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Christliche US-Hochschule Uni-Direktor fordert "Waffen gegen Muslime"

Der Direktor einer christlichen US-Universität fordert seine Studenten auf, Waffen zu tragen. Damit sollen sie Muslimen eine "Lektion erteilen".

Jerry Falwell Junior greift mit der rechten Hand in seine hintere Hosentasche. Er zögert einen Moment. "Ist es legal, sie zu ziehen?", fragt der evangelikale Pastor. Sein Blick schweift über die Studenten in der Sportarena der Universität, die Platz für 12.000 Menschen bietet. "Ich weiß es nicht", beantwortet er seine Frage selbst. Nach den Regeln der Liberty University, die mit rund 100.000 eingeschriebenen Studenten eine der größten christlichen Hochschulen in den USA ist, wäre es korrekt, würde der Universitätsdirektor seine 25er Pistole ziehen.

Falwell ist nicht irgendein Prediger aus der Provinz, sondern ein konservatives Schwergewicht mit erheblichem Einfluss in Washington. In Wahlzeiten pilgern vor allem republikanische Präsidentschaft-Bewerber an die Liberty University, die der inzwischen verstorbene Senior Falwell 1971 in Lynchburg im US-Bundesstaat Virginia gegründet hatte.

"Muslime erledigen, bevor sie reinkommen"

In diesem Jahr machten unter anderen Jeb Bush, Ben Carson und Ted Cruz dem Campus ihre Aufwartung. Um dem Anschein der Einseitigkeit entgegenzutreten, lud Falwell mit Bernie Sanders auch einen Demokraten ein, vor den Studenten zu sprechen. In der Regel tauchen hier jedoch konservative Redner auf. Wie auch vergangenen Freitag, als der Chef der Heritage Stiftung und frühere US-Senator aus South Carolina Jim DeMint sprach.

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Nach dessen Rede schritt Falwell ans Rednerpult, um sich zu der Massenschießerei von San Bernardino zu äußern. "Wenn mehr gute Menschen eine Lizenz zum Waffentragen hätten, dann könnten wir diese Muslime erledigen, bevor sie reinkommen", sagte er unter dem Applaus der Studenten.

Es sei ihm "völlig unverständlich", wie der Präsident der Vereinigten Staaten als Reaktion auf den Anschlag mehr Waffenkontrollen verlangen könne. Deshalb wolle er die Gelegenheit nutzen, "euch alle aufzufordern, einen Waffenschein zu erwerben. Wir bieten freie Kurse an. Lasst uns ihnen einen Lektion erteilen, wenn sie hier auftauchen."

Jesus hätte kein Waffentraining absolviert

Der Prediger spricht mit seiner Aufforderung, Waffen zu tragen, Evangelikalen aus der Seele. Laut einer Umfrage des Public Religion Research Institutes aus dem Jahr 2013 sind schwarze Protestanten zu 76 Prozent, Katholiken zu 67 Prozent und Mitglieder traditioneller protestantischer Kirchen zu 57 Prozent für strikte Waffenkontrollen, während 59 Prozent der weißen Evangelikalen diese ablehnen.

Doch Falewell erntet für seine Äußerungen auch Kritik. Der Kolumnist und christliche Aktivist Shane Claiborne bezeichnete den Auftritt als bizarr. "Der Jesus, zu dem ich bete, trug keine Waffe. Er trug ein Kreuz." Er könne sich nicht vorstellen, dass Jesus sich zum Waffentraining angemeldet hätte. "Und es ist noch schwerer vorstellbar, dass Jesus die Worte gutheißen würde, mit denen Herr Falwell offen Muslime bedroht."

Warnung vor enormen Schäden

Auch aus dem politischen Raum hagelte es Widerspruch. Die demokratische Spitzenreiterin unter den Präsidentschaftsbewerbern, Hillary Clinton, sagte, solche Auftritte trügen dazu bei, dass Extremisten weiteren Aufschwung erhielten. Die Äußerungen Falwells seien genau die Art von bedauerlicher, hasserfüllter Reaktion, die dem Islamischen Staat und anderen radikalen Dschihadisten in die Hände spiele. Ähnlich äußerte sich der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe. "Wir sollten uns daran erinnern, welche enormen Schäden aus unbedachter Wortwahl hervorgehen können", warnte er.

Falwell bedauert wenig. Er stehe hinter seinen Worten und würde sie genau so wiederholen, sagte er der "Washington Post". Allein, dass er von "diesen Muslimen" gesprochen haben, sei nicht ganz glücklich gewesen. Natürlich habe er dabei an Extremisten wie die von Paris und San Bernardino gedacht. "Das ist das Einzige, was ich klarstellen würde."

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