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Thinktank warnt vor Spannungen Zwischen Russland und China wird es krachen

China ist auch international auf dem Sprung zur militärischen Großmacht. Das macht künftige Konflikte mit Russland wahrscheinlich, warnen britische Experten. Wird es zum Äußersten kommen?

Die wachsenden Interessen Chinas außerhalb der eigenen Landesgrenzen werden einem Militärexperten zufolge zu Spannungen mit anderen Großmächten führen. Insbesondere Russland werde sich in Zentralasien ungern um seinen Einfluss bringen lassen, sagte Henry Boyd vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London. "Das sind zwei Länder, die dem jeweils anderen nicht den Vortritt lassen wollen."

Für China sei Zentralasien von wachsender wirtschaftlicher Bedeutung. Auch andere Weltregionen, etwa in Afrika, würden für das Land immer wichtiger. "Das chinesische Wirtschaftswachstum konzentriert sich nun darauf, Handelsrouten im Ausland zu schaffen", erklärte Boyd. "Daher wird die Sicherheit dieser Routen mehr und mehr ein nationales politisches Interesse für China."

Entsprechend habe Peking begonnen, etwa im afrikanischen Dschibuti militärische Außenposten zu entwickeln - nachdem es lange geheißen hatte, so etwas mache das Land nicht. "Das ist neu, das ist ein erster Schritt", sagte Boyd. Allerdings geht er davon aus, dass China den Aufbau seiner Infrastruktur im Ausland nur langsam vorantreiben wird, denn noch sei die chinesische Armee dafür nicht optimal ausgerüstet und trainiert.

"Es gibt diese Geschichten, dass die Chinesen sich im Ausland die ganze Zeit nur von Instant-Nudeln ernährt haben, wie ein Studententrip", sagte er. Aber: "Innerhalb der nächsten zehn Jahre dürfte es interessant werden."

Eine "realistische Sorge"

Russland reagiere bereits, indem es etwa in Tadschikistan und Kirgistan Stützpunkte stärke, erklärte der Militärexperte. "Das sagt: Ihr könnt gern mehr Handel in der Region treiben, aber wir haben vor, die wichtigste Sicherheitsmacht zu blieben." Besonders auf russischer Seite steige die Bereitschaft, Militär bei Konflikten ins Spiel zu bringen, wie auch der Einsatz in Syrien zeige. Das sei eine "realistische Sorge" für die nahe Zukunft.

Die Eskalation eines militärischen Konflikts zwischen den Großmächten oder europäischen Ländern hält Boyd dennoch für unwahrscheinlich. "Es sieht nicht so aus, als seien die Differenzen groß genug, um Risiken und Kosten selbst mittelgroßer Militäreinsätze wert zu sein", sagte er. "Kurz gesagt, der dritte Weltkrieg steht nicht bevor." Im Vergleich zu den Übersee-Aktivitäten der USA sei das Engagement Russlands und erst recht das Chinas ohnehin noch äußerst überschaubar. Rund 150.000 US-Soldaten seien im Ausland im Einsatz, aber wohl weniger als 60.000 russische. 

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