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Belagerte Stadt Madaja in Syrien Tausende vom Hungertod bedroht

Im syrischen Madaja hungern seit Monaten rund 20.000 Menschen. Ärzte bezeichnen die belagerte Stadt als "Gefängnis unter freiem Himmel". Die Abfahrt eines Hilfskonvois verzögert sich jedoch.

Nach der Zustimmung des syrischen Regimes zu Hilfslieferungen warten mindestens 20.000 hungernde Menschen in der belagerten Stadt Madaja auf Lebensmittel. Bislang sei in dem Ort kein Hilfstransport eingetroffen, berichtete der Aktivist Abdullah Nadschim am Freitag dem arabischen Nachrichtensender al-Arabija. Es seien am Stadtrand auch keine Vorbereitungen zu erkennen.

Ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sagte, die Hilfsorganisationen hätten die Erlaubnis für Lieferungen nach Madaja bekommen. Diese könnten wegen der Größe der Konvois erst am Sonntag erfolgen. Zudem sei Hilfe für die von Rebellen belagerten Orte Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens gestattet worden.

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Madaja liegt nordwestlich von Damaskus und wird seit rund einem halben Jahr von Truppen des Regimes und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah belagert. Rund 40.000 Menschen sind dort nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrecht eingeschlossen. Aktivisten zufolge hungern viele von ihnen, weil es zu wenig Lebensmittel gibt. Hilfsorganisationen konnten eigenen Angaben zufolge zuletzt im Oktober Güter nach Madaja bringen.

"Gefängnis unter freiem Himmel"

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières/MSF) erklärte, sie sei "extrem alarmiert". Seit Anfang Dezember seien 23 Menschen verhungert, unter ihnen sechs Säuglinge. Madaja sei ein "Gefängnis unter freiem Himmel" für schätzungsweise 20.000 Menschen, die seit Monaten wenig Nahrung bekommen hätten. "Es gibt keinen Weg hinein oder hinaus, sodass die Menschen dem Tod überlassen sind", heißt es in einer Stellungnahme.

Die Lage sei so verzweifelt, dass es am Mittwoch bei der Ausgabe der letzten verfügbaren Lebensmittel, die eigentlich für die schwächsten Personen gedacht waren, an einer Verteilungsstation zu Ausschreitungen gekommen sei, so ein Sprecher von Ärzte ohne Grenzen. Die Mediziner vor Ort würden auf medizinischen Sirup zurückgreifen, um schwer mangelernährte Kinder zu füttern, da dieser die einzige zur Verfügung stehende Zucker- und Energiequelle sei.

Bei der Lösung der Hungersnot in der belagerten Stadt Madaja sehen die Grünen auch die Bundesregierung in der Pflicht. "Außenminister Frank-Walter Steinmeier muss das Thema Madaja bei der nächsten Syrien-Konferenz in Wien zur Sprache bringen", sagte der außenpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Omid Nouripour.

Grüne: Assad setzt "Hunger als Waffe" ein

"Alle wissen, dass durch die Anwesenheit der Russen und Iraner Syriens Machthaber Assad mit am Tisch sitzt." Von Wien aus müsse ein Signal ausgehen für humanitäre Hilfe. "Wenn das nicht gelingt, sieht es ganz düster aus für die Glaubwürdigkeit der Verhandlungen", sagte Nouripour am Rande einer Klausurtagung der Grünen-Fraktion in Weimar.

Nouripour zufolge geht es grundsätzlich um das Thema "Hunger als Waffe". Assad setze diese systematisch seit fünf Jahren ein. Dies gehöre genauso auf die Tagesordnung wie die Frage, wie die Terrormiliz IS bekämpft werde. Die UN-Resolution für Hilfen müsse endlich umgesetzt werden. Nach wie vor landeten 80 Prozent der humanitären Hilfen bei Assad, der sie nicht weiterleite. Die Weltgemeinschaft müsse auf Umsetzung der Resolution dringen: "Das muss Steinmeier den Russen gegenüber zum Ausdruck bringen."

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