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Keine Islam-Terroristen Die wahren Gründe für den Erfolg des IS

Neun von zehn Arabern lehnen den "Islamischen Staat" ab, das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Diese zeigt auch: Sympathien für die Dschihadisten haben häufig keine religiösen Gründe.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wird in der arabischen Welt mit überwiegender Mehrheit abgelehnt. Bei einer repräsentativen Umfrage des Arabischen Zentrums für Forschung und Politikstudien in Katar in zwölf arabischen Ländern äußerten sich 89 Prozent der Befragten negativ über den IS. Lediglich sieben Prozent bewerteten die Handlungen des Islamischen Staats als "sehr" oder "überwiegend" positiv. Im Libanon, im Irak und Jordanien - dort, wo der IS besonders aktiv ist – war die Ablehnung mit 97 bis 99 Prozent besonders groß.

Gleichzeitig zeigte die Umfrage aber auch, dass die Unterstützung der Terrormiliz offenbar nichts mit der Religion zu tun hat. Diejenigen, die die Dschihadisten unterstützten, waren zu etwa gleichen Teilen entweder "sehr religiös" oder "nicht religiös". Gleiches galt für die Gegner des IS. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Erfolge radikaler Organisationen ihren Ursprung in den politischen Missständen und Krisen haben. Und eben nicht in der religiösen Ideologie.

Arabische Welt uneins über Anti-Terror-Strategie

Im Allgemeinen herrscht in der arabischen Welt Uneinigkeit darüber, wie der IS zu besiegen sei. Während 28 Prozent sich dafür aussprachen, die Demokratisierung in der gesamten Nahost-Region zu intensivieren, erachteten 14 Prozent eine Intensivierung der Luftangriffe auf den IS als Erfolg versprechender.

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Zwölf Prozent glauben, dass nur die Lösung der Syrien-Krise den Terror in der Region beenden würde. Umgekehrt denken aber neun Prozent, dass die Zerstörung der Miliz Grundlage für die Lösung des Konflikts ist. Das komplette Gegenteil also. Immerhin wird dieser von einem Fünftel als Hauptgrund für den Erfolg des IS angeführt.

Auch wenn die Meinungen variieren: Syrien-Krise und der Erfolg des Islamischen Staats hängen unmittelbar miteinander zusammen. Ein weiteres Argument dafür, dass der Erfolg des IS eher politischer als religiöser Natur ist. Für 62 Prozent ist das Ende des Konflikts nur durch den Sturz von Staatschef Baschar al-Assad zu erreichen. Zwölf Prozent plädieren unterdessen für die Zerschlagung der Opposition.

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Knapp die Hälfte der Befragten glaubt zwar, dass der Arabische Frühling eine Vielzahl von Hürden und Herausforderungen erlebe, am Ende aber Erfolg haben werde. Etwa ein Drittel aber glaubt das nicht. 34 Prozent sagen, dass die Demokratiebestrebungen ein Ende gefunden haben und die "alten Regimes an die Macht zurückgekehrt seien". 2012 teilten diese Meinung lediglich 22 Prozent.

Interessant ist auch, dass Israel in der arabischen Welt in etwa gleich verhasst ist wie der Islamische Staat. 85 Prozent lehnten eine Anerkennung Israels durch ihr Heimatland ab. Als Gründe nannten die Befragten, Israel sei "rassistisch, expansionistisch und kolonialistisch".

Israel und die USA sind die größten Feinde in Nahost

67 Prozent der nach Angaben des Instituts in persönlichen Interviews Befragten, bezeichneten Israel oder die USA als den größten Feind ihres Landes. Auch den Iran und Russland lehnte mehr als die Hälfte ab. Mit 59 Prozent Zustimmung wurde hingegen die Außenpolitik der Türkei bewertet.

Während die Mehrheit der Befragten den Feind im Ausland sieht, wird die eigene wirtschaftliche Lage als schlecht angesehen. Nur 20 Prozent gaben an, sie könnten Ersparnisse anlegen. 48 Prozent kommen gerade so über die Runden, und 29 Prozent sind auf Hilfe von anderen angewiesen. Gut 20 Prozent würden ihr Heimatland gerne verlassen und emigrieren. Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) hält eine Trennung von Religion und Staat für sinnvoll, 44 Prozent lehnen sie ab.

Nach Angaben des Arabischen Zentrums handelt es sich um die größte Umfrage dieser Art in der arabischen Welt. Insgesamt 18.311 Menschen wurden für den diesjährigen Meinungsatlas in Algerien, Marokko, Tunesien, Mauretanien, Ägypten, dem Sudan, Palästina, Libanon, Jordanien, dem Irak, Saudi-Arabien und Kuwait befragt. Die Bevölkerung dieser zwölf Länder repräsentieren 90 Prozent der Arabischen Liga.

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