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Einfallstor nach Europa Der IS nutzt den Balkan als Terror-Drehkreuz

Der Balkan wird offenbar zum Dschihadisten-Drehkreuz. Westliche IS-Anhänger ziehen von hier aus in den Kampf, zudem werden dort offenbar Terrorpläne geschmiedet. Die Situation ist besorgniserregend.

Die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) rückt immer näher an Westeuropa heran. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" aus Sicherheitskreisen wird der Westbalkan für islamistische Kämpfer zum Einfallstor. Diese Entwicklung löst auf internationaler Ebene zunehmend Besorgnis aus.

Noch vor dem offiziellen Start des G-7-Gipfels der Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrienationen in Elmau wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama am Sonntagvormittag beraten. Die Bedrohung durch IS-Terroristen wird dem Vernehmen nach auch beim Gipfel diskutiert werden.

Zur Vor-Ausbildung in den Kosovo

Deutsche Nachrichtendienste beobachten seit einigen Monaten einen Trend auf dem Westbalkan: Radikale Islamisten bilden dort vermehrt Netzwerke, um Dschihad-Kämpfer in die Krisengebiete einzuschleusen. Im Kosovo, in Bosnien-Herzegowina, Albanien und in Mazedonien rekrutieren salafistische Prediger im großen Stil Kämpfer für die Auseinandersetzungen in Syrien und im Nordirak. Allein aus dem Kosovo sollen inzwischen mehr als 250 Islamisten in die Krisenregion gereist sein. 

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Gemessen an der Einwohnerzahl, hält das Land damit den Rekord in Europa. Die Region gilt außerdem als beliebte Transitstrecke für Dschihad-Kämpfer. Islamisten aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich und den Niederlanden sollen mit Autokonvois dort Zwischenstopps eingelegt haben. "Wir gehen davon aus, dass es dort sogar eine Art Vor-Ausbildung für die angehenden Dschihadisten gibt", sagte ein Vertreter der Sicherheitsbehörden.

Erst im April kam es zu einem tödlichen Angriff

Doch die Balkanstaaten dienen offenbar nicht mehr nur der Rekrutierung. Sie sind Rückzugsräume, in denen womöglich auch Terroranschläge vorbereitet werden. Immer wieder kam es zuletzt zu Anti-Terror-Einsätzen der lokalen Behörden, bei denen umfangreiche Waffenlager ausgehoben wurden. Erst im April attackierte in der bosnischen Stadt Zvornik ein mutmaßliches IS-Mitglied eine Polizeistation, erschoss einen Polizisten und verletzte zwei weitere. Anschließend kam es im gesamten Land zu Durchsuchungen und Festnahmen radikaler Islamisten.

Das Bundesinnenministerium spricht von einer hohen Bedrohung, die insbesondere von Rückkehrern aus den Kampfgebieten ausgehe. Nach Informationen der "Welt am Sonntag" sollen die deutschen Nachrichtendienste in dieser Woche das geheim tagende Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages über die spezielle Gefahr unterrichten, die vom Westbalkan ausgeht.

Das US-Außenministerium hat wiederholt vor der hohen Zahl von Kämpfern aus der Region gewarnt, die sich dem IS angeschlossen haben. Das amerikanische Justizministerium hilft bereits auf dem Westbalkan bei der Strafverfolgung von Rückkehrern aus den Krisenregionen.

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