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Zwei Euro mehr Kindergeld "Eine Schande für unser Land"

Im neuen Jahr wird das Kindergeld erhöht, um sage und schreibe zwei Euro. Familienpolitiker und Verbände schütteln mit dem Kopf. Für sie ist die Erhöhung der blanke Hohn.

Zwei Kugeln Eis. Drei Tüten "Star Wars"-Sticker. Zehn Windeln. Eine Packung Feuchttücher. Viel bekommt man nicht für die zwei Euro, die Eltern ab Januar pro Kind mehr auf dem Konto haben. Nach vier Euro Kindergelderhöhung im Jahr 2015 werden ab dem 1. Januar noch einmal zwei Euro pro Kind zusätzlich überwiesen. Ein Betrag, den die meisten Eltern kaum spüren werden im Monatsbudget.

"Das ist nicht das Gelbe vom Ei", sagt Paul Lehrieder (CSU), der Vorsitzende des Familienausschusses des Deutschen Bundestages. "Ich hätte eine spürbare Erhöhung von zehn Euro richtig gefunden, wir konnten uns aber nicht gegen die Fiskalpolitiker durchsetzen", sagte Lehrieder der "Welt".

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Mehr Kindergeld sei in jedem Fall wünschenswert, um den Familien Anerkennung und Wertschätzung auszudrücken. "Aber eine konkrete Zahl kann man spätestens seit Beginn der Flüchtlingskrise nicht mehr nennen." Zu viele Aufgaben seien jetzt zu stemmen, sagt Lehrieder, vom Wohnungsbau bis zu den Kita-Plätzen. "Wenn wir wissen, wie wir es schaffen, müssen wir sehen, wie wir noch bessere Signale senden können. Wir haben große andere Aufgaben, aber wir dürfen unsere Familien nicht vergessen."


"Wieder mehr Mut zum Kind"

Allzu düster will Lehrieder die Zukunft der Familien in Deutschland allerdings nicht malen. Bei aller Bescheidenheit der Mittel dürfe man nicht vergessen, dass die Familienpolitik viel erreicht habe in den letzten Jahren. Das sehe man schon daran, dass die Geburtenrate nun bereits seit drei Jahren ansteige, so Lehrieder. "Es gibt wieder mehr Mut zum Kind. Das liegt auch an vertrauensbildenden Maßnahmen wie dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz."

Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisierte die Erhöhung des Kindergeldes als völlig unzureichend. "Zwei Euro mehr Kindergeld und drei Euro Regelsatzerhöhung für Kinder im Hartz-IV-Bezug sind ein Hohn. Mit diesen mickrigen Beträgen werden wir es nicht schaffen, die Kinderarmutsquote in Deutschland zu senken", sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. "Rund drei Millionen von Armut betroffene Kinder und Jugendliche in Deutschland sind eine Schande für unser Land."

Er kritisierte, dass Spitzenverdiener durch den Kinderfreibetrag in der Steuer mehr entlastet werden als Geringverdiener. "Jedes Kind sollte uns aber gleich viel wert sein." Wenn einem fünfjährigen Kind aus einer Hartz-IV-Familie täglich nur 2,94 Euro für Essen und Trinken zugestanden werde, habe das mit dem vom Bundesverfassungsgericht geforderten soziokulturellen Existenzminimum nichts zu tun. An die Bundesregierung appellierte Krüger, ein "nationales Programm gegen Kinderarmut" aufzulegen, um die starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft aufzulösen.

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