahen Osten für den IS kämpfen, hat sich vervielfacht. Die Terrormiliz "verheize" die Kämpfer aus Deutschland geradezu, so der Verfassungsschutz. 

Sie kommen aus dem Sauerland oder aus Berlin, und sie sterben im Nahen Osten: Die Zahl der Islamisten aus Deutschland, die in Syrien und im Irak ums Leben gekommen sind, ist erneut gestiegen. "Wir haben Hinweise, dass bereits 75 aus Deutschland ausgereiste Dschihadisten dort umgekommen sind", sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

Vor einem Jahr seien es noch rund 20 gewesen. Der Anstieg sei bemerkenswert. "Das zeigt die brutale Realität des sogenannten 'Islamischen Staates' (IS)", sagte Maaßen. "Deutsche Dschihadisten werden von der Terrorgruppe IS regelrecht verheizt."

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Der Verfassungsschutzchef betonte: "Anders als früher in Wasiristan wird der einzelne Tote auch nicht mehr unbedingt als 'Märtyrer' gefeiert, sondern ist nur noch Teil einer namenlosen Kriegsmasse." Wasiristan ist eine Bergregion im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan – und ein früheres Ziel von gewaltbereiten Islamisten aus Deutschland.

650 Islamisten aus Deutschland kämpfen

Nach Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz und des Bundeskriminalamts sind seit Beginn der Kämpfe in Syrien 2011 insgesamt mindestens 650 Islamisten aus Deutschland in das Krisengebiet ausgereist.

Gerade in den vergangenen Monaten – mit dem Vormarsch der IS-Miliz im Irak – hatte sich die Entwicklung sehr beschleunigt. Ende 2013 hatte der Verfassungsschutz noch etwa 240 Ausgereiste gezählt. Ende 2014 waren es schon mehr als 550.

„Der Strom der Ausreisen in Richtung Syrien und Irak hält ungebremst an.“
 Hans-Georg Maaßen (Präsident, Bundesamt für Verfassungsschutz)

Inzwischen seien es schon wieder etwa 50 Ausreisen mehr als noch Mitte Januar, sagte Maaßen. "Der Strom der Ausreisen in Richtung Syrien und Irak hält auch 2015 ungebremst an."

Etwa ein Drittel der Ausgereisten sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden inzwischen wieder in Deutschland. Zu etwa 40 der Rückkehrer liegen Erkenntnisse vor, dass sie aktiv an Kämpfen in Syrien und im Irak beteiligt waren.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" mit Blick auf die gestiegenen Ausreisezahlen, Deutschland verzeichne damit einen ähnlichen Trend wie etwa Frankreich und Belgien. Lediglich in Großbritannien gehe die Zahl derer, die sich dem Dschihad anschließen, etwas zurück.

De Maizière sagte weiter, dass es den deutschen Sicherheitsbehörden schwer falle, ins Herz der radikalen Salafistenszene vorzustoßen. "Wir haben dafür in den Behörden auch noch viel zu wenige Mitarbeiter mit Migrationshintergrund", gestand er ein.

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