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Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers muss gehen "Das Vertrauensverhältnis ist erschüttert"

Die Fehlinformationen der Kölner Polizei nach dem Silvesterabend kosten Polizeipräsident Wolfgang Albers den Job. NRW-Innenminister Jäger will so das "Vertrauen der Öffentlichkeit" zurückgewinnen.

Nach den Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof wird Polizeipräsident Wolfgang Albers in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Das bestätigte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf. Jäger sagte, er habe Albers seine Entscheidung in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Mit Blick auf den anstehenden Karneval sei dieser Schritt "notwendig, um das Vertrauen der Öffentlichkeit und die Handlungsfähigkeit der Kölner Polizei zurückzugewinnen." Albers habe für diese Entscheidung "großes Verständnis aufgebracht".

"Ich verstehe die heutige Entscheidung von NRW-Innenminister Ralf Jäger", sagte Albers in einer Stellungnahme. Der 60-Jährige stärkte seinen Polizisten zu Abschied den Rücken: "Ich akzeptiere es, dass in der aktuellen Diskussion die Polizeiführung und damit auch zuallererst meine Person ins Zentrum der Kritik geraten sind", sagte er. "Aber die Polizistinnen und Polizisten, die in der Silvesternacht rund um den Kölner Hauptbahnhof im Dienst waren, haben diese Kritik nicht verdient."

Reker distanziert sich deutlich

Albers wurde unter anderem vorgeworfen, die Öffentlichkeit nach den Übergriffen nicht rechtzeitig informiert zu haben und Informationen unter anderem über die Herkunft der Verdächtigen zurückgehalten zu haben.

Zuvor hatte sich die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker deutlich von Albers distanziert. Die ihr von der Polizeiführung geschilderten Fakten gäben nicht das vollständige Bild der Einsatznacht wieder, hieß es in einer Stellungnahme der parteilosen Oberbürgermeisterin. "Insofern ist mit meinem heutigen Kenntnisstand das Vertrauensverhältnis zur Kölner Polizeiführung erheblich erschüttert."

Mehr zum Thema: Kölner Polizei lässt Tatverdächtige wieder frei

Die veröffentlichten internen Berichte zeigten, dass die Polizei bereits seit Tagen ein wesentlich differenzierteres Bild zur Lage am Silvesterabend und zur Herkunft möglicher Tatverdächtiger habe als bislang vermittelt worden sei, erklärte Reker. "Dass ich diese Informationen, insbesondere zur Herkunft von ermittelten Beteiligten aus der Gruppe der Täter, erst aus den heutigen Medien entnehmen kann, kann ich als Oberbürgermeisterin dieser Stadt nicht akzeptieren."

Reker hatte am vergangenen Montag, drei Tage nach den Ausschreitungen, vor Journalisten gesagt, die Behörden hätten keine Hinweise darauf, dass es sich bei den Beteiligten um Flüchtlinge handele. Einsatzberichte erwähnen dagegen unter anderem zahlreiche Personenkontrollen unter anderem auch von Syrern.

Das sagt die Polizeigewerkschaft DPolG zu den Vorfällen: 

 

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