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Neue US-Atomwaffen in Deutschland Russland droht mit "Gegenmaßnahmen"

Berichte über die Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland haben Russland aufgeschreckt. Sollte es dazu kommen, werde Moskau Gegenmaßnahmen ergreifen, so ein Sprecher Putins.

Russland will nicht tatenlos zusehen, sollten Medienberichte über eine geplante Modernisierung des US-Atomwaffenarsenals in Deutschland zutreffen. "Das könnte die Machtbalance in Europa verändern. Und ohne Zweifel würde das erfordern, dass Russland notwendige Gegenmaßnahmen ergreift, um die strategische Balance und Parität wiederherzustellen", sagte ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Die USA würden mit diesem "ernsten Schritt" die Spannungen in Europa verschärfen. 

"Das kann zu einer Zerstörung des strategischen Gleichgewichts in Europa führen", sagte Peskow. Moskau werde reagieren, um seine eigene nationale Sicherheit zu gewährleisten. Peskow reagierte damit auf einen Bericht des ZDF-Fernsehmagazins "Frontal 21" vom Dienstag, wonach die USA neue Atombomben vom Typ B61-12 auf dem Bundeswehrfliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz planen würden. Eine offizielle Bestätigung für solche Pläne gab es nicht.

Die Nachrichtenagentur Interfax berichtete unter Berufung auf einen Militärvertreter, als Reaktion könne Russland womöglich ballistische Raketen vom Typ Iskander in seine Exklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen verlagern. "Eine endgültige Entscheidung wird nach einer detaillierten Analyse der potenziellen Bedrohung getroffen", zitierte die Agentur ihren Informanten.

Die letzten 20 US-Atomwaffen in Deutschland

"Frontal 21" hatte sich in dem Bericht auf US-Haushaltspläne berufen. Rüstungsexperten meinten in der Sendung, dass die neuen taktischen Nuklearwaffen vom Typ B61-12 zielgenauer seien als die Atombomben, die bislang in Büchel gelagert würden. Im Kriegsfall könnten demnach deutsche Tornadopiloten im Auftrag der Nato Angriffe mit den US-Bomben fliegen. Der SPD-Verteidigungspolitiker Thomas Hitschler bestätigte dem Magazin, dass die Bundesregierung mit rund 120 Millionen Euro in den kommenden Jahren die Landebahn des Flugplatzes modernisieren wolle.

Friedensaktivisten gehen seit Jahren davon aus, dass am Fliegerhorst Büchel die letzten 20 US-Atomwaffen in Deutschland lagern. Mit Protestaktionen fordern sie regelmäßig den Abzug der Atomwaffen, wie ihn der Bundestag 2010 beschlossen hatte. Auch der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hatte Anfang August die Bundesregierung aufgefordert, alles zu tun, um einen Abzug dieser Waffen zu erreichen.

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