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Schützt Cloudflare Terrorinhalte? US-Firma steht Hacker-Plänen im Weg

Anonymous hat dem IS den digitalen Krieg erklärt. Durch Überlastung sollen die Server der Extremisten zu Fall kommen. Eine US-Firma könnte die Pläne jedoch vereiteln.

Im Kampf gegen die Propaganda der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist die Überlastung von Webseiten des Netzwerks Teil der Maßnahmen des Hacker-Kollektivs Anonymous. Dieses hatte nach den jüngsten Anschlägen von Paris angekündigt, die Internet-Infrastruktur des Islamischen Staats anzugreifen. 

Wer einschlägige Seiten mit islamistischen Inhalten aufruft, bekommt derzeit häufig zunächst eine Seite des US-Unternehmens Cloudflare zu Gesicht. Das Unternehmen prüft dabei, ob die Seite von einem normalen Webbrowser aufgerufen wurde oder von einem Skript, das allein den Zweck hat, die Server in die Knie zu zwingen. Erst wenn die Cloudflare-Software festgestellt hat, dass es sich um einen legitimen Seitenaufruf handelt, wird der Nutzer auf die eigentliche Seite weitergeleitet.

Mehr zum Thema: IS "auslöschen" - So kann jeder Anonymous helfen

Das schützt die Webseite vor Überlastung - vor allem gegen sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS), bei denen ein Computernetzwerk eine Webseite so stark mit Anfragen überflutet, bis diese unter der Last zusammenbricht. Zahlreiche Twitter-Accounts aus dem Anonymous-Netzwerk kritisieren, Cloudflare stelle den Dienst auch islamistischen Webseiten zur Verfügung.

Cloudflare schützt Webseiten unter anderem durch Umleitung vor DDoS-Angriffen. (Foto: Screenshot)

Cloudflare-Chef reagiert auf Kritik von Anonymous

Im Gespräch mit dem britischen IT-Portal "The Register" äußerte sich Cloudflare-Chef Matthew Prince zu den Vorwürfen. "Ich behaupte mal, dass das eine Schnellschuss-Analyse von Kids war, die kaum ernst zu nehmen ist", kommentierte Prince die Tweets im Gespräch mit dem Portal. "Anonymous nutzt uns auch für einige ihrer Seiten – trotz des Drucks aus einigen Ecken gegenüber uns, die Seiten offline zu nehmen", zitiert das Portal den Cloudflare-Chef.

Liveticker zum Terror in Paris

Sollte die Polizei oder das FBI mit den notwendigen Gerichtsbeschlüssen Cloudflare zum Herunternehmen von Inhalten auffordern, werde das Unternehmen aus San Francisco dieser Aufforderung nachkommen. Es sei auch nicht im Interesse des Unternehmens, Seiten des Islamischen Staats zu hosten, da diese vermutlich nur mit gestohlenen Kreditkarten bezahlt würden. Wer Probleme mit bestimmten Inhalten habe, sollte die etablierten Wege der Strafverfolgung beschreiten, sagte Prince der "International Business Times".

Cloudflare ist bekannt für kontroverse Kunden

Das 2009 gegründete Unternehmen ist laut einem Bloomberg-Bericht mehr als eine Milliarde Dollar wert und will 2017 an die Börse gehen. Die Technik des Unternehmens hilft Webseiten dabei, auch in Fällen von extremem Datenaufkommen – egal, ob durch legitime Ursachen oder durch einen DDoS-Angriff – online zu bleiben. Dazu nutzt CloudFlare ein sogenanntes Content Delivery Network mit Servern rund um die Welt auf allen Kontinenten.

Cloudflare ist dafür bekannt, auch die Webseiten kontroverser Gruppen zu schützen. So war auch die Hackergruppe LulzSec, die unter anderem durch das Veröffentlichen von Passwörtern auf sich aufmerksam machte, Kunde des Unternehmens. Einer Bitte der CIA, die Seite ohne Gerichtsbeschluss offline zu nehmen, kam Cloudflare im Sommer 2011 laut US-Medienberichten nicht nach. Auch die Enthüllungswebseite Wikileaks gehört zum Kundenkreis von Cloudflare.

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