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Abbruch der Beziehungen Moskau will Teheran und Riad versöhnen

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran eskaliert: Das Königreich bricht alle diplomatischen Beziehungen zu Teheran ab. Nun will Russland zwischen den beiden Staaten vermitteln.

Saudi-Arabien kappt nach den Worten von Außenminister Adel al-Dschubeir alle Handelsbeziehungen mit dem Iran. Außerdem werde der Flugverkehr zwischen beiden Staaten eingestellt, sagte Dschubeir am Montag in einem Reuters-Interview. Saudische Bürger dürften auch nicht mehr in den Iran reisen. Iranische Pilger seien allerdings nach wie vor willkommen, die heiligen Stätten in Mekka und Medina zu besuchen. Der Iran müsse sich wie ein normales Land verhalten und internationale Normen respektieren, bevor die Beziehungen zu dem Land wieder normalisiert werden könnten.

Den Angriff auf die saudische Botschaft in Teheran bezeichnete er als einen "schwerwiegenden Bruch internationaler Konventionen" und warf Teheran vor, die Führer des Terrornetzwerkes al-Qaida zu schützen.

Der iranische Vizepräsident Ishagh Dschahngiri kritisierte am Montag die Entscheidung Saudi-Arabiens zum Abbruch der Beziehungen: "Die Politik der Saudis hat in den letzten Jahren für die Region nur Negatives gebracht." Auch die jüngste Entscheidung werde nur zu mehr Spannungen in der Region führen.

Moskau will unter Partnern vermitteln

Russland startete eine Vermittlungsinitiative und bietet darin an, Gespräche zwischen den Außenministern aus Teheran und Riad auszurichten, sagte ein russischer Diplomat am Montag der Nachrichtenagentur Tass. "Wenn unsere Partner Saudi-Arabien und Iran ihren Willen und ihre Bereitschaft dazu zeigen, bleibt unsere Initiative auf dem Tisch", zitierte Tass den Diplomaten.

In einer offiziellen Erklärung des Moskauer Außenministeriums wurden Teheran und Riad aufgerufen, "den Weg des Dialogs" einzuschlagen. Die russische Regierung sei bereit, derartige Bemühungen zu unterstützen, hieß es weiter. Moskau sei "tief besorgt über die neue Eskalation der Situation im Nahen Osten, die von den großen Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran verursacht worden ist".

Saudi-Arabien hatte nach der Erstürmung seiner Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran die Beziehungen zu dem rivalisierenden Golfstaat abgebrochen. Die Proteste im Iran waren durch die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr im sunnitischen Saudi-Arabien ausgelöst worden.

Vorausgegangen war die Stürmung der saudischen Botschaft in Teheran durch wütende Bürger in der Nacht zum Sonntag, nachdem die Ölmonarchie am Samstag den prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr und 46 weitere Verurteilte hingerichtet hatte. Der schiitische Iran, der mit dem sunnitisch geprägten Königreich um die Vormachtstellung in der Region ringt, hatte darauf empört reagiert.

Der eskalierende Konflikt erfasst weitere Länder der arabisch-islamischen Welt. Nach Riad kündigten die Golfmonarchie Bahrain und die Regierung des Sudan am Montag ein Ende der diplomatischen Verbindungen zu der schiitischen Regionalmacht in Teheran an. Die Vereinigten Arabischen Emirate zogen ihren Botschafter aus Teheran ab und wollen diesen durch einen Geschäftsträger ersetzen.

Das Verhältnis zwischen dem Iran und Saudi-Arabien war jahrzehntelang schwierig, die Eskalation vom Sonntag allerdings markiert einen lange nicht erreichten Tiefpunkt. 1988 hatte Saudi-Arabien das letzte Mal die Beziehungen zum Iran abgebrochen.

USA äußern sich zurückhaltend

Die Bundesregierung hielt beide Staaten zur Verständigung an. "Wir rufen beide Staaten zum Dialog auf", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Die Beziehungen beider Länder – "so konfliktreich sie sind" – seien von grundlegender Bedeutung für die Lösung der Krisen in Syrien und im Jemen sowie für die Stabilität in der gesamten Region. Saudis und Iraner sind in viele Konflikte der Region verwickelt.

Regierungssprecher Seibert machte deutlich, dass derzeit keine Sanktionen ins Auge gefasst werden. Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will jedoch Rüstungsexporte an Saudi-Arabien künftig noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Grünen forderten einen sofortigen Stopp der Handelsbeziehungen mit Saudi-Arabien. Den meisten der 46 neben Al-Nimr exekutierten Männern wurde Terrorismus vorgeworfen.

Die US-Regierung äußerte sich zurückhaltend zu den Spannungen zwischen Saudis und Iranern. Die USA glaubten, dass "diplomatisches Engagement von grundlegender Bedeutung" sei, zitierte der Sender CNN den Sprecher des Außenministeriums, John Kirby.

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