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No-go-Areas Wenn die Polizei selbst nicht mehr sicher ist

Es sind alltägliche Situationen wie eine Verkehrskontrolle, die eskalieren. Plötzlich sind die Beamten umzingelt. Und in Gefahr. Ein Bericht zeigt erschreckende Einblicke in die Polizeiarbeit.

Die Sicherheitslage im Ruhrgebiet ist besorgniserregend: Wie aus einem vertraulichen Bericht des Polizeipräsidiums Duisburg hervorgeht, gibt es eine "akute Gefährdung" durch die Entstehung rechtsfreier Räume. Teilweise würden kriminelle Banden "bereits ganze Straßenzüge für sich reklamierten", schreibt der "Spiegel".

Die Beamten sorgen sich demnach, ihnen könnten Problembezirke entgleiten. In dem Bericht warnen sie, die öffentliche Ordnung könne "langfristig nicht gesichert" werden. Es wären bereits "Angsträume" entstanden, dazu gehörten etwa Straßenbahnen in den Abend- und Nachtstunden. Zudem würden Anwohner eingeschüchtert. Auch die Polizei habe in einigen Bezirken einen schwierigen Stand und stünde einem hohen Maß an Aggressivität und Respektlosigkeit gegenüber. Polizistinnen wären besonders betroffen.

Auch Gründe für die problematische Situation in einigen Bezirken werden in dem vertraulichen Papier aufgezählt. Dazu gehören dem "Spiegel"-Bericht zufolge "eine hohe Arbeitslosigkeit, die Perspektivlosigkeit von Zuwanderern ohne Qualifikation für den deutschen Arbeitsmarkt und ethnische Spannungen unter den Migranten". Als Konsequenz dieser Analyse will die Polizei stärker vor Ort vertreten sein. Zudem sollen die Beamten nach Straftaten intensiver ermitteln. An eine mittelfristige Verbesserung der Situation glaubt das Duisburger Präsidium nicht.

"Wir dürfen kriminellen Gruppierungen nicht die Straße überlassen"

Der Bericht zeigt, wie stark sich die Situation in Duisburg zugespitzt hat und wie hilflos die Polizei den abrutschenden Bezirken gegenüber steht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen warnte bereits Anfang Juli vor No-Go-Areas. GdP-Landeschef Arnold Plickert zufolge gibt es fast wöchentlich Situationen, in denen Polizisten in Duisburg, Essen und Dortmund ohne jeden erkennbaren Grund von einer größeren Menschenmenge bedroht und angegriffen werden. "Wir dürfen kriminellen Gruppierungen nicht die Straße überlassen, sonst werden ganze Stadtteile weiter abrutschen und mit ihnen die dort lebenden Menschen", warnte Plickert.

Die Gewerkschaft zeigt sich besorgt über das Vordringen libanesischer Familien in Problembezirke. Ende Mai hatten in Duisburg-Marxloh Mitglieder einer solchen Familie zwei Polizisten angegriffen und verletzt. Die Beamte hätten ihre Dienstwaffe ziehen müssen, um der Situation Herr zu werden. Etwa 15 Angreifer hätten die beiden Beamten bedrängt, umringt von rund 100 Schaulustigen, so die Polizei. Zuvor hatten die Beamten bei der Aufnahme eines Verkehrsunfalls zwei Verdächtige kontrollieren wollen, die auffällig nach Cannabis rochen.

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"Für die kriminellen Banden ist es ein Spiel. Sie wissen, dass die Polizei in ihrem Stadtviertel keine Maßnahmen mehr durchsetzen kann, wenn sie nach Angriffen auf einzelne Polizisten nicht sofort fünf bis zehn Streifenwagen zur Verstärkung heranziehen kann", so Plickert. In Duisburg kämpften zudem mehrere rivalisierende Rockergruppen sowie türkische, rumänische und bulgarische Gruppen um die Vorherrschaft auf der Straße. Der GdP-Landeschef fordert daher mehr Personal, um die Probleme bewerkstelligen zu können. Der Deutsche Polizeigewerkschaft unterstützt diese Forderung.

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