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Frauenfeindliche Übergriffe "Kein spezifisches Problem des Islam"

Führende Muslime warnen nach den frauenfeindlichen Vorfällen in Köln und anderen Städten vor Verallgemeinerungen. Probleme sehen sie eher bei den deutschen Sicherheitsbehörden.

Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht zwischen Kölner Dom und Hauptbahnhof haben führende Muslime personelle Konsequenzen gefordert. "Es ist mehr als erschütternd, gerade als Frau fragt man sich, wie die Sicherheitsbehörden so etwas zulassen konnten. Wenn sich herausstellt, dass 1000 Männer sich gezielt sammelten, um Frauen zu belästigen, erwarte ich personelle Konsequenzen bei den Sicherheitsbehörden oder der Polizei", sagte Lamya Kaddor, Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes, der "Welt".

Die Islamwissenschaftlerin syrischer Herkunft beobachtet eine Instrumentalisierung der sexuellen Gewalt für politische Ziele: "Die Diskussion wird getrieben aus der rechten Ecke. Man tut so, als werde der Skandal durch die mutmaßliche Herkunft der Täter schlimmer. Wenn der ehemalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auf seiner Facebook-Seite über ein 'Schweigekartell und Nachrichtensperren' der Medien fantasiert und sagt, nun könne man ,die Folgen der unkontrollierten Zuwanderung nicht mehr unter den Teppich kehren', dann kippe ich fast aus den Latschen. Das darf doch nicht wahr sein. Von einem ehemaligen Bundesminister erwarte ich Versachlichung", sagte sie der "Welt".

Die mutmaßliche ethnische oder religiöse Zugehörigkeit der sexuellen Gewalttäter in Köln hält Kaddor nicht für bedeutsam: "Mich stört die Ausrichtung auf die angenommene Herkunft der Verdächtigen. Patriarchales Verhalten ist kein spezifisches Problem des Islam, das ist auch in Südamerika und Indien verbreitet, also in nicht muslimischen Ländern."

Islamverband DITIB wundert sich

Auch der größte deutsche Islamverband DITIB übt scharfe Kritik. "Wenn die Ermittlungen ergeben, dass tatsächlich 1000 Männer gezielt übergriffig wurden und die feiernden Bürger nicht vor sexuellen Übergriffen geschützt werden konnten, dann erwarte ich für die Verantwortlichen Konsequenzen", sagte der DITIB-Beauftragte für interreligiösen Dialog, Bekir Albo?a, der "Welt":

Es sei "verwunderlich, dass im Bahnhofsbereich so viele Straftaten begangen werden, aber weder Sicherheitsdienste noch Passanten etwas davon mitbekommen. Sollte sich alles so zugetragen haben wie beschrieben, müssen hier wohl Bahn und Polizei ihre Sicherheitskonzepte überarbeiten.

Darüber hinaus ist es auch verwunderlich, dass von etwa tausend Nordafrikanern gesprochen wird. Das klingt nach einer organisierten Zusammenkunft. Irgendwie ist das ein seltsamer Vorfall." Alboga hält eine "Kulturalisierung von Verbrechen" für falsch. "Dass der Islam sowohl Alkoholisierung als auch Diebstahl, sexuelle Übergriffe und Gewalt verurteilt, ist ja hinlänglich bekannt", sagte er.

"NRW als Sammelbecken für migrantische Straftäter"

Ismail Tipi, integrationspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, fordert ebenfalls personelle Konsequenzen: "Die Verantwortlichen in Köln und Nordrhein-Westfalen müssen sich die Frage stellen, ob sie die richtigen Frauen und Männer für ihre Posten sind. Die Köpfe der Sicherheitsbehörden sollten die Verantwortung für das beispiellose Versagen übernehmen", sagte er der "Welt".

Es sei "ein Sicherheitsfiasko, dass sich wahrscheinlich 1000 Menschen in dem sicherheitsstrategisch hochsensiblen Bereich zwischen Kölner Dom und Hauptbahnhof sammeln können und Frauen gezielt an Brüste und Pos grapschen, ohne dass jemand eingreift", sagte der aus der Türkei stammende muslimische Politiker der "Welt".

In Hessen und einigen anderen Bundesländern sei "so ein Fiasko nicht möglich", sagte er. "Es ist seit Jahren mein Vorwurf, dass Nordrhein-Westfalen aus falsch verstandener Toleranz und Multikultiromantik zu einem Sammelbecken für migrantische Straftäter und Islamisten geworden ist."

Er forderte: "Die Täter müssen die volle Härte des Rechtsstaats spüren und, wenn sie keine deutschen Staatsbürger sind, nach der Haft sofort ohne Wenn und Aber abgeschoben werden."

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