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Liste veröffentlicht Saudi-Arabien richtet 47 Terror-Verurteilte hin

Saudi-Arabien hat 47 Menschen hingerichtet, die wegen Terrorismus verurteilt waren. Unter ihnen ist auch der schiitische Geistliche Nimr Baker al-Nimr. Teheran hatte vor dessen Exekution gewarnt.

Saudi-Arabien hat am Samstag 47 Häftlinge wegen Terrorvorwürfen hinrichten lassen, darunter der führende schiitische Geistliche Scheich Nimr al-Nimr. Dies meldeten die Staatsmedien unter Berufung auf das Innenministerium. Die Urteile des königlichen Gerichts seien in Riad und zwölf weiteren Städten vollstreckt worden, nachdem alle Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft gewesen seien.

Al-Nimr hatte 2011 die Proteste der Schiiten im Osten des Königreichs mitangeführt. Vor einem Jahr wurde er wegen Aufwiegelung, Ungehorsams und Waffenbesitzes von einem Sondertribunal zum Tode verurteilt. Ende Oktober wurde das Todesurteil vom Obersten Gerichtshof Saudi-Arabiens bestätigt. 

Inspiriert von den arabischen Aufständen hatten Angehörige der schiitischen Minderheit in der saudischen Ost-Provinz ab 2011 Demonstrationen gegen Diskriminierung organisiert. Al-Nimr hatte die Abspaltung der mehrheitlich schiitischen Regionen Katif und Al-Ihsaa befürwortet. In dem Königreich leben überwiegend sunnitische Muslime, vorherrschend ist die besonders strenge Glaubensform des Wahabismus.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte das Todesurteil gegen den seit 2012 inhaftierten Al-Nimr kritisiert und als Teil der Bemühungen der saudischen Regierung bezeichnet, abweichende Meinungen zu unterdrücken. Der Iran warnte Riad vor der Hinrichtung al-Nimrs. Sollte das Todesurteil gegen den Geistlichen vollstreckt werden, werde Saudi-Arabien einen "hohen Preis zahlen", sagte der iranische Vize-Außenminister Hossein Amir Abdollahian. 

Vollstreckungen steigen sprunghaft an

Die amtliche Nachrichtenagentur SPA veröffentlichte eine Liste mit den Namen der 47 Hingerichteten. Darunter waren neben 45 Staatsbürgern Saudi-Arabiens auch ein Bürger des Tschad und ein Ägypter. Auch das Staatsfernsehen meldete die Exekutionen und sendete Häftlingsfotos aller Hingerichteten. Al-Nimr war Nummer 46. Sein Bild zeigte ihn mit grauem Bart und dem traditionellen rot-weißen Tuch, das saudische Männer als Kopfbedeckung tragen. Der Geistliche war Mitte 50.

Im gerade abgelaufenen Jahr 2015 hatte das Königreich mindestens 157 Menschen exekutiert. Es war die höchste Zahl von vollstreckten Todesstrafen in den vergangenen beiden Jahrzehnten, wie Amnesty International mitteilte.

Der Anstieg der Zahl von Hinrichtungen geht einher mit der Machtübernahme von König Salman. Er war Ende Januar nach dem Tod seines Vorgängers Abdullah auf den Thron gestiegen. Amnesty kritisierte, Saudi-Arabien setze das Todesurteil auch als politisches Instrument gegen die schiitische Minderheit ein.

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