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Iran behauptet Saudi Arabien greift iranische Botschaft im Jemen an

Der Iran beschuldigt die von Saudi Arabien angeführte Koalition, dass deren Kampfflugzeuge ihre Botschaft im Jemen bombardiert haben. Es soll massive Schäden und Verletzte geben.

Saudische Kampfflugzeuge haben am Donnerstag nach Angaben Teherans die iranische Botschaft im Jemen mit Raketen angegriffen. Dabei sollen Teile der Botschaft beschädigt und einige Sicherheitsbeamten verletzt worden sein. «Wir verurteilen diesen bewussten und vorsätzlichen Angriff Saudi-Arabiens», sagte der iranische Außenamtssprecher Dschaber Ansari. Der Angriff verstoße gegen internationale Konventionen und die Saudis müssten für alle Schäden aufkommen. Außerdem werde der Iran gegen den Vorfall auch juristisch vorgehen, sagte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna.

Die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr und 46 weiterer Menschen am vergangenen Samstag in Saudi-Arabien hatte massive Spannungen zwischen Riad und Teheran ausgelöst. In Teheran hatte hatte eine Menschenmenge die saudische Botschaft gestürmt und Brände gelegt.

Regierungstruppen im Jemen eröffnen neue Front im Bürgerkrieg

Im Jemen haben unterdessen die von Saudi-Arabien unterstützten Regierungstruppen eine neue Front im Krieg gegen die schiitischen Huthi-Rebellen eröffnet. Die Einheiten landeten am Mittwochabend in der Hafenstadt Maydee in unmittelbarer Nähe zur saudiarabischen Grenze, wie Einwohner berichteten. Der Norden Jemens ist eine Hochburg der Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. Sie haben weite Teile des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. In dem seit neun Monaten anhaltenden Konflikt wurden fast 6000 Menschen getötet, die Hälfte von ihnen Zivilisten.

Die Regierungstruppen hätten versucht, von Maydee weiter vorzustoßen, sagten Anwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings seien sie auf heftigen Widerstand der Rebellen gestoßen. Bewohner von Sanaa berichteten von mehr als 30 Luftangriffen der von Saudi-Arabien geführten sunnitischen Militärallianz auf Huthi-Stellungen. Es sei einer der heftigsten Angriffe seit Beginn des Kriegs gewesen. Saudi-Arabien hatte am Samstag das Ende einer Waffenruhe verkündet, während der die Kämpfe zwar abgeflaut, aber nie ganz zum Erliegen gekommen waren.

Saudi-Arabien fängt Rakete aus dem Jemen ab 

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben eine im Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen und mit einem Angriff auf den Abschussort reagiert. Dies meldete die Regierung am Donnerstag über die staatliche Nachrichtenagentur SPA.

Saudi-Arabien unterstützt die jemenitische Regierung seit knapp einem Jahr im Kampf gegen die schiitischen Huthi-Rebellen, die Hilfe vom Iran bekommen. Die Huthis verfügen über Scud-Raketen aus sowjetischer Produktion und haben bereits mehrere auf Saudi-Arabien abgeschossen. Abgefangen wurde das Geschoss diesmal in der Region um die Küstenstadt Dschasan.

Der Bürgerkrieg im Jemen hat seit März nach UN-Schätzungen fast 2800 Zivilisten das Leben gekostet. Der Konflikt gilt auch als Stellvertreterkrieg zwischen den beiden rivalisierenden Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran. Friedensgespräche und ein Waffenstillstand sind vor wenigen Tagen gescheitert. Saudi-Arabien und seine Partner verstärkten am Mittwoch ihre Luftangriffe auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa.

Video: Bürgerkrieg fordert viele Tote unter der Zivilbevölkerung

 

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