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Anschlag in Frankreich Islamisten enthaupten Mann und attackieren Fabrik

Ein grausamer Anschlag hat in Frankreich einen Menschen das Leben gekostet, mehrere weitere wurden verletzt. Das Todesopfer wurde enthauptet. Ein Verdächtiger wurde verhaftet.

Knapp ein halbes Jahr nach der Attacke auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" ist Frankreich wieder Ziel eines offenbar islamistischen Anschlags geworden. Mindestens ein Angreifer stürmte nach Ermittlerangaben eine Fabrik nahe Lyon, ein Mann wurde dabei enthauptet, es gab zwei Leichtverletzte. Ein mutmaßlicher Täter wurde gefasst, er war den Geheimdiensten bekannt. Die Polizei suchte nach möglichen Komplizen. Am Nachmittag berichtete die Zeitung "Dauphiné Libéré" von einer zweiten Festnahme. Es soll sich um den mutmaßlichen Fahrer Attentäters handeln.

"Laut den ersten Ermittlungsergebnissen sind eine oder mehrere Personen mit einem Fahrzeug auf die Fabrik zugerast, dann gab es eine Explosion", sagte ein Ermittler. Mindestens ein Angreifer sei auf das Gelände vorgedrungen, sagte ein anderer Ermittler, er habe eine islamistische Fahne in der Hand gehabt und mehrere Gasflaschen in der Fabrik in Saint-Quentin-Fallavier im Südosten von Lyon in die Luft gesprengt.

Am Zaun der Anlage wurde der vom Körper abgetrennte Kopf des Opfers gefunden. Er war laut Ermittlern mit arabischen Schriftzeichen bedeckt. Ein Verdächtiger wurde nach dem Anschlag von der Polizei gefasst. Er war dem französischen Inlandsgeheimdienst DGSI bekannt. Die Polizei prüft, ob der Mann alleine handelte oder ob es Mittäter gibt. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.

Die französische Regierung geht bei dem Angriff von einem Terroranschlag aus. Präsident Francois Hollande erklärte in einer Pressekonferenz, es würden sämtliche Maßnahmen ergriffen, um weitere Attacken zu verhindern.

Sicherheitsvorkehrungen wurden verstärkt

Ziel des Anschlags war eine Fabrik des Unternehmens Air Products, das Gas- und Chemieprodukte für die Industrie herstellt. Die Anlage ist als Industrieeinrichtung eingestuft, in der gefährliche Produkte lagern. Frankreichs Premierminister Manuel Valls ordnete an, "sofort" in der gesamten ostfranzösischen Region Rhône-Alpes die Sicherheitsvorkehrungen für Einrichtungen zu verstärken, die gefährdet sein könnten.

Innenminister Bernard Cazeneuve wollte sich umgehend zum Anschlagsort begeben. Staatschef François Hollande, der sich beim EU-Gipfel in Brüssel aufhielt, wollte nach Angaben des Elysée-Palasts am frühen Nachmittag nach Frankreich zurückkehren. Für 15.00 Uhr wurde eine Sitzung des Verteidigungsrates im Elysée-Palast anberaumt.

Frankreich war erst vor knapp einem halben Jahr durch die islamistische Anschlagsserie von Paris erschüttert worden: Im Januar töteten drei Islamisten bei Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo", auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt im Großraum Paris insgesamt 17 Menschen.

Das Attentat ereignete sich auf einem Firmengelände in Saint-Quentin-Fallavier im Departement Isère. (Foto: Screenshot Google)

De Maizière: Ernstzunehmende Bedrohungslage

Die Bundesregierung hat den mutmaßlich islamistischen Mordanschlag verurteilt. Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) sprach in Berlin von einem "abscheulichen Attentat". Im Kurzmitteilungsdienst Twitter schrieb er in einer Mitteilung auf Französisch: "All unsere Solidarität und unser Mitgefühl."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich derweil besorgt. "Das ist etwas, was uns besonders bewegt", sagte er nach der Konferenz der Innenminister von Bund und Ländern in Mainz. Gerade in Fragen der Sicherheit hingen Deutschland und Frankreich eng zusammen. De Maizière sagte: "Deutschland (ist) nach wie vor in einer erstzunehmenden Bedrohungslage." Die Zahl sogenannter Gefährder sei so hoch wie nie. 

In die Ermittlungen in Frankreich haben sich inzwischen auch die deutschen Behörden eingeschaltet. Das Bundeskriminalamt (BKA) befinde sich bereits in einem "engen Austausch" mit den französischen Stellen, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin mit. "Ob es sich um einen terroristischen Hintergrund handelt oder nicht, ist noch nicht abschließend geklärt."

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