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Krieg in Syrien USA werfen Russland Beschuss von Zivilisten vor

Die USA erheben schwere Vorwürfe gegen Russland. Die Luftwaffe greife in Syrien offenbar medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte an. Der Anstieg der zivilen Opferzahlen sei "verstörend".

Die USA haben Russland die Tötung Hunderter Zivilisten bei seinen Luftangriffen in Syrien vorgeworfen. Berichte von Aktivisten legten nahe, dass "medizinische Einrichtungen, Schulen und Märkte" bei russischen Attacken getroffen worden seien, sagte Außenamtssprecher Mark Toner in Washington. Ein solches Vorgehen untergrabe die Suche nach einer politischen Lösung. 

Außenminister John Kerry habe sich in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow besorgt darüber geäußert, hieß es weiter. Zuletzt hatte Amnesty International von Angriffen auf Zivilisten berichtet. Russland weist dies zurück.

 

Das russische Verteidigungsministerium veröffentlicht immer wieder Bildmaterial, dass Angriffe auf IS-Stellungen beweisen soll. (Foto: AFP/Russian Defence Ministry)

Die überraschend scharfe Kritik an Russland kommt wenige Tage vor dem geplanten Beginn der Verhandlungen zwischen Vertretern von Assad und einer Delegation der Opposition. Unter Vermittlungshilfe Moskaus und Washingtons sollen die Gespräche im Januar 2016 stattfinden. Ziel sind eine Übergangsregierung, Wahlen und eine neue Verfassung binnen 18 Monaten in dem seit 2011 von einem Bürgerkrieg gezeichneten Land.

Menschenrechtler werfen Moskau Streumunitionseinsatz vor

Schon seit geraumer Zeit stehen schwere Vorwürfe gegen Russland im Raum, das seit Ende September in Syrien militärisch interveniert. Vergangene Woche berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International von russischen Einsätzen von Streumunition und ungelenkten Bomben in Wohngegenden. Moskau wurde in deren Report zudem "schändliches Versagen" vorgehalten, zivile Todesopfer bei den Attacken einzuräumen.

Russland wies die Vorwürfe jedoch prompt als "Klischees und Fälschungen" zurück. Vor dem Amnesty-Bericht hatte auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch ähnliche Anschuldigungen gegen Moskau erhoben.

US-Außenamtssprecher Toner bestätigte alle Vorwürfe zwar nicht direkt, sprach jedoch von "einem deutlichen und verstörenden Anstieg von Berichten über zivile Opfer, seit Russland seine Luftangriffe" in Syrien gestartet habe. Im Oktober und der ersten Novemberhälfte seien allein rund 130.000 Syrer durch diese Einsätze vertrieben worden.

Angriffe auf gemäßigte Assad-Gegner

Zudem bekräftigte Toner die Einschätzung westlicher Staaten, dass Moskaus Bomben anders als vom Kreml dargestellt nicht den sogenannten Islamischen Staat und andere Terrorgruppen zum Ziel hätten, sondern ein "großer Teil" von Assads Gegnern gehaltene Regionen getroffen hätten. Dort seien viele getötet oder verwundet worden, sagte Toner. 

Die USA konzentrierten sich darauf, einen "glaubwürdigen politischen Prozess anzustoßen, der endlich zu einem Ende der Gewalt in Syrien und einem neuen politischen Weg nach vorne für das syrische Volk führen könnte", sagte Toner. "Attacken auf jene, die Teil dieses politischen Prozesses sein könnten sowie Attacken auf unschuldige Zivilisten untergraben Bemühungen um eine politische Lösung."

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