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Nordkoreas angebliche H-Bombe Diktator Kim überrumpelt den Westen

Nordkoreas angeblicher Test einer Wasserstoffbombe hat nicht nur die Erde beben lassen. Auch der Westen wurde davon kalt erwischt. Dabei gab es durchaus Anzeichen, dass sich etwas Großes anbahnt.

Kim Jong-un begrüßt das neue Jahr mit einer Bombe: Am Vormittag bebte die Erde auf der koreanischen Halbinsel. Kurz darauf erschien im staatlichen Fernsehsender (KCTV) die berühmteste TV-Sprecherin Nordkoreas, die immer dann auftritt, wenn es Großes zu vermelden gibt. Sie verkündete mit vor Stolz bebender Stimme: "Die Demokratische Volksrepublik Korea (DPRK, so der offizielle Name Nordkoreas - Red.) hat am 6. Januar 2016 um zehn Uhr morgens ihren ersten Wasserstoffbombentest erfolgreich durchgeführt".

Der Test sei eine Reaktion auf das Nukleararsenal der USA, hieß es weiter, und Pjöngjang brachte auch noch einmal die jüngste internationale Kritik an Nordkoreas Menschenrechtsverletzungen ins Spiel: Auch diese seien eine Provokation und damit Auslöser für den neuen Atomtest.

"Die USA haben Kräfte gesammelt, die der DPRK feindlich gegenüberstehen und haben eine verleumderische Menschenrechtsangelegenheit aufgebracht, um Nordkoreas Fortschritt zu bremsen". Und weiter: "Eine Wasserstoffbombe zu haben, ist reine Selbstverteidigung gegenüber den USA, die zahlreiche und gigantische Nuklearwaffen besitzen. Das Schicksal der DPRK darf von niemandem sonst geschützt werden, als von der DPRK selbst".

Dreimal hat Nordkorea zuvor bereits Atomtests durchgeführt. Dass ein vierter bevorstand, war lange schon von Experten vermutet worden. Satellitenbilder zeigten seit Wochen Bewegungen rund um die frühere Testregion Punggye-ri in der Provinz Nord-Hamgyong hoch im Nordosten des Landes. Lastwagen fahren hin und her, es wurde gebaut, zwischen Mai 2015 und Ende Dezember beobachteten Experten bedeutende Aktivitäten an einem neuen Tunnelsystem in Punggye-ri. Damals waren sie sich aber nicht sicher, ob es sich um Instandhaltung oder ein "neues Ziel" handelte. Nun scheint diese Frage beantwortet.

Experten nahmen Kims Drohungen nicht ernst

Die ersten drei Tests hatten Nordkorea heftige internationale Kritik eingebracht. Immer neue Runden von Sanktionen waren verhängt worden, doch sie hatten das Regime ganz offensichtlich nicht in seinen Ambitionen gebremst. Vor rund einem Monat schon hatte Kim Jong-un sich damit gebrüstet, eine Wasserstoffbombe zu besitzen. Doch so richtig ernstgenommen hatten die Experten ihn nicht. Der Diktator droht gern und brüstet sich mit starken Worten. Und so hatten südkoreanische Beobachter seine Worte als "rein rhetorisch" eingestuft.

Doch wieder einmal geht seine Strategie auf: Viel Wind machen, wenig oder Widersprüchliches preisgeben, und dann unterschätzt werden. In zwei Tagen hat Kim Jong-un Geburtstag. Nun hat er es der Welt wieder einmal gezeigt: unterschätzen sollte man ihn nicht.

Wasserstoffbomben sind deutlich druckvoller als die Sorte Nuklearwaffen, die Pjöngjang bisher ausprobiert hatte. Die Explosivkraft der ersten drei Tests im Oktober 2006, Mai 2009 und Februar 2013 hatte "nur" eine Stärke von einem bis höchstens sieben Kilotonnen. Dieser Test, wenn bestätigt, wird deutlich höhere Energie aufweisen.

"Wenn es stimmt, dass Nordkorea eine thermonukleare Waffe zur Detonation gebracht hat", so der Intelligence-Direktor des Nordkorea Thinktanks NK News, John Grisafi, "dann haben sie einen beachtlichen technologischen Fortschritt in diesem Bereich demonstriert. Obwohl dies offensichtlich noch nicht verifiziert werden konnte. Wenn es aber wahr ist, dann haben sie sehr wahrscheinlich bedeutende Ressourcen in den Versuch gesteckt."

NK-News zitiert außerdem den Nordkorea-Fachmann Bruce Bechtol von der Angelo State University (Texas), der eine wachsende Bedrohung in Nordkorea sieht: "Wenn dies wirklich ein Wasserstoffbombentest war, dann bedeutet es, dass die Nordkoreaner ihr Nuklearwaffenprogramm schneller und effizienter (und tödlicher) voranbringen, als es die meisten Analysten in der Vergangenheit vorausgesagt haben".

"Keine Intention, Atomprogramm zu beenden"

Verteidigungsexperte Michael Raska von der S. Rajaratnam School of International Studies in Singapur fürchtet nun eine gefährliche Verschärfung der Spannungen in Ostasien und ein erhöhtes Sicherheitsdilemma in der Region. "Die wichtigste Sicherheitsherausforderung ist zunächst die Kombination der potenziellen internen Instabilität in Nordkorea mit dessen Atomwaffenkapazitäten", erklärt er der "Welt". "Wer wird Nordkoreas Nuklearwaffen kontrollieren, in Zeiten einer potenziellen internen Krise? Zweitens sendet Pjöngjang ein Signal an die Welt, dass es keinerlei Intention hat, sein Atomwaffenprogramm zu beenden". Erst in der vergangenen Woche habe Nordkorea einen weiteren ballistischen Raketentest von einem U-Boot aus gestartet.

Der Test vom Mittwochmorgen fällt zudem in eine Phase der angespannten Beziehungen mit Pjöngjangs langjährigem einzigen Verbündeten China. Verteidigungsexperte Raska hält auch dies für Kims volle Absicht: "Politisch gesehen, bedeutet es eine Ohrfeige für Peking und damit die weitere Aushöhlung der chinesisch-nordkoreanischen Beziehungen."

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