Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Politik Schüsse verletzen schlafenden Asylbewerber

Mitten in der Nacht durchschlagen Schüsse Fenster einer Flüchtlingsunterkunft im Kreis Offenbach. Ein Asylbewerber wird leicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem "gezielten Angriff" aus.

Nach mehreren Schüssen auf eine Asylbewerberunterkunft im südhessischen Dreieich fahndet die Polizei nach einem oder mehreren Tätern. Bei der Tat wurde ein Flüchtling im Schlaf leicht verletzt.

Die Schüsse seien am Montag kurz vor 2.30 Uhr auf ein Fenster des Gebäudes abgegeben worden, teilte die Polizei mit. Ein Projektil traf einen schlafenden Asylbewerber am Bein. Der 23-Jährige ist nach Aussage eines Mitbewohners Syrer. Er wurde zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Hintergründe waren zunächst unklar. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "gezielten Angriff", wollte sich unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen aber nicht zu Waffe und Munition äußern. "Das ist Täterwissen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Nina Reininger. Von dem oder den Tätern fehlte zunächst jede Spur. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) und der SPD-Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel verurteilten die "feige Tat".

Die Sprecherin der Ermittlungsbehörde sagte weiter: "Wenn jemand mit einer Waffe auf eine Unterkunft schießt, in der sich Menschen befinden, gehe ich von einem gezielten Angriff aus.". Von einem Anschlag wollte Reininger zunächst aber nicht sprechen. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

Die Flüchtlinge sind in einem eingezäunten Gebäudekomplex mitten in einem Gewerbegebiet untergebracht. Die Schüsse schlugen in einem Anbau ein. Experten des Landeskriminalamts untersuchten die Einschusslöcher in der gesplitterten Glasscheibe in dem Flachbau.

Das Polizeipräsidium Südosthessen habe eine "Besondere Aufbauorganisation" eingerichtet und arbeite mit Unterstützung des Landeskriminalamts mit einem 90-köpfigen Team an der Aufklärung, sagte Beuth. Gewalt gegen Schutzsuchende in Hessen werde nicht geduldet. "Wir nehmen diesen Angriff sehr ernst."

Ein Zeuge sprach von einem vermummten Täter, den er gesehen habe. Es habe sich um eine Einzelperson gehandelt, die sechs- bis siebenmal aus einer Handfeuerwaffe gefeuert habe, sagte der in der Unterkunft lebende Syrer mit Hilfe eines Dolmetschers.

Die Flüchtlingsunterkunft besteht aus einem dreistöckigen Haus, in dem nach Angaben der Stadt vier Familien leben, sowie dem beschossenen einstöckigen Anbau. Darin seien 15 Männer untergebracht, 14 Syrer und ein Afghane, sagte eine Sprecherin. Insgesamt leben in Dreieich rund 430 Flüchtlinge.

"Wir sind erschüttert, fassungslos und entsetzt", sagte der stellvertretende Bürgermeister Dreieichs, Martin Burlon (parteilos). Es habe keinerlei Anzeichen für fremdenfeindliche Stimmung in der Stadt gegeben. Die Erfahrungen im Zusammenleben mit den Flüchtlingen seien durchweg positiv, auch dank des großen ehrenamtlichen Engagements der Bürger.

Bundestagsdrucksache zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte

Bundestag zu Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Einen schlechteren Präsidentschaftskandidaten als Donald Trump hat es nach Ansicht der "New York Times" nie gegeben.
"New York Times" über Donald Trump
"Der schlechteste Kandidat der modernen Geschichte"
Die syrische Luftwaffe setzt in Aleppo jetzt besonders tödliche Bomben ein.
Blutige Schlacht in Syrien
Aleppo soll in einer Woche fallen
Das Museum der Smithonian Institution enthält 36 000 Ausstellungsstücke. Foto: Jim Lo Scalzo
"Wir alle sind Amerikaner"
Museum für Schwarzen-Geschichte eröffnet
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Flüchtlingsgipfel.
Flüchtlingsgipfel in Wien
Merkel will monatlich "mehrere Hundert" Migranten aufnehmen
Viktor Orban auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán
EU soll in Libyen "gigantische Flüchtlingsstadt" errichten
Er ist für den türkischen Präsidenten der Staatsfeind Nummer eins: Fethullah Gülen.
Gülen bezichtigt Erdogan der Verschwörung
"Sie haben das Jahre geplant"
Deutschlands bekanntester Geheimagent steht bald vor Gericht.
Das Phantom Werner Mauss
Deutschlands geheimster Agent im Zwielicht
Am Flughafen in Düsseldorf griff die Polizei zu: Ein mutmaßlicher IS-Kämpfer war aus einem Trainingscamp zurückgekehrt.
Festnahme in Düsseldorf
Mutmaßliches IS-Mitglied am Flughafen gefasst
Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess.
Beweismittel vernichtet?
NSU-Opferanwälte stellen Strafantrag gegen Bundesanwälte
Das Video zeigt die letzten Sekunden im Leben von Keith Lamont Scott auf einem Parkplatz in Charlotte.
Erschossener Afroamerikaner in Charlotte
"Schießt nicht auf ihn! Er hat keine Waffe!"
Eine Momentaufnahme aus dem September 2015: Vom Bahnhof Nickelsdorf aus reisen Flüchtlinge weiter nach Deutschland.
Österreichs Ex-Bundespräsident
Unwissenheit ist ein Hauptproblem in der Flüchtlingskrise
Österreichs Kanzler Christian Kern lädt am Samstag in Wien zum Flüchtlingsgipfel. Seit seinem Amtsantritt im Mai versucht er sich medienwirksam als Staatsmann zu profilieren.
Kern vor Flüchtlingsgipfel
"Mit dem bisherigen Tempo kann man nicht zufrieden sein"
Die CDU-Abgeordnete Bettina Kudla sorgte bereits zum zweiten Mal mit einem Tweet für Unmut in ihrer Partei.
Bettina Kudla sorgt für Eklat
Der verstörende Nazi-Tweet der CDU-Abgeordneten
Für seine Wähler ist Labour-Parteichef Jeremy Corbyn jene Lichtgestalt, die ein Ende des etablierten politischen Systems bringen soll.
Großbritannien
Warum Labours Irrelevanz für Europa gefährlich ist
Demonstration von Rechten: Im rechtsextremen Spektrum habe laut Ministerium vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte "die Widerstandsrhetorik zugenommen".
Innenministerium
Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten verdoppelt sich
Bundesinnenminister Thomas de Maizière will sich für die Themen Wohlfahrtspflege und Seelsorge einsetzen.
Thomas de Maizière
Mit Nichtintegration "bestätigen Muslime Vorurteile"
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier spricht beim Unions-Kongress in Würzburg. Foto: Nicolas Armer
"Deutschlandkongress"
CDU und CSU bemühen sich um Einigkeit
Kein Durchkommen für Flüchtlinge: Soldaten der mazedonischen Armee patrouillieren am Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien.
Balkan-Route
Klarer Kurswechsel in der Flüchtlingskrise
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in Wien von ihrem österreichischen Amtskollegen Christian Kern begrüßt. Foto: Christian Bruna
Fokus auf EU-Außengrenzen
Flüchtlingsgipfel: Deutschland sichert weitere Hilfe zu
Max Mannheimer setzte sich seit den 1980er Jahren unermüdlich als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ein. Foto: Andreas Gebert
Kämpfer gegen das Vergessen
Holocaust-Überlebender Max Mannheimer stirbt mit 96 Jahren