Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Britischen Behörden in Bedrängnis Neuer "Jihadi John" vermietete früher Hüpfburgen

Hinter dem Vermummten aus dem neuesten IS-Video soll sich der Brite Siddhartha Dhar verbergen. Nach Absitzen einer Haftstrafe floh er 2014 nach Syrien. Der Fall setzt die Geheimdienste unter Druck.

Der Sprecher im jüngsten Propagandavideo der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) ist offenbar identifiziert, ebenso wie das Kind am Ende des Streifens. Bei dem maskierten Mann soll es sich um den 32-jährigen Siddhartha Dhar handeln, einen bekannten Islamisten aus London. Das berichten mehrere britische Medien unter Berufung auf offizielle Quellen sowie auf Dhars Schwester und Mutter, die ihn in dem Video erkannt haben wollen.

Dhar war im September 2014 aus Großbritannien nach Syrien geflohen, nachdem er gegen Kaution aus der Untersuchungshaft freigelassen worden war. Er war wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Islamistengruppe al-Muhajiroun verhaftet worden.

Der Mann in der weißen Kleidung wurde von britischen Medien als Siddhartha Dhar identifiziert. (Foto: Reuters)

Dass Dhar den Behörden trotz seines relativ hohen Bekanntheitsgrads entkommen konnte und jetzt offenbar eine Schlüsselposition in der Terrorgruppe IS einnimmt, bringt die britischen Behörden in Bedrängnis. Der innenpolitische Sprecher der Opposition, Andy Burnham, hat mit Verweis auf "ernste Fehltritte in der Sicherheit" eine Untersuchung gefordert.

In dem Video droht der maskierte, bewaffnete junge Mann dem britischen Premierminister David Cameron mit Vergeltung für die Luftangriffe in Syrien. Seine Stimme ist im Hintergrund zu hören, während fünf Männer vor laufender Kamera erschossen werden. Das Video ist von so guter Tonqualität, dass die Geheimdienste davon ausgingen, den Mann über die Stimmerkennung bald identifizieren zu können.

Nach seiner Hochzeit wurde er zum Muslim

Dhar ist indischer Abstammung und wurde als Hindu erzogen. Nach seiner Heirat mit einer Muslimin konvertierte er zum Islam und wurde radikalisiert. Er gab sein Geschäft auf – einen Mietservice für Hüpfburgen – und schloss sich mehreren polizeilich bekannten Islamistengruppen an. Als Sprecher einer dieser Gruppen trat er sogar in einer Sonntagmorgensendung in der BBC auf, um zu erklären, was die Terrorgruppe für Muslime so attraktiv macht.

Kurz vor seiner Verhaftung im September 2014 sagte er in einem Interview: "Wir glauben, dass der Führer eines reinen islamischen Staats eines Tages den Dschihad ausrufen und Großbritannien annektieren wird. Wir werden Europa nicht vergessen, wir werden Großbritannien nicht vergessen. Die Armeen werden hierher geschickt, um das Land zu erobern."

Siddhartha Dhar postete dieses Bild auf Twitter: Es zeigt ihn mit einem Maschinengewehr in der Hand und einem Neugeborenen auf dem Arm kurz nach seiner Ankunft in Syrien. (Foto: Screenshot Die Welt)

Zwei Tage nachdem er gegen Kaution freigelassen worden war, bestieg er mit seiner Frau und seinen vier Kindern einen Bus nach Paris. Danach meldete er sich über Twitter und postete ein Bild von sich mit einem Baby im Arm und einem Maschinengewehr in der Hand.

Auch das Kind in dem Video, das davon spricht, "die Ungläubigen zu töten", scheint identifiziert zu sein. Der nigerianische Vater der IS-Kämpferin Khadijah Dare meint, seinen sechs Jahre alten Enkel Isa erkannt zu haben.

Isa ist schon früher von seiner vom Christentum zum Islam konvertierten Mutter zu Propagandazwecken benutzt worden. Im Jahr 2014 postete sie ein Foto von dem damals vierjährigen Kind mit einem Maschinengewehr in der Hand. Der Großvater lebt in einem südlichen Vorort von London. Nach eigenen Angaben hat er noch Kontakt zu seiner Tochter und den Enkeln in Syrien. Er berichtete der BBC: "Isa fühlt sich dort nicht wohl."

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.